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vom 21.05.2017, aktuelle Version,

Bezirk Reutte

Lage
Bezirk Imst Innsbruck Bezirk Innsbruck-Land Bezirk Kitzbühel Bezirk Kufstein Bezirk Landeck Bezirk Lienz Bezirk Reutte Bezirk Schwaz Lage des Bezirks Reutte im Bundesland Tirol (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Basisdaten
Bundesland Tirol
NUTS-III-Region AT-331
Verwaltungssitz Reutte
Fläche 1236 km²
Einwohner 32.399 (1. Jänner 2017)
Bevölkerungsdichte 26 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen RE
Bezirkshauptmannschaft
Bezirkshauptfrau Mag. Katharina Rumpf
Webseite www.tirol.gv.at/bezirke/reutte
Karte
Bach Berwang Biberwier Bichlbach Breitenwang Ehenbichl Ehrwald Elbigenalp Elmen Forchach Grän Gramais Häselgehr Heiterwang Hinterhornbach Höfen Holzgau Jungholz Kaisers Lechaschau Lermoos Musau Namlos Nesselwängle Pfafflar Pflach Pinswang Reutte Schattwald Stanzach Steeg Vorderhornbach Tannheim Vils Wängle Weißenbach am Lech Zöblen Tirol Lage der Gemeinde Bezirk Reutte   im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
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Der Bezirk Reutte ist ein politischer Bezirk des österreichischen Bundeslandes Tirol.

Er ist mit der Region Außerfern deckungsgleich.

Er grenzt im Norden an Bayern (Landkreis Oberallgäu, Landkreis Ostallgäu und Landkreis Garmisch-Partenkirchen), im Süden an die Bezirke Landeck und Imst und im Westen an Vorarlberg (Bezirke Bregenz und Bludenz).

Geografie

Lechtaler Alpen

Der Bezirk umfasst das Lechtal, das Tannheimer Tal und das so genannte Zwischentoren zwischen Reutte und dem Fernpass. An Gebirgen hat der Bezirk Anteil an den Lechtaler Alpen, Wettersteingebirge, Allgäuer Alpen (u. a. Tannheimer Berge) und den Ammergauer Alpen. Bedeutende Seen sind Plansee, Heiterwanger See, Haldensee, Urisee und Vilsalpsee.

Verwaltungsgliederung und Raumplanung

Gemeindegliederung

Der Bezirk Reutte gliedert sich in 37 Gemeinden, darunter die Stadt Vils und die Marktgemeinde Reutte. Die Einwohnerzahlen stammen vom 1. Jänner 2017.[1]

NUTS-Gliederung: AT331

In der für die amtliche Statistik der EU geführte NUTS-Gliederung ist Außerfern eine der fünf Gruppen von Bezirken (Ebene NUTS:AT-2) in Tirol, trägt den Code AT331 und umfasst den politischen Bezirk Reutte.

Regionalplanung

Heute ist der Begriff insbesondere als Regionalentwicklung Außerfern genutzt – die Region ist Teil der Europaregionen Tirol-Südtirol-Trentino, EUREGIO via salina und Zugspitze-Wetterstein-Karwendel.

Geschichte

Zur Wortherkunft „Außerfern“

Vermutlich leitet sich der Name von ‚Außer dem Fern‘ (Fernpass) ab.[2] Außer- und Inner- sind im Tirolerischen häufige beschreibende Zusätze zu einem Tal und unterscheiden zwischen dem Taleingang und den hinteren Talbereichen, oder zwischen dem Talabschnitt vom Hauptort des Tales flussabwärts und den Bereichen bergeinwärts, oder einfach die Richtungen talein- und auswärts. ‚Außerfern‘ bezeichnet also möglicherweise das Tal bis zum historischen Anstieg zum Fernpass.

