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vom 05.01.2019, aktuelle Version,

Bezirk Wolfsberg

Lage
Bezirk FeldkirchenBezirk HermagorKlagenfurt am WörtherseeBezirk Klagenfurt-LandBezirk Sankt Veit an der GlanBezirk Spittal an der DrauVillachBezirk Villach-LandBezirk VölkermarktBezirk Wolfsberg Lage des Bezirks Wolfsberg im Bundesland Kärnten (anklickbare Karte)
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Basisdaten
Bundesland Kärnten
NUTS-III-Region AT-213
Verwaltungssitz Wolfsberg
Fläche 974 km²
Einwohner 52.980 (1. Jänner 2018)
Bevölkerungsdichte 54 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen WO
Webseite https://www.ktn.gv.at/Verwaltung/Bezirke/BH-Wolfsberg
Karte
Bad St. Leonhard im LavanttalFrantschach-Sankt GertraudLavamündPreiteneggReichenfelsSankt AndräSankt Georgen im LavanttalWolfsbergSankt Paul im Lavanttal Lage der Gemeinde Bezirk Wolfsberg im Bezirk Wolfsberg (anklickbare Karte)
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Der Bezirk Wolfsberg ist ein politischer Bezirk des österreichischen Bundeslands Kärnten.

Geographie

Der Bezirk liegt im Lavanttal im Osten Kärntens in der Region Unterkärnten; Koralpe und Packalpe bilden die Grenze zur Steiermark. Der Bezirk Wolfsberg wird durchzogen vom Fluss Lavant, der bei Lavamünd in die Drau mündet. Der untere Teil des Bezirkes ist eingebettet zwischen Klippenzone und Saualpe. Der obere Teil des Bezirkes liegt zwischen der Packalpe und den Seetaler Alpen und grenzt nördlich an den Obdacher Sattel.

Angrenzende Gebietskörperschaften

Murau Murtal Voitsberg
St. Veit Deutschlandsberg
Völkermarkt Slowenien

Verwaltungsgliederung

Der Bezirk Wolfsberg gliedert sich in neun Gemeinden, darunter drei Städte und vier Marktgemeinden. In Klammern stehen die Einwohnerzahlen vom 1. Jänner 2018.[1]

Gemeindereformen

Einst gab es 32 Gemeinden im Bezirk Wolfsberg. Vor der jüngsten Gemeindereform im Jänner 1973 waren es 23:

# Gemeinde heute Gemeinde im Jahr 1972 Bezirk Wolfsberg
1 Bad St. Leonhard im Lavanttal
Gemeinden im Bezirk Wolfsberg
2 Frantschach-St. Gertraud
3 Lavamünd
4 Preitenegg
5 Reichenfels
6 St. Andrä im Lavanttal
  • Fischering
  • Granitztal (Teil)
  • Maria Rojach
  • Schönweg
  • St. Andrä
  • St. Georgen im Lavanttal (Teil)
  • St. Marein (Teil)
  • St. Paul im Lavanttal (Teil)
  • St. Stefan im Lavanttal (Teil)
7 St. Georgen im Lavanttal
  • Ettendorf (Teil)
  • St. Georgen im Lavanttal (Teil)
8 St. Paul im Lavanttal
  • Granitztal (Teil)
  • St. Paul im Lavanttal (Teil)
9 Wolfsberg
Gemeinde slowenisch Lage Ew km² Ew / km² Gerichts­bezirk Region Typ
Bad St. Leonhard im Lavanttal
4.375 111,83 39 Wolfsberg Stadt-
gemeinde
Frantschach-Sankt Gertraud
2.605 100,94 26 Wolfsberg Markt-
gemeinde
Lavamünd
Labot 2.941 93,7 31 Wolfsberg Markt-
gemeinde
Preitenegg
932 68,36 14 Wolfsberg Gemeinde
Reichenfels
1.851 87,23 21 Wolfsberg Markt-
gemeinde
Sankt Andrä
9.957 113,59 88 Wolfsberg Stadt-
gemeinde
Sankt Georgen im Lavanttal
1.981 72,34 27 Wolfsberg Gemeinde
Sankt Paul im Lavanttal
3.303 47,46 70 Wolfsberg Markt-
gemeinde
Wolfsberg
Volšperk 25.035 278,63 90 Wolfsberg Stadt-
gemeinde

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl wird voraussichtlich weiter sinken, bis 2030 wird ein Rückgang um über 6 % erwartet. Verursacher sind sowohl das Geburtendefizit als auch die hohe Abwanderungsquote. Besonders auffällig ist dabei die sehr hohe Abwanderungsquote der Altersgruppe 20 bis 34 Jahre.

Das ist erstaunlich, da sowohl die Arbeitslosigkeit niedrig, als auch die Einkommen hoch sind: Die Arbeitslosenrate im Bezirk Wolfsberg ist im Jahr 2017 mit 7,7 % weit unter dem Durchschnitt des Bundeslandes Kärnten und auch unter dem Schnitt von Österreich. Das Brutto-Medianeinkommen liegt mit EUR 2.563 deutlich über dem von Kärnten und auch von Österreich:[2][3]

Arbeitslosenrate in Prozent
Durchschnittseinkommen (brutto)

Wirtschaft

2,3 % der Bevölkerung sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig (Primärsektor nach der NACE – Definition). Das ist deutlich über dem Durchschnitt von Kärnten (0,9 %) und Österreich (0,7 %). Noch stärker ausgeprägt ist der Produktionssektor: 42,6 % gegenüber 26,4 % in Kärnten und 25,2 % in Österreich. Entsprechend geringer ist der Anteil im Dienstleistungssektor:[3]

Wolfsberg
Kärnten
Österreich

Land- und Forstwirtschaft

Die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im Bezirk Wolfsberg sinkt kontinuierlich, die Anzahl ging von 1.955 im Jahr 2006 auf 1.671 Jahr 2017 zurück.

