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vom 28.02.2017, aktuelle Version,

Wiener Stadtwerke

Wiener Stadtwerke Holding AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1999
Sitz Wien 3, Thomas-Klestil-Platz 14
Mitarbeiter rund 16.000 (Jahresdurchschnitt 2015)[1]
Umsatz 2.940,3 Mio. EUR (GB 2015)[1]
Branche Energie, Verkehr, Garagierung, Bestattung & Friedhöfe
Website www.wienerstadtwerke.at

Wiener Stadtwerke Konzernzentrale in Wien, Erdberg.

Die Wiener Stadtwerke Holding AG ist der Infrastrukturdienstleister von Stadt und Land Wien.

Die Wiener Stadtwerke Holding ist Österreichs größter kommunaler Infrastrukturdienstleister und zählt zu den 25 größten Unternehmen Österreichs. Im Jahresdurchschnitt 2015 waren konzernweit rund 16.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Geschichte

Ende des 19. Jahrhunderts lagen Energieversorgung, öffentlicher Verkehr und Bestattung in Wien bei privaten Unternehmen. Bürgermeister Karl Lueger, Exponent der christlichsozialen Partei, kommunalisierte diese Bereiche. Alle noch bestehenden Pferdebahnlinien wurden auf elektrischen Betrieb umgestellt; die Wiener Dampftramwaylinien wurden in der Folge gekauft und ebenfalls umgestellt. 1899 folgte die Inbetriebnahme des Städtischen Gaswerks in Simmering, - mit dem Anheizen einer Ofenbatterie am 28. September wurde erstmals Leuchtgas in das Rohrnetz eingeführt. Im gleichen 11. Bezirk nahm 1902 ein Dampfkraftwerk den Betrieb auf, das erstmals Strom an das Wiener Straßenbahnnetz lieferte. Bestattungen (heute Aufgabe der Bestattung und Friedhöfe Wien GmbH) wurden ab 1903 von der Städtischen Leichenbestattung der Gemeinde Wien übernommen.

Insbesondere im Jahr 1903 kam es zwischen den Städtischen Elektrizitätswerken und privaten Stromanbietern zu Auseinandersetzungen, da der Kommunalbetrieb Konkurrenzunternehmen an der Ausführung ihrer Aufträge teilweise mit Brachialgewalt hinderte, bisweilen sogar wider bestehende Gerichtsbeschlüsse.[2]

Ein Pacht- und Betriebsvertrag zwischen der Gemeinde Wien und den Österreichischen Bundesbahnen regelte ab 1924 die Elektrifizierung der Stadtbahn Wien und die Betriebsführung mit gemeindeeigenen Fahrzeugen.

1946 wurde eine gemeinsame Generaldirektion für Wiener Städtische Elektrizitätswerke, Wiener Städtische Gaswerke und Wiener Städtische Verkehrsbetriebe errichtet, die 1955–2010 im damals neu errichteten Ringturm zu finden war. Durch die Zusammenfassung der drei städtischen Unternehmen Elektrizitätswerke, Gaswerke und Verkehrsbetriebe erfolgte zum 1. Jänner 1949 die Gründung der Wiener Stadtwerke. 1953 wurde auch die Städtische Bestattung eingegliedert.

Der Startschuss für den U-Bahn-Bau fiel am 26. Jänner 1968. Bereits ein Jahr später begannen die Bauarbeiten am Karlsplatz. Nach einer Bauzeit von 13 Jahren war 1982 das Grundnetz der Wiener Linien, bestehend aus Strecken mit 32 Kilometer Länge und den Linien U1, U2 und U4, fertiggestellt. Mitte der 1980er Jahre wurde aus der Gürtellinie der Stadtbahn die Linie U6.