Regionsgeschichte

Das Gebiet wurde ab dem 10. Jahrhundert entlang der Via Claudia Augusta von Alamannen besiedelt und kam Ende des 13. Jahrhunderts durch Herzog Meinhard im Zuge der Territorialisierung des Heiligen Römischen Reichs zur Grafschaft Tirol, wobei aber die engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zum Allgäuer Raum bestehen blieben. So war das Außerfern lange Zeit kirchlich dem Bistum Augsburg unterstellt, das hier bereits 1059 durch König Heinrich IV. mit dem Wildbann auch wichtige Hoheitsrechte übertragen bekommen hatte.[3] Zu dieser Orientierung trugen auch die günstigeren Verkehrsverbindungen ins Allgäu und nach Oberbayern bei, während es nur eine wintersichere Verbindung ins Inntal gab, nämlich den Fernpass.

Bevölkerungsentwicklung

Wirtschaft und Infrastruktur

Reutte

Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle, denn der eher karge und hochgelegene Boden ist schwer zu bewirtschaften, es besteht aber ein gewisses Maß an Milchwirtschaft. Daneben spielen die Industrie und das Gewerbe vor allem im mittleren Lechtal und im Reuttener Becken eine Rolle. Der Bezirk bildet einen geschlossenen Arbeitsmarkt und hat einen vergleichsweise geringen Aus- und Einpendleranteil aus anderen Regionen.

Im Bereich der Dienstleistung dominiert der Tourismus, vor allem in den Gebieten Zugspitze, Tannheimer Tal, Plansee, Lechtal und Seitentäler. Größere Industriezentren sind Reutte, Elbigenalp, Höfen und Vils, bedeutende Produktionsbetriebe sind in den Bereichen Metallindustrie und Bauwirtschaft zu finden.

Der Naturpark Tiroler Lech mit dem Lech als einem der letzten Naturflüsse Europas, verbunden mit der Vielzahl an sportlichen Möglichkeiten, bietet die Grundlage für den Tourismus im Außerfern.

Verkehr

Hauptverbindung ins übrige Tirol ist der Fernpass. Auf Eisenbahnstrecken ist das Gebiet über die Außerfernbahn von Deutschland her angeschlossen.

Kultur

Sprachliche Eigenheit

In sprachlicher Hinsicht herrscht eine Mischform aus Schwäbisch bzw. Alemannisch und Bairisch vor, wobei sich der gesprochene Dialekt oft von Tal zu Tal und von Ort zu Ort unterscheidet. Die von Oberbayern und vom Inntal her besiedelten Gebiete wie das Ehrwalder Becken und die Nebentäler des Lechtals haben sprachlich Ähnlichkeit mit den Dialekten des Oberinntals, während in der Gegend um Reutte, in Vils und im Tannheimer Tal ein schwäbisch-alemannischer Dialekt dominiert und im oberen Lechtal um Steeg, das von Vorarlberg her über den Arlbergpass besiedelt wurde, höchstalemannische Dialekte gesprochen werden.

