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vom 25.05.2017, aktuelle Version,

Tom von Dreger

Tom von Dreger
Aladár Körösfői-Kriesch: Porträt Tom von Dreger, 1906
Grabstätte Tom von Dreger und Angehörige
Tom von Dreger: Porträt Kardinal Piffl
Tom von Dreger: Porträt Rudolf Stöger-Steiner von Steinstätten in Generalsuniform

Tom von Dreger (* 2. Oktober 1868 in Brünn; † 30. Juli 1948 in Wien; eigentlich Thomas Richard von Dreger) war ein österreichischer Porträt-, Historien- und Genremaler.

Leben und Werk

Der Sohn des k&k Oberst Gottfried von Dreger und dessen Ehefrau Mary, geborene Greaves, studierte in den Jahren von 1884 bis 1885 und von 1887 bis 1888 an der Akademie der bildenden Künste in Wien, seine Lehrer dort waren August Eisenmenger, Siegmund L’Allemand und Heinrich von Angeli. Danach unternahm er Studienreisen nach Venedig, wo er bei Eugene de Blaas und Ludwig Passini an der Accademia di belle arti di Venezia Unterricht nahm. Daraufhin studierte ein Jahr lang an der Münchener Akademie bei Alexander von Liezen-Mayer, ehe er sich für sieben Jahre an die angesehene Académie Julian nach Paris begab, wo er in den Jahren von 1893 bis 1899 im Salon de la Société nationale des beaux-arts unter dem Namen T. R. de Dreger ausstellte.

1892 heiratete er Henriette Allesch. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.[1]

Nach dem Pariser Aufenthalt lebte er in seinem Haus in Nußschloss. 1906 wurde Tom von Dreger endgültig in Wien ansässig, von wo aus er zahlreiche Studienreisen nach Siebenbürgen, Deutschland, Italien, Schweden, Holland und die Vereinigten Staaten unternahm. In Wien fertigte er 1916 zwei Altarbilder für die Votivkirche und avancierte zum bevorzugten Porträtisten des Österreichischen Kaiserhauses und der Wiener Gesellschaft.

Im Laufe der Jahre schuf er unzählige Bildnisse von Staats- und Kirchenmännern sowie von führenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst in ganz Europa und in Übersee. Die meisten seiner Bilder befinden sich heute in Privatbesitz, aber auch in staatlichen Sammlungen, wie etwa in der Gemäldesammlung des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums[2] oder in öffentlichen Gebäuden, wie dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und dem Historischen Museum in Wien.

Das seit dem Jahr 2014 ehrenhalber gewidmete Grab des Künstlers befindet sich auf dem Neustifter Friedhof.

Ausstellungen

  • 1893–1999 Salons de la Société nationale des beaux-arts, Paris
  • 1897 Große Deutsche Kunstausstellung, Berlin
  • 1903 38. Jahresausstellung Künstlerhaus Wien
  • 1931 Werkausstellung mit einhundert Gemälden aus den Jahren 1888–1931, veranstaltet durch den Österreichischen Künstlerbund im Kaiser Josef Stöckl, Augarten

Auszeichnungen

  • 1895 Mention honorable, Paris

Werke (Auswahl)

Porträts

Religiöse Gemälde

Genrebilder

  • 1912 Der Farbenreiber
  • 1912 Rumänischer Bettler
  • 1916 Die Anbetung
  • 1919 Der alte Geiger
  • 1940 Wiens hundertjährige Wäscherin

Schriften

  • 1918 Gemälde-Ausstellung. Militär-Kasino. Wien.
  • 1946 Wie ich sehen gelernt, Wien, Holzhausens Nachf.

Literatur

  • Thieme-Becker, Bd. 9, 1913.
  • Hermann A. Ludwig Degener: Wer ist wer. Unsere Zeitgenossen. Arani-Verlag, Berlin 1937.
  • Paul Emödi, Robert Teichl: Wer ist wer. Lexikon österreichischer Zeitgenossen, Wien 1937.
  • Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Österreichisches biographisches Lexikon 1815–1950. Böhlau, Wien, Graz 1954.
  • Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts, Wien 1973, Band 1, S. K 70.
  • Heribert Sturm: Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. Oldenbourg, München 1974.
  • Rudolf Schmidt: Österreichisches Künstlerlexikon von den Anfängen bis zur Gegenwart, Wien 1980, Bd. 1.
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Wien 1993, Bd. 2.
  • Kunst des 19. Jahrhunderts. Bestandskatalog der Österreichischen Galerie des 19. Jahrhunderts Wien. Band 1 (A–E), Brandstätter, Wien 1992, S. 205 f.

Einzelnachweise

  1. Kinder: 1. Martha (* 1893), verehelichte Dr. Garnhaft; 2. Marie (* 1894), verehelichte Munsch; 3. Gottfried (* 1897); 4. Ruth (1900-1980), Konzertsängerin und Klavierlehrerin.
  2. Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts, Wien 1973, Band 1, S. K 70
  3. Manfried Rauchensteiner, Manfred Litscher: Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien, Verlag Styria, Wien 2000, ISBN 3-222-12834-0, S. 78.