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vom 23.01.2018, aktuelle Version,

Tatort: Tödliche Tagung

Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Tödliche Tagung
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
ORF
Länge 90 Minuten
Einordnung Folge 497 (Liste)
Erstausstrahlung 14. April 2002 auf Das Erste
Stab
Regie Robert Adrian Pejo
Drehbuch Lukas Alexander
Produktion Walter Müllner
Kamera Wolfgang Lehner
Schnitt Margit Hörr
Besetzung
Chronologie

 Vorgänger
Lastrumer Mischung

Nachfolger 
Oskar

Tödliche Tagung ist ein Fernsehfilm aus der Tatort-Krimireihe. Es ist der 7. Fall des Wiener Chefinspektors Moritz Eisner, alias Harald Krassnitzer. Der vom ORF produzierte Beitrag wurde am 14. April 2002 im Ersten zum ersten Mal gesendet. Eisner ermittelt im Ärztmillieur einen Mordfall, bei dem unter erbitterten Kämpfen um neue Medikamente und Profite sich am Ende eine Beziehungstat herauskristallisiert.

Handlung

Renata Lang ist auf einem Ärztekongress in der Steiermark, als ausgerechnet ihre Freundin Dr. Ingrid Knapp mit einem Kreislaufzusammenbruch im Dampfbad des Hotels liegt. Die Wiederbelebung ist leider vergeblich, obwohl ausschließlich Ärzte anwesend waren. Renata Lang, kommt es nicht geheuer vor und bittet Eisner ihr zu helfen und den Todesfall zu untersuchen. Der fragt zunächst bei einem befreundeten Kollegen, Wolfgang Schremser in der Steiermark, nach, sich die Leiche anzusehen.

Es finden sich keine Hinweise auf äußerliche Gewalt, lediglich auf eine Totaloperation vor nicht allzu langer Zeit und ein kleiner Kratzer am Arm. Somit muss man von einem Herzinfarkt ausgehen. Selbst wenn ihr ein Narkosegift verabreicht worden sein sollte, ist davon auszugehen, dass dieses sich bereits im Körper abgebaut hat. Eisner will unterdessen versuchen, als Journalist getarnt, bei dem Kongress etwas herauszufinden. Er kommt gerade dazu, als ein Disput der Redner ausbricht, bei dem es darum ging, dass Ingrid Knapp gerade der unmoralischen Forschung der Pharmaindustrie den Rücken kehren und das Institut, an dem sie arbeitete, verlassen wollte. Zwei Forschungsinstitute arbeiteten gleichzeitig an einem Präparat zur Verbesserung der Fruchtbarkeit. Dr. Bauer finanziert diese Forschungen und will durch die doppelte Förderung, den Abschluss der Forschungen beschleunigen.

Von Magister Fritz Knapp, dem Ehemann von Ingrid, erfährt Renata, dass ihre Freundin wegen einer Fehlgeburt mit Komplikationen vor 3 Monaten die Gebärmutter entfernt werden musste. Er gesteht ihr, dass ihre Ehe daraufhin einen Bruch erlitten und Ingrid ihn verlassen habe. Unterdessen stellt sich Eisner beim Hoteldirektor als Kriminalbeamter vor und bittet um den Generalschlüssel, weil er diskret ermitteln möchte, ohne den Hotelbetrieb zu stören. Mit Professor Schickel spricht er über dessen Konkurrenten Erwin Schmölzer, den schildert dieser als absolut skrupellos.

Wolfgang Schremser findet heraus, dass die Fehlgeburt von Ingrid Knapp sehr wahrscheinlich mit einem Selbstversuch des neu entwickelten Präparates zusammen hing. So wäre denkbar, dass sie die Nebenwirkungen publik machen wollte und deshalb zum Schweigen gebracht wurde. Renata konfrontiert Knapp mit ihrer Vermutung bezüglich des Selbstversuchs, und er gesteht ihr, dass er das Medikament heimlich genommen hat und dies der eigentliche Grund dafür war, dass sie ihn verlassen hat.