Liste der Gemeinden des Bezirks

Gemeinde Lage Ew km² Ew / km² Gerichts­bezirk Region Typ

Foto
Bach
629 56,86 11 Reutte Gemeinde

Berwang
547 42,69 13 Reutte Gemeinde

Biberwier
625 29,39 21 Reutte Gemeinde

Bichlbach
781 30,62 26 Reutte Gemeinde

Breitenwang
1.454 18,94 77 Reutte Gemeinde

Ehenbichl
823 7,31 113 Reutte Gemeinde

Ehrwald
2.601 49,32 53 Reutte Gemeinde

Elbigenalp
891 33,08 27 Reutte Gemeinde

Elmen
378 29,6 13 Reutte Gemeinde

Forchach
258 14,24 18 Reutte Gemeinde

Grän
604 20,9 29 Reutte Gemeinde

Gramais
47 32,43 1,4 Reutte Gemeinde

Häselgehr
679 50,52 13 Reutte Gemeinde

Heiterwang
515 35,7 14 Reutte Gemeinde

Hinterhornbach
91 50,55 1,8 Reutte Gemeinde

Höfen
1.210 8,37 145 Reutte Gemeinde

Holzgau
431 35,98 12 Reutte Gemeinde

Jungholz
287 7,05 41 Reutte Gemeinde

Kaisers
73 74,43 1 Reutte Gemeinde

Lechaschau
2.028 6,11 332 Reutte Gemeinde

Lermoos
1.144 56,41 20 Reutte Gemeinde

Musau
391 20,66 19 Reutte Gemeinde

Namlos
72 28,75 2,5 Reutte Gemeinde

Nesselwängle
452 23 20 Reutte Gemeinde

Pfafflar
108 33,59 3,2 Reutte Gemeinde

Pflach
1.409 13,77 102 Reutte Gemeinde

Pinswang
411 9,37 44 Reutte Gemeinde

Reutte
6.638 100,78 66 Reutte Markt-
gemeinde

Schattwald
422 16,15 26 Reutte Gemeinde

Stanzach
451 31,73 14 Reutte Gemeinde

Steeg
679 67,95 10 Reutte Gemeinde

Tannheim
1.075 51,28 21 Reutte Gemeinde

Vils
1.527 30,77 50 Reutte Stadt-
gemeinde

Vorderhornbach
243 17,23 14 Reutte Gemeinde

Wängle
935 9,33 100 Reutte Gemeinde

Weißenbach am Lech
1.271 82,01 15 Reutte Gemeinde

Zöblen
219 8,78 25 Reutte Gemeinde

Literatur

  • F. Fuchs: Heimat Außerfern – Eine Heimatkunde des Bezirkes Reutte. Außerferner Druck- und Verlagsgesellschaft, Reutte 1984.
  • H. Gasser: Erlebnis Außerfern. Leopold Stocker Verlag, Graz/u.a. 1978.
  • Katholischer Tiroler Lehrerverein & Bezirksschulrat Reutte: Der Bezirk Reutte – Das Außerfern. Koch, Höfen 2004.
  • L. Lechenbauer: Außerfern – Ein Kleinod in Tirol. Theiss, Wolfsberg 1973.
  • R. Lipp: Außerfern. Tyrolia, Innsbruck/u.a. 1994.

Naturwissenschaft und Wirtschaft:

  • F. Greif, W. Schwackhöfer: Die Sozialbrache im Hochgebirge am Beispiel des Außerferns. = Schriftenreihe des Agrarwirtschaftlichen Institutes des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft 31. Österreichischer Agrarverlag, Wien 1979.
  • H. Koller: Die Elektrizitätswirtschaft des Außerfern. In: F. Ulmer: Beiträge zur alpenländischen Wirtschafts- und Sozialforschung 57. Wagner, Innsbruck 1969.
  • R. v. Klebelsberg: Außerferner Geologie. In: Schlern-Schriften 111, Innsbruck 1955, S. 9–23.
  • G. Mutschlechner: Der Erzbergbau in Außerfern. In: Schlern-Schriften 111, Innsbruck 1955, S. 25–52.
  • R. Schöner, H. Scholz, H. Krumm: Die mittelalterliche Eisengewinnung im Füssener Land (Ostallgäu und Außerfern) – Neue Ergebnisse zum Abbau und zur Verhüttung der Eisenerze aus dem Wettersteinkalk. In: Arch. f. Lagerst.forsch. Geol. B.-A. 24, Wien 2003, S. 193–218.
  • H. Thurner: Die Fernbahn, eine neue Nord-Südlinie Deutschland-Italien – Ein Beitrag zur Volkswohlfahrt West-Tirols Lebensnerv. Selbstverlag Thurner, Innsbruck 1924.
  • Franz Gemeinböck & Markus Inderst: Mittenwaldbahn. Innsbruck - Garmisch-Partenkirchen - Reutte. Kiruba-Verlag, Mittelstetten 2012, ISBN 978-3-98129-775-1.

Geschichte, Kultur:

  • W. A. Ruepp: Außerferner Eigenart. Eine menschliche Spurensuche. Ehrenberg-Verlag, Reutte 2004.
  • Oswald Trapp: Oberinntal und Außerfern (= Tiroler Burgenbuch VII), Athesia, Bozen 1986.

Periodika:

  • Außerferner Nachrichten. Reutte.
  • Reihe Außerferner Schriften, RTW Verlag, Reutte.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2017 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2017)
  2. Karl Finsterwalder: Die Ortsnamen im Außerfern. In: Ölberg, H. M. & Grass, N.: Tiroler Ortsnamenkunde – Gesammelte Aufsätze und Arbeiten. Band 3. Innsbruck (Wagner) 1995, S. 1197–1210.
  3. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 206, Nr. 228.