unbekannter Gast
vom 29.05.2018, aktuelle Version,

Bezirk Reutte

Lage
Bezirk ImstInnsbruckBezirk Innsbruck-LandBezirk KitzbühelBezirk KufsteinBezirk LandeckBezirk LienzBezirk ReutteBezirk Schwaz Lage des Bezirks Reutte im Bundesland Tirol (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Basisdaten
Bundesland Tirol
NUTS-III-Region AT-331
Verwaltungssitz Reutte
Fläche 1236 km²
Einwohner 32.399 (1. Jänner 2017)
Bevölkerungsdichte 26 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen RE
Bezirkshauptmannschaft
Bezirkshauptfrau Mag. Katharina Rumpf
Webseite www.tirol.gv.at/
bezirke/reutte
Karte
BachBerwangBiberwierBichlbachBreitenwangEhenbichlEhrwaldElbigenalpElmenForchachGränGramaisHäselgehrHeiterwangHinterhornbachHöfenHolzgauJungholzKaisersLechaschauLermoosMusauNamlosNesselwänglePfafflarPflachPinswangReutteSchattwaldStanzachSteegVorderhornbachTannheimVilsWängleWeißenbach am LechZöblenTirol Lage der Gemeinde Bezirk Reutte   im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Über dieses Bild

Der Bezirk Reutte ist ein politischer Bezirk des österreichischen Bundeslandes Tirol, er ist mit der Region Außerfern deckungsgleich.

Er grenzt:

Geografie

Der Bezirk umfasst 1.235,67 km², diese erstrecken sich über das Lechtal, das Tannheimer Tal und das so genannte Zwischentoren zwischen Reutte und dem Fernpass. An Gebirgen hat der Bezirk Anteil an den Lechtaler Alpen, Wettersteingebirge, Allgäuer Alpen (u. a. Tannheimer Berge) und den Ammergauer Alpen.

Bedeutende Seen sind Plansee, Heiterwanger See, Haldensee, Urisee und Vilsalpsee.

Geschichte

Zur Wortherkunft „Außerfern“

Vermutlich leitet sich der Name von „Außer dem Fern“ (Fernpass) ab.[1] Außer- und Inner- sind im Tirolerischen häufige beschreibende Zusätze zu einem Tal und unterscheiden zwischen dem Taleingang und den hinteren Talbereichen, oder zwischen dem Talabschnitt vom Hauptort des Tales flussabwärts und den Bereichen bergeinwärts, oder einfach die Richtungen talein- und auswärts. „Außerfern“ bezeichnet also möglicherweise das Tal bis zum historischen Anstieg zum Fernpass.

Regionsgeschichte

Das Gebiet wurde ab dem 10. Jahrhundert entlang der Via Claudia Augusta von Alamannen besiedelt und kam Ende des 13. Jahrhunderts durch Herzog Meinhard im Zuge der Territorialisierung des Heiligen Römischen Reichs zur Grafschaft Tirol, wobei aber die engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zum Allgäuer Raum bestehen blieben. So war das Außerfern lange Zeit kirchlich dem Bistum Augsburg unterstellt, das hier bereits 1059 durch König Heinrich IV. mit dem Wildbann auch wichtige Hoheitsrechte übertragen bekommen hatte.[2] Zu dieser Orientierung trugen auch die günstigeren Verkehrsverbindungen ins Allgäu und nach Oberbayern bei, während es nur eine wintersichere Verbindung ins Inntal gab, nämlich den Fernpass.

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft und Infrastruktur

Reutte

Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle, denn der eher karge und hochgelegene Boden ist schwer zu bewirtschaften, es besteht aber ein gewisses Maß an Milchwirtschaft. Daneben spielen die Industrie und das Gewerbe vor allem im mittleren Lechtal und im Reuttener Becken eine Rolle.

Der Bezirk bildet einen geschlossenen Arbeitsmarkt und hat einen vergleichsweise geringen Aus- und Einpendleranteil aus anderen Regionen.

