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vom 20.03.2020, aktuelle Version,

Uttenheim (Gais)

Uttenheim
Italienische Bezeichnung: Villa Ottone
Dorfweg durch Uttenheim
Staat Italien
Region Trentino-Südtirol
Provinz Südtirol (BZ)
Gemeinde Gais (Südtirol)
Koordinaten 46° 52′ N, 11° 57′ O
Höhe 840 m s.l.m.
Einwohner 1.092 (2010)
Patron Margareta von Antiochia
Kirchtag 20. Juli
Fraktionsvorsteher Günther Mittermair
Telefonvorwahl 0474 CAP 39030

Uttenheim ist eine Fraktion und Katastralgemeinde der Gemeinde Gais im Tauferer Tal in Südtirol (Italien) in der Nähe von Bruneck.

Geschichte

Der Name Uttenheim, der zwischen 993 und 1316 in den Varianten „Outenheim“, „Outanheim“, „Utenhaem“ und „Utenhaim“ vorkommt, geht laut dem Namenforscher Karl Finsterwalder auf den bajuwarischen Namen „Uota“ zurück. Eine solche „Uota“ ist als Mitglied des altbayrischen Herrscherhauses der Agilolfinger historisch bezeugt. Uttenheim ist also das seltene Beispiel eines Matronyms.

Uttenheim wird 993 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1100 sind die Edlen von Uttenheim bezeugt, die vermutlich bald auf dem wilden Felsen über dem heutigen Ort ihre Burg errichteten. Ursprünglich selbständig, scheinen sie ab 1140 als Ministerialen der mächtigen Tauferer Herren auf. 1387 starb das Geschlecht derer von Uttenheim aus. Die Herren von Taufers hatten vom Hochstift Bamberg Besitz in der Gegend von Gais verliehen bekommen. Bei der Teilung im Haus der Edlen von Taufers im Jahr 1306 wurde die Burg Uttenheim noch als gemeinsamer Besitz der Edlen von Taufers erklärt, dürfte aber dann in den alleinigen Besitz des Ulrich von Taufers übergegangen sein und damit auch die Gerichtsbarkeit über das Dorf Uttenheim.

Ulrich von Taufers hatte die Burgen Uttenheim und Neuhaus mit dem Gericht 1311 seiner Gemahlin Katharina von Görz vermacht. Von dieser kam der Besitz dann an ihre Brüder und wurde mit der görzischen Grafschaft im Pustertal vereinigt.

Während in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts Neuhaus noch der namengebende Mittelpunkt des Gerichtes ist, erscheint ab 1459 die Bezeichnung Gericht Uttenheim. Nach mehrmaligem Besitzwechsel kam das Gericht Uttenheim 1674 an die Herren und später Grafen von Troyer, die das Lehen bis zur bayerischen Herrschaft behielten. Letztere unterstellte es dem Landgericht Bruneck und verleibte es ihm 1810 vollständig ein. 1817 erhielten es die Grafen von Ferrari zusammen mit Taufers.

Das Gericht Uttenheim bestand aus den fünf Pimberchen (= Steuer- und Wirtschaftsgemeinden) Gais, Mühlbach, Uttenheim, Lanebach und Burgfrieden Uttenheim. Der Gerichtssitz befand sich seit dem Zerfall des Schlosses im 17. Jahrhundert in Gais. Seelsorglich wurde Uttenheim von Taufers aus betreut. 1811 wurde Uttenheim mit Gais zu einer Gemeinde vereinigt. 1814 wurden beide Dörfer jedoch wieder selbständige Gemeinden. 1928 wurde die Gemeinde Uttenheim der Gemeinde Gais angegliedert.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Neben der Burgruine aus dem 12. Jahrhundert und der St.-Valentins-Kapelle in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses[1] ist die von Bischof Richer von Brixen 1174 geweihte Pfarrkirche zur heiligen Margareth sehenswert, die auch eine Tafel des namentlich nicht bekannten Meisters von Uttenheim beherbergt.

Bedeutsamster Profanbau in Uttenheim ist der Ansitz Stock der Freiherren von Sternbach. Hier befindet sich auch der Großteil des Freiherrlich Sternbach’schen Archivs, das mit Vorurkunden bis 1290 zurückreicht.[2]

Bildung

In Uttenheim bestehen eine Grundschule und ein Kindergarten.

Literatur

  • Helmuth Auer, Simon Auer: Dorfbuch Uttenheim-Lanebach, Gais: Gemeinde Gais 2007.
  • Lydia Reichegger: Geschichte Uttenheims in Mittelalter und Frühneuzeit. In: Der Schlern 67 (1993), S. 471–480, 535–554.
  • Matthias Schmelzer: Uttenheim. In: Magdalena Hörmann-Weingartner (Hrsg.), Tiroler Burgenbuch. IX. Band: Pustertal. Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2003, ISBN 978-88-8266-163-2, S. 265–279.
Commons: Uttenheim  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Uttenheim. Gemeinde Gais, abgerufen am 2. August 2011.
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. Einl. S. 34.