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vom 07.12.2016, aktuelle Version,

Treibacher Industrie AG

Treibacher Industrie AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1898
Sitz Althofen, Kärnten, Osterreich Österreich

Leitung

Mitarbeiter 783 (2014)[2]
Umsatz 368 Mio. Euro (2014)[2]
Website www.treibacher.com

Treibacher Industrie AG: Hauptsitz und -produktionsstandort in Treibach/Althofen
Zündsteine werden bis heute produziert.

Die Treibacher Industrie AG ist ein Unternehmen der Chemischen Industrie mit Sitz in Treibach (Gemeinde Althofen) in Kärnten. Das 1898 vom Erfinder des Zündsteines, Carl Auer von Welsbach, als Treibacher Chemische Werke gegründete Unternehmen beschäftigte im Jahre 2014 weltweit ca. 783 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 368 Millionen Euro.[2]

Ab 1990 im Besitz der Wienerberger Baustoffindustrie AG, wurde die Treibacher Industrie AG im Jahre 2000 für 126 Millionen Euro an den deutschen Industriellen August von Finck junior verkauft. Seit 2007 befindet sich das Unternehmen im Besitz der Privatstiftungen der Familien Schaschl, dem ehemaligen Geschäftsführer der Wienerberger AG, und Rauch, dem Besitzer der Rauch Fruchtsäfte.[3]

Standorte

Geschäftsbereiche

Die Treibacher Industrie AG ist ein Hersteller von chemischen und metallurgischen Vorprodukten für eine Reihe von industriellen Anwendungen. Sie produziert Ferrovanadium und Ferromolybdän für die Stahl- und Gießereiindustrie, Pulver für die Hartmetallindustrie und Werkstoffe für keramische Anwendungen sowie Feinchemikalien für unterschiedlichste Märkte, wie z. B. die Pharma- und Katalysatorindustrie.

Ausgangspunkt für viele Produkte sind Seltene Erden, aber auch Wolfram- und Tantaloxid und Molybdän sowie vanadiumhaltige Stahlwerksschlacken.

Der Bereich Recycling der Treibacher Industrie AG verarbeitet verbrauchte metallhaltige Katalysatoren aus der Erdölindustrie und stellt aus diesen Reststoffen wieder hochwertige Legierungen und Zusatzstoffe für die Stahlindustrie her.

2010 erhielt die Treibacher Industrie AG den Innovationspreis für kontinuierliche Innovationsleistungen des Landes Kärnten und war auch unter den letzten sechs Nominierten für den Staatspreis für Innovation.[4]

Die Produkte werden zu beinahe 85 % im Ausland abgesetzt, vorwiegend in Europa, aber auch in Asien sowie Nord- und Südamerika.[2]

Geschichte

Der Chemiker Carl Freiherr Auer von Welsbach hatte bereits während seines Studiums mit Seltenen Erden experimentiert und nach seiner Promotion und der Rückkehr nach Wien 1885 den Glühstrumpf entwickelt – einen Glühkörper, der sowohl in Bezug auf den Verbrauch als auch Herstellungskosten einen wesentlichen Fortschritt für damals gebräuchliche Gasbeleuchtung bedeutete und wirtschaftlich ein Erfolg wurde.

Auer beschäftigte sich auch mit dem elektrischen Licht und ließ 1898 die erste brauchbare Metallfadenlampe patentieren. Im selben Jahr gründete er die Treibacher Chemischen Werke. Nach der Erfindung und Patentierung des Zündsteines, bestehend aus einer Legierung aus Cer und Eisen, nahm der Betrieb im Jahre 1903 die Produktion von Mischmetallen und Zündsteinen auf, ab 1907 wurden auch Feuerzeuge hergestellt.

Neben der noch heute unter dem Markennamen Auermetall bestehenden Produktion von Zündsteinen für Feuerzeuge gelang es Carl Auer erstmals, Seltene Erden zu trennen: Neodym, Praseodym, Ytterbium und Lutetium. Noch heute basiert ein großer Teil der Produktion bei der Treibacher Industrie AG auf Seltenen Erden. Seit 1916 werden Ferrolegierungen hergestellt. 1978 hat das Unternehmen mit dem Recyceln von metallhaltigen Materialien begonnen. 1996 wurde die Treibacher Auermet in Ravne/Slowenien gegründet. 2012 erhielt die Treibacher Industrie AG den Abfallwirtschaftspreis des Umweltministeriums "Phönix".[5] 2013 kaufte die Treibacher Industrie AG die Leuchtstoffwerk Breitungen GmbH.[6]

Ende 2015 wurde bekannt, dass Treibacher Tribotecc, einen Hersteller von Metallsulfiden, von der Albemarle Corporation übernehmen wird.[7]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Unternehmensführung
  2. 1 2 3 4 Daten und Fakten. Abgerufen am 12. Mai 2015.
  3. Eigentümer. Archiviert vom Original am 13. November 2010, abgerufen am 4. Mai 2011.
  4. Innovationspreis. Abgerufen am 4. Mai 2011 (PDF; 111 kB).
  5. Abfallwirtschaftspreis. Abgerufen am 28. Mai 2012.
  6. Geschichte. Abgerufen am 23. Juni 2014.
  7. Albemarle enters into definitive agreement to sell Tribotecc Metal Sulfides business to Treibacher, 5. November 2015