Im Bereich der Dienstleistung dominiert der Tourismus, vor allem in den Gebieten Zugspitze, Tannheimer Tal, Plansee, Lechtal und Seitentäler. Größere Industriezentren sind Reutte, Elbigenalp, Höfen und Vils, bedeutende Produktionsbetriebe sind in den Bereichen Metallindustrie und Bauwirtschaft zu finden.

Der Naturpark Tiroler Lech mit dem Lech als einem der letzten Naturflüsse Europas, verbunden mit der Vielzahl an sportlichen Möglichkeiten, bietet die Grundlage für den Tourismus im Außerfern.

Verkehr

Hauptverbindung ins übrige Tirol ist der Fernpass. Auf der Außerfernbahn ist das Gebiet ab Garmisch-Partenkirchen oder Kempten (Allgäu) auf der Schiene zu erreichen.

Kultur

Sprachliche Eigenheit

In sprachlicher Hinsicht herrscht eine Mischform aus Schwäbisch bzw. Alemannisch und Bairisch vor, wobei sich der gesprochene Dialekt oft von Tal zu Tal und von Ort zu Ort unterscheidet. Die von Oberbayern und vom Inntal her besiedelten Gebiete wie das Ehrwalder Becken und die Nebentäler des Lechtals haben sprachlich Ähnlichkeit mit den Dialekten des Oberinntals, während in der Gegend um Reutte, in Vils und im Tannheimer Tal ein schwäbisch-alemannischer Dialekt dominiert und im oberen Lechtal um Steeg, das von Vorarlberg her über den Arlbergpass besiedelt wurde, höchstalemannische Dialekte gesprochen werden.

Verwaltungsgliederung und Raumplanung

Gemeinden im Bezirk Reutte

Gemeindegliederung

Der Bezirk Reutte gliedert sich in 37 Gemeinden, darunter die Stadt Vils und die Marktgemeinde Reutte. Die Einwohnerzahlen stammen vom 1. Jänner 2017.[3]

NUTS-Gliederung: AT331

In der für die amtliche Statistik der EU geführte NUTS-Gliederung ist Außerfern eine der fünf Gruppen von Bezirken (Ebene NUTS:AT-2) in Tirol, trägt den Code AT331 und umfasst den politischen Bezirk Reutte.

Regionalplanung

Heute ist der Begriff insbesondere als Regionalentwicklung Außerfern genutzt – die Region ist Teil der Europaregionen Tirol-Südtirol-Trentino, EUREGIO Via Salina und Zugspitze-Wetterstein-Karwendel.

Liste der Gemeinden des Bezirks

Regionen sind Tiroler Planungsverbände (Stand: März 2017)
Gemeinde Lage Ew km² Ew / km² Gerichts­bezirk Region Typ

Foto
Bach
629 56,86 11 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Berwang
547 42,69 13 Reutte Zwischentoren Gemeinde

Biberwier
625 29,39 21 Reutte Zwischentoren Gemeinde

Bichlbach
781 30,62 26 Reutte Zwischentoren Gemeinde

Breitenwang
1.454 18,94 77 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Ehenbichl
823 7,31 113 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Ehrwald
2.601 49,32 53 Reutte Zwischentoren Gemeinde

Elbigenalp
891 33,08 27 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Elmen
378 29,6 13 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Forchach
258 14,24 18 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Grän
604 20,9 29 Reutte Tannheimertal Gemeinde

Gramais
47 32,43 1,4 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Häselgehr
679 50,52 13 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Heiterwang
515 35,7 14 Reutte Zwischentoren Gemeinde

Hinterhornbach
91 50,55 1,8 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Höfen
1.210 8,37 145 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Holzgau
431 35,98 12 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Jungholz
287 7,05 41 Reutte Tannheimertal Gemeinde

Kaisers
73 74,43 1 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Lechaschau
2.028 6,11 332 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Lermoos
1.144 56,41 20 Reutte Zwischentoren Gemeinde

Musau
391 20,66 19 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Namlos
72 28,75 2,5 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Nesselwängle
452 23 20 Reutte Tannheimertal Gemeinde

