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vom 21.12.2018, aktuelle Version,

Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug

Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1998
Auflösung 2003
Sitz Wien, Österreich
Branche Rüstungsindustrie

Die Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug GmbH (SSF) ist ein ehemals und wieder österreichischer Rüstungshersteller, der 1998 aus den oberösterreichischen Steyr Daimler Puch-Werken ausgegliedert, und an eine österreichische Investorengruppe verkauft wurde. Diese verkaufte SSF im Jahr 2003 an den US-amerikanischen Rüstungskonzern General Dynamics, der das Unternehmen in die europäische Tochtergesellschaft „General Dynamics European Land Systems“, die ihren Sitz in Madrid hat, eingliederte, zu der auch die Schweizer Mowag und die spanische Santa Bárbara Sistemas gehören.

Das heutige Unternehmen Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug setzt sich aus Teilen der früheren Österreichischen Waffenfabrik, der Daimler-Motoren-Gesellschaft und der Puch-Werke zusammen.

SSF ist Hersteller des Pandur-Radpanzers, welcher unter anderem bereits im Ausmaß von 260 Stück an Portugal verkauft wurde, was dem Unternehmen 344 Millionen Euro einbrachte. Der Panzer hätte auch im Ausmaß von 199 Stück bzw. 822 Millionen Euro ab dem Jahr 2007 an das tschechische Militär ausgeliefert werden sollen, wurde jedoch von dessen Regierung storniert. Der große Unterschied im Erlösbetrag ist dadurch zu erklären, dass Portugal einen großen Teil des Auftrags an portugiesische Unternehmen ausgelagert hat, während hingegen Tschechien den Radpanzer zur Gänze in Österreich, im SSF-Werk im Wiener Gemeindebezirk Simmering, herstellen lassen wollte. 2009 bestellte Tschechien doch noch 107 Panzer um 578 Mio. Euro.[1]

SSF unterliegt als österreichisches Unternehmen den strengen Bestimmungen des Neutralitätsgesetzes aus dem Staatsvertrag, weshalb Waffen und Kriegsgerät nicht in „Krisenregionen“ geliefert werden dürfen. Da die Definition des Gesetzestextes jedoch Auslegungsspielraum offenlässt, wurde dem Unternehmen im Jahr 2001 einerseits der Export von 66 Truppentransportern nach Simbabwe erlaubt, kurz bevor die EU ein Waffenembargo gegen dieses Land verhängte, andererseits darf Steyr Mannlicher, ein Gewehrhersteller der ebenfalls aus den Steyr-Daimler-Puch Werken hervorging, keine Exporte nach Südamerika tätigen, wie das Innenministerium entschied.

Im Oktober 2003 wurde die Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug GmbH zu 100 Prozent Tochter der amerikanischen „General Dynamics Corporation“ und vollständig integriert in "General Dynamics European Land Systems". Am heutigen Standort in Wien-Simmering sind derzeit etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Produktion

Radpanzer Pandur

SSF produziert derzeit den Radpanzer Pandur, den Panzer Ulan und den Geschützturm SP30. Die Entwicklung wie auch die Produktion finden im Werk Wien-Simmering statt.

Im Oktober 2013 wurde bekannt, dass der US-Eigner die Produktion des Pandurs nach Portugal verlegen möchte und das Werk Simmering möglicherweise ganz stillgelegt wird.[2]

2017 bestellte das Bundesheer 100 weitere Pandur-Radpanzer im Wert von 100 Mio. €, die ab 2018 ausgeliefert werden sollen. Die Belegschaft wurde mittlerweile auf ca. 160 Mitarbeiter reduziert.[3] Am 17. Mai 2018 verkündete das Bundesheer die Auslieferung des ersten Fahrzeugs.[4]

Einzelnachweise

  1. http://orf.at/#/stories/2144873/ Steyr-Deal: Berater von Prager Ex-Premier in Haft, ORF.at 8. Oktober 2012
  2. http://orf.at/#/stories/2203748/ Produktion von Steyr-Pandur-Panzer soll nach Portugal ORF.at vom 25. Oktober 2013
  3. Heer bestellt 34 Panzer in Simmering. 21. April 2017 (orf.at [abgerufen am 18. Mai 2018]).
  4. Großer Rüstungsauftrag / Wien heute vom 17.05.2018 um 19.00 Uhr. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 18. Mai 2018 (österreichisches Deutsch).@1@2Vorlage:Toter Link/tvthek.orf.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)