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vom 01.12.2015, aktuelle Version,

Wahlbezirk Kärnten 10

Wahlbezirk Kärnten 10
Land Österreich-Ungarn
Kronland Kärnten
Wahlkreisnummer 10
Typ Landgemeindenwahlkreis
Region Spittal, Greifenburg, Winklern,
Obervellach, Gmünd
Anwesende Bevölkerung  41.073  (1910)
Umgangssprachen Deutsch (99,9 %), Slowenisch (0,1 %)
Wahlberechtigte 8.683  (1911)
Abgeordnete

Der Wahlbezirk Kärnten 10 war ein Wahlkreis für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im österreichischen Kronland Kärnten. Der Wahlbezirk wurde 1907 mit der Einführung der Reichsratswahlordnung geschaffen und bestand bis zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie.

Geschichte

Nachdem der Reichsrat im Herbst 1906 das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Männerwahlrecht beschlossen hatte, wurde mit 26. Jänner 1907 die große Wahlrechtsreform durch Sanktionierung von Kaiser Franz Joseph I. gültig. Mit der neuen Reichsratswahlordnung schuf man insgesamt 516 Wahlbezirke, wobei mit Ausnahme Galiziens in jedem Wahlbezirk ein Abgeordneter im Zuge der Reichsratswahl gewählt wurde. Der Abgeordnete musste sich dabei im ersten Wahlgang oder in einer Stichwahl mit absoluter Mehrheit durchsetzen. Der Wahlkreis Kärnten 10 umfasste die Gerichtsbezirke Spittal, Greifenburg, Winklern, Obervellach und Gmünd.[1]

Aus der Reichsratswahl 1907 ging aus der Stichwahl Otto Steinwender als Sieger hervor. Bei der Reichsratswahl 1911 konnte Steinwender sein Mandat in der Stichwahl verteidigen.

Wahlergebnisse

Reichsratswahl 1907

Die Reichsratswahl 1907 wurde am 14. Mai 1907 (erster Wahlgang)[2] sowie am 23. Mai 1907 (Stichwahl)[3] durchgeführt.

Erster Wahlgang

Kandidat Partei Wahlkreis-
stimmen
Stimmen-
anteil
Otto Steinwender Deutsche Volkspartei 3078 45,7 %
J. Krampl Christlichsoziale Partei 2865 42,5 %
Josef Gabriel Sozialdemokratische Arbeiterpartei 786 11,7 %
Sonstige 7 0,1 %
Wahlberechtigte: 8169, Ungültige/Leere Stimmen: 38, Wahlbeteiligung: 82,9 %

Stichwahl

Kandidat Partei Wahlkreis-
stimmen
Stimmen-
anteil
Otto Steinwender Deutsche Volkspartei 3606 96,8 %
J. Krampl Christlichsoziale Partei 120 3,2 %
Wahlberechtigte: 8169, Ungültige Stimmen: 53, Wahlbeteiligung: 46,3 %

Reichsratswahl 1911

Die Reichsratswahl 1911 wurde am 13. Juni 1911 (erster Wahlgang)[4] sowie am 20. Juni 1911 (Stichwahl)[5] durchgeführt.

Kandidat Partei Wahlkreis-
stimmen
Stimmen-
anteil
Otto Steinwender Deutsche Volkspartei 2698 48,7 %
Ebner Christlichsoziale Partei 1605 29,0 %
Biertopf Sozialdemokratische Arbeiterpartei 1223 22,1 %
Sonstige 12 0,2 %
Wahlberechtigte: 8683, Ungültige/Leere Stimmen: 47, Wahlbeteiligung: 64,3 %

Stichwahl

Kandidat Partei Wahlkreis-
stimmen
Stimmen-
anteil
Otto Steinwender Deutsche Volkspartei 3277 59,6 %
Ebner Christlichsoziale Partei 2217 40,1 %
Wahlberechtigte: 8683, Ungültige Stimmen: 40, Wahlbeteiligung: 63,7 %

Einzelnachweise

  1. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder. 1907, IX. Stück, Nr. 17: „Gesetz vom 26. Jänner 1907 betreffend die Wahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses des Reichsrates“
  2. Der gestrige Wahltag. Kärnten.. In: Deutsches Volksblatt, 15. Mai 1907, S. 3 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dvb
    Die Ergebnisse der Reichsratswahlen vom 14. Mai. In: Reichspost, 15. Mai 1907, S. 3 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/rpt
    Drahtnachrichten des "Grazer Tagblattes". Die Reichsratswahlen. Kärnten.. In: Grazer Tagblatt / Grazer Tagblatt. Organ der Deutschen Volkspartei für die Alpenländer / Neues Grazer Tagblatt / Neues Grazer Morgenblatt. Morgenausgabe des Neuen Grazer Tagblattes / Neues Grazer Abendblatt. Abendausgabe des Neuen Grazer Tagblattes, 15. Mai 1907, S. 14 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gtb
  3. Die Wahlresultate. Kärnten.. In: Deutsches Volksblatt, 24. Mai 1907, S. 3 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dvb
  4. Das Ergebnis der Reichsratswahlen in Kärnten.. In: Arbeiterwille, 18. Juni 1911, S. 10 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/awi
  5. Die Wahlen in den Kronländern. Kärnten.. In: Arbeiter-Zeitung, 21. Juni 1911, S. 6 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/aze

Literatur