In den Tallagen überwiegt Körnermais-Anbau mit Schweine- und Hühnerzucht. Im Unteren Lavanttal gibt es Obstanbau, besonders Äpfel für Most- und Schnapserzeugnisse. 2018 wurden 2 Millionen Kilogramm Obst verarbeitet.[4] In höheren Lagen und auch im Oberen Lavanttal überwiegt die Grünlandwirtschaft. Mit 36.528 Tieren hatte der Bezirk im Jahr 2017 den höchsten Rinderbestand in Kärnten. Von recht großer Bedeutung ist auch die Holzwirtschaft mit den großen Fichtenbeständen auf Koralpe und Saualpe. Im Jahr 2017 wurden im Bezirk 227.000 Festmeter Holz verkauft, davon 212.000 Festmeter Nadelholz.[5]

Produktion

Die Top-5-Industriebetriebe im Bezirk Wolfsberg sind (Stand 2017):
  • Steiner Bau GmbH in St. Paul: 600–800 Mitarbeiter, Durchführung von Bauvorhaben in ganz Österreich.
  • Kostmann GmbH in St. Andrä: Niederlassungen in Österreich, Ungarn, Slowenien, Slowakei und Rumänien, Bauleistungen aller Art.
  • Mondi Frantschach GmbH in St. Gertraud: Teil der internationalen Mondi Group, Kraft-Sackpapier-Herstellung.
  • SCHWING GmbH in St. Stefan: Stahlbau und Zylinderfertigung.
  • Geislinger GmbH in Bad St. Leonhard: Zentrale in Salzburg, Erzeugung von Kupplungen und Schwingungsdämpfern.

Daneben gibt es eine große Anzahl von holzverarbeitenden Betrieben (Sägewerke, Pellets-Hersteller, Tischlereien) sowie Österreichs größten Harmonika Hersteller in Bad St. Leonhard.[3]

Anzahl der Betriebe je Gemeinde

Fremdenverkehr

Die Anzahl der Nächtigungen ist im Vergleich zu den meisten anderen Kärntner Bezirken niedrig. Der Bezirk Wolfsberg verzeichnete im Jahr 2017 insgesamt 320.000 Übernachtungen. 5 Kärntner Bezirke hatten zwischen 1 und 2 Millionen Nächtigungen, der Bezirk Spittal hatte im gleichen Jahr über 3 Millionen Nächtigungen.[6]

Übernachtungen im Tourismusjahr 2017 (in Tausend)

Bergbau

Aktuell wird im Bezirk Wolfsberg Eisenglimmer (Hämatit) bei Waldenstein abgebaut. Hämatit wird vor allem für Korrosionsschutzanstriche verwendet.[7] Für ein auf der Koralpe liegendes Lithium-Vorkommen werden seit 2016 Probebohrungen durchgeführt. Der kommerzielle Abbau ist für 2021 geplant.[8]

Infrastruktur / Verkehr

  • Eisenbahn: Von der ehemals durchgängig von Zeltweg bis Klagenfurt befahrbaren Bahnlinie wird seit 2010 die Strecke von Zeltweg nach Bad St. Leonhard nur noch von Güterzügen befahren. Seit Ende 2018 ist der Personenverkehr auch zwischen Bad St. Leonhard und Wolfsberg eingestellt.[9] Beim Neubau der Koralmbahn wurde am 14. August 2018 der Tunnel-Durchschlag gefeiert. Bis zur Fertigstellung wird auch die Anschluss-Strecke nach Wolfsberg elektrifiziert sein.[10]
  • Straße: Die Hauptverkehrsader ist die Süd Autobahn A2, die von Wien nach Klagenfurt und weiter zur Staatsgrenze nach Italien führt. Sie quert den Bezirk vom Packsattel bis zum Griffner Berg.

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2018 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2018) (CSV)
  2. RML Regionalmanagement Lavanttal GmbH. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  3. 1 2 3 WIBIS, Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds - Bezirksprofil 2017. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  4. Lavantaler Obst, Ernte 2018. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  5. Land Kärngten, Landwirtschaftsbericht 2017. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  6. Land Kärnten, Tourismus. Abgerufen am 4. Januar 2019.
  7. Kleine Zeitung, Eisenglimmer aus dem Tal schimmert weltweit. 13. Oktober 2017, abgerufen am 4. Januar 2019.
  8. ORF Kärnten, Pläne für Lithiumabbau werden konkreter. 18. Juni 2018, abgerufen am 4. Januar 2019.
  9. Kleine Zeitung, Der Zug ist auch hier abgefahren. 11. August 2017, abgerufen am 4. Januar 2019.
  10. ÖBB, Bau-Information Koralmbahn. Februar 2018, abgerufen am 4. Januar 2019.
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