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vom 16.01.2019, aktuelle Version,

Waldbahn Reichraming

Waldbahn Reichraming
Reichraming – Mairalm – Hanslgraben / Unterweißwasser
Streckenlänge: 40,7 km
Spurweite: 760 mm (Bosnische Spur)
Maximale Neigung: 32 
Minimaler Radius: 40 m
Geografische Daten
Kontinent Europa
Land Österreich
Bundesland Oberösterreich
Streckenbezogene Daten
1,8 Reichraming
0,0 Schallau
4,4 Ausweiche Weißenbach
Reichramingbach
1,2 Lager Weißenbach
5,2 Anzenstückl
Anzenbach
20,9 Unterweißwasser
Schwarzer Bach
Schwarzer Bach
18,7 Wällerhütte
Haselbach
17,5 Haselbrücke
Großer Bach (Annerlsteg)
13,2 Große Klause
12,3 Rabenbach
10,3 Wasserboden
8,0 Wilder Graben
Plaißabach
7,0 Mairalm
11,5 Vorderbrunnbach
Plaißabach
13,5 Brunnbach
15,0 Bäckerlager
Plaißabach
16,5 Hanslgraben

Die Waldbahn Reichraming diente der Erschließung der Wälder im Reichraminger Hintergebirge und hatte eine Spurweite von 760 mm.

Geschichte

Forststraße und Radweg auf der ehemaligen Waldbahntrasse
Radweg beim Schleierfall

In den Jahren 1910 bis 1912 wurde ein Projekt zur Erschließung der Wälder im Reichraminger Hintergebirge mittels einer Waldbahn erstellt. Eine Borkenkäfer-Katastrophe machte die Aufarbeitung großer Schadholzmengen notwendig, sodass man 1918 bis 1920 den ersten Abschnitt der Waldbahn vom Rechen Schallau über die Maieralm nach Brunnbach errichtete. 1922 wurde die Strecke von der Schallau bis zum Bahnhofvorplatz in Reichraming verlängert. Als 1936 die Trift am Großen Bach eingestellt wurde, kam kein Holz mehr aus dem Hintergebirge nach Reichraming, die Waldbahn sollte daher in Richtung Unterweißwasser verlängert werden. 1938 begann man mit den ersten Bauarbeiten, stellte sie aber 1942 wieder ein.

1947 nahm man die Arbeiten wieder auf und konnte sie 1951 abschließen. Dieser neue Streckenteil führte dabei aufwendig trassiert durch die Schlucht des Großen bzw. Schwarzen Baches. Dabei mussten auch 19 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 1,9 km und über 41 Brücken errichtet werden. 1951 wurde am Bahnhof Reichraming das Ladegleis auf dem Bahnhofsvorplatz durch ein erhöhtes Rampengleis an der Südseite ersetzt. Dazu war der Einbau einer Kreuzung zwischen dem ÖBB-Gleis und der Waldbahn erforderlich. Zusammen mit den Seitenstrecken, Neben- und Ausweichgleisen ergab sich eine Gesamtstreckenlänge von 40,7 km.

Die im Jahr 1971 stillgelegte Waldbahn Reichraming war eine der größten und am längsten in Betrieb stehenden Waldbahnen Österreichs. Nach deren Einstellung wurden auf den Bahntrassen Forststraßen angelegt, die heute als Hintergebirgsradweg an Wochenenden, wenn keine Holztransporte unterwegs sind, mit dem Fahrrad befahren werden dürfen.

Museales

Im Ortszentrum von Reichraming wird eine originale und restaurierte Diesellokomotive der Waldbahn gezeigt und gelegentlich auf einem kurzen Gleisstück fahrend vorgeführt. In Brunnbach befindet sich eine Rekonstruktion eines kleinen Bahnhofes der Waldbahn neben einem Infogebäude des Nationalparkes. Die Rekonstruktion enthält Gleise, eine Weiche und als Fahrzeuge einen beladenen Holzzug mit einer Dampflokomotive. Bei der Lokomotive handelt es sich allerdings nicht um eine originale Waldbahnlok. Beim abgesperrten Südportal des Annerlstegtunnels wurden als Schaustück weiters einige Meter Gleis wieder aufgebaut.

Bei Museumsbahnen und Museen sind zudem noch einige Lokomotiven erhalten.

Literatur