Auf dem Kongress wird Hans Burkard vermisst und als Renata nachsehen will, wo er bleibt, findet sie ihn tot im Hotelzimmer. Es sieht auch hier zunächst nach Selbstmord aus, weil er in Ingrid Knapp verliebt war und sogar eine Gemeinschaftspraxis mit ihr aufmachen wollte. Trotzdem zweifeln die Ermittler. Sie verdächtigen Knapp und Schmölzer ein Interesse am Tod der beiden gehabt zu haben. Knapp besitzt Aktienanteile an der Forschungsfirma, die ihm bei einem Eklat verlorengehen würden und Schmölzer musste sein neu entwickeltes Präparat „schützen“.

Bei Burkard findet sich ein mittellanges blondes Haar auf seinem Hemd, das führt Eisner zu Heidi Strauss, der engsten Arbeitskollegin von Knapp. Er untersucht ihr Zimmer und findet mehrere verdächtige Ampullen und ein Foto von Burkard. Eisner spricht sie daraufhin an und sie gesteht ihm, dass sie in Burkard so verliebt war, dass sie ihre Konkurrentin ausgeschaltet hat. Dennoch wollte Burkard einfach nichts von ihr wissen. So hat sie aus enttäuschter Liebe auch ihn getötet. Und während sie neben Eisner auf der Bank sitzt, beißt auch sie auf eine Giftampulle.

Hintergrund

Die Dreharbeiten erfolgten in Zusammenarbeit mit Degeto Film[1] in Wien[2] Weitere Dreharbeiten fanden ab 19. September 2001 auf Schloss Obermayerhofen in Sebersdorf statt.[3]

Rezeption

Einschaltquoten

8,31 Millionen Zuschauer sahen die Folge Tödliche Tagung in Deutschland bei ihrer Erstausstrahlung am 14. April 2002, was einem Marktanteil von 22,90 % entsprach.[4] Beim Tatortblog erreicht die Episode Platz 677 von 906 möglichen.[5]

Kritiken

"Der Wahlberliner" meint zu diesem Tatort, dass „die Situation [...] auffallend ähnlich gestrickt [ist] wie u. a. in den Krimis von Agatha Christie,[...] wo eine begrenzte Zahl von Personen zugange ist und sich Todesfälle ereignen, die stets Personen dieses Kreises treffen und auch innerhalb der Gruppe organisiert worden sein müssen. Ob ein solcher Fall sich gut anschauen lässt, liegt bei immer gleicher Anlage der Plots in erster Linie daran, ob die Figuren ziehen.“ Ansonsten ist es „in "Tödliche Tagung" ganz gut gelungen“ die Personen der Handlung „so rüberbringen, dass sie individuell und plastisch werden, ohne unglaubwürdig zu sein.[...] Die Ironie in der Pointierung liefert dem Zuschauer auch das Futter. Motive werden hinter einem übertriebenen Benehmen sichtbar, das erkennbar als Fassade und deren Zerfall angelegt ist.“ Im Gesamturteil kommt der "Der Wahlberliner" zu dem Schluss:„Tödliche Tagung ist kein großer oder wichtiger Tatort, kein Meilenstein und keine Show, aber das einzige, was stellenweise wirklich genervt hat, war die Musik. In der haben wir keine Symbolik oder ironische Brechung von irgendwas erkennen können, die war nur fad. Identifikation und echte Dramatik sind auch nicht vorhanden, waren aber ersichtlich auch nicht gewollt – 7,0/10 für den siebenten Eisner mit Tango und Dampfbad.“[6]

Einzelnachweise

  1. Produktionsdetails bei der Internet Movie Database, abgerufen am 17. Dezember 2013.
  2. Drehort auf imdb.com, abgerufen am 17. Dezember 2013.
  3. ORF-"Tatort": Leiche im steirischen Hochzeitsschloss Obermayerhofen, abgerufen am 27. Oktober 2017
  4. Einschaltquote auf tatort-fundus.de, abgerufen am 17. Dezember 2013.
  5. Tatort Rangliste auf tatort-blog.de, abgerufen am 17. Dezember 2013.
  6. Filmkritik auf derwahlberliner.wordpress.com, abgerufen am 17. Dezember 2013.