Pfafflar
108 33,59 3,2 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Pflach
1.409 13,77 102 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Pinswang
411 9,37 44 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Reutte
6.638 100,78 66 Reutte Reutte und Umgebung Markt-
gemeinde

Schattwald
422 16,15 26 Reutte Tannheimertal Gemeinde

Stanzach
451 31,73 14 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Steeg
679 67,95 10 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Tannheim
1.075 51,28 21 Reutte Tannheimertal Gemeinde

Vils
1.527 30,77 50 Reutte Reutte und Umgebung Stadt-
gemeinde

Vorderhornbach
243 17,23 14 Reutte Oberes Lechtal Gemeinde

Wängle
935 9,33 100 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Weißenbach am Lech
1.271 82,01 15 Reutte Reutte und Umgebung Gemeinde

Zöblen
219 8,78 25 Reutte Tannheimertal Gemeinde

Literatur

  • F. Fuchs: Heimat Außerfern – Eine Heimatkunde des Bezirkes Reutte. Außerferner Druck- und Verlagsgesellschaft, Reutte 1984, ISBN 3-9002-8101-7.
  • H. Gasser: Erlebnis Außerfern. Leopold Stocker Verlag, Graz/u. a. 1978, ISBN 3-7020-0319-3.
  • Katholischer Tiroler Lehrerverein & Bezirksschulrat Reutte: Der Bezirk Reutte – Das Außerfern. Koch, Höfen 2004, ISBN 3-7081-0005-0.
  • L. Lechenbauer: Außerfern – Ein Kleinod in Tirol. Theiss, Wolfsberg 1973.
  • R. Lipp: Außerfern. Tyrolia, Innsbruck/u. a. 1994, ISBN 3-7022-1927-7.
Naturwissenschaft und Wirtschaft
  • F. Greif, W. Schwackhöfer: Die Sozialbrache im Hochgebirge am Beispiel des Außerferns. (= Schriftenreihe des Agrarwirtschaftlichen Institutes des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft. 31). Österreichischer Agrarverlag, Wien 1979.
  • H. Koller: Die Elektrizitätswirtschaft des Außerfern. (= Beiträge zur alpenländischen Wirtschafts- und Sozialforschung. 57). Wagner, Innsbruck 1969, DNB 365120472.
  • R. v. Klebelsberg: Außerferner Geologie. In: Schlern-Schriften. 111, Innsbruck 1955, S. 9–23.
  • G. Mutschlechner: Der Erzbergbau in Außerfern. In: Schlern-Schriften. 111, Innsbruck 1955, S. 25–52.
  • R. Schöner, H. Scholz, H. Krumm: Die mittelalterliche Eisengewinnung im Füssener Land (Ostallgäu und Außerfern) – Neue Ergebnisse zum Abbau und zur Verhüttung der Eisenerze aus dem Wettersteinkalk. In: Arch. f. Lagerst.forsch. Geol. B.-A. 24, Wien 2003, S. 193–218.
  • H. Thurner: Die Fernbahn, eine neue Nord-Südlinie Deutschland-Italien – Ein Beitrag zur Volkswohlfahrt West-Tirols Lebensnerv. Selbstverlag Thurner, Innsbruck 1924.
  • Franz Gemeinböck, Markus Inderst: Mittenwaldbahn. Innsbruck - Garmisch-Partenkirchen - Reutte. Kiruba-Verlag, Mittelstetten 2012, ISBN 978-3-9812977-5-1.
Geschichte, Kultur
Periodika
  • Außerferner Nachrichten. Reutte.
  • Reihe Außerferner Schriften, RTW Verlag, Reutte.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Karl Finsterwalder: Die Ortsnamen im Außerfern. In: H. M. Ölberg, N. Grass: Tiroler Ortsnamenkunde – Gesammelte Aufsätze und Arbeiten. Band 3, Wagner, Innsbruck 1995, S. 1197–1210.
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 206, Nr. 228.
  3. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2017 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2017)