Die Heizbetriebe Wien wurden 1969 gegründet mit dem Auftrag, die Fernwärmeversorgung aufzubauen, neue städtische Wohnhausanlagen mit umweltfreundlicher Heizenergie zu versorgen sowie das Fernheizwerk Spittelau zu betreiben. 14 Jahre später wurden sie - inzwischen umbenannt in Fernwärme Wien (heute Wien Energie Fernwärme) - Unternehmen der Wiener Stadtwerke. Die Wiener Stadtwerke und die Heizbetriebe Wien gründeten 1985 eine gemeinsame Energieberatung mit dem Ziel einer umfassenden und kompetenten Kundenbetreuung in allen Energiefragen. Heute präsentiert sich der gemeinsame Auftritt der Energieversorgungsunternehmen unter dem Namen Wien Energie nach wie vor als kundenorientierter Dienstleistungsbereich.

Wegen der Umstellung auf Erdgas mussten 1970–1978 bei mehr als 750.000 Abnehmern rund 1,5 Millionen Gasgeräte umgestellt und angepasst werden. 1986 eröffnete das heutige Verkehrsmuseum Remise als Straßenbahnmuseum, das heute mit 90 historischen Originalfahrzeugen als größtes Straßenbahnmuseum der Welt gilt.

1999 wurden die Wiener Stadtwerke aus der Gemeindeverwaltung, dem Magistrat, ausgegliedert. In den folgenden Jahren wurden ihre Geschäftsfelder liberalisiert (1999–2003: Strommarkt-Liberalisierung, 2000: Gasmarkt-Liberalisierung, 2002: Marktöffnung bei der Bestattung). 2007 folgte die Eröffnung der Wien Energie Gasnetz-Direktion Simmering.

Die Konzernzentrale der Wiener Stadtwerke befindet sich seit 2010 im TownTown genannten Areal in Erdberg (3. Bezirk). Im Jahr 2010 erfolgte außerdem die Umstrukturierung des Konzernbereichs Bestattung und Friedhöfe und das Dach der B & F Wien – Bestattung und Friedhöfe Wien GmbH.

2011 wurde der Energiebereich der Wiener Stadtwerke neu organisiert und in einen regulierten Bereich (Gas- und Stromnetz) und einen Wettbewerbsbereich (Fernwärme, Vertrieb, Energiekomfort) unterteilt. Weiters wurde später im Jahr 2013 Wien Energie mit integrierter Fernwärme als zentrales Wettbewerbsunternehmen weiter geführt und die neue Gesellschaft „Wiener Netze“ zuständig für Netze von Strom, Erdgas, Fernwärme und Telekommunikation geschaffen.

Aufbau und Organisation

Der Konzern ist im Eigentum der Stadt Wien. Eigentümervertreterin ist Ulrike Sima, amtsführende Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke.

Management

Vorstand:[3]

  • Generaldirektor Martin Krajcsir (Geschäftsbereich: Finanzen und Beteiligungen, Immobilienangelegenheiten, Compliance, Konzernstrategie, Kommunikation, Revision und Compliance, Bestattung und Friedhöfe)
  • Vorstandsdirektorin Gabriele Domschitz (Geschäftsbereich: Mobilität, Recht und Vergabewesen, FTI & Smart City, Nachhaltigkeit)
  • Vorstandsdirektor Peter Weinelt (Geschäftsbereich: Energie, Netze, Europäische Energieangelegenheiten, Personal und IT)

Aufsichtsrat:[4]

  • Vorsitzender des Aufsichtsrats:
  • 1. Stellvertreter des Vorsitzenden des Aufsichtsrats:
    • Finanzdirektor Dietmar Griebler, Stadt Wien
  • 2. Stellvertreterin des Vorsitzenden des Aufsichtsrats:
  • Mitglieder des Aufsichtsrats:

Unternehmen

Zum Konzern gehören die Unternehmen:[5]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Geschäftsbericht 2015 S.3: http://www.wienerstadtwerke.at/eportal3/ep/programView.do/pageTypeId/71283/programId/72770/channelId/-49476 abgerufen am 18. Jänner 2017
  2. Der Kampf der Kommune Wien gegen die privaten Elektrizitätsgesellschaften. Mit einer photographischen Aufnahme. In: Wiener Bilder, Nr. 20/1903 (VIII. Jahrgang), 13. Mai 1903, S. 6, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrb.
  3. Mitglieder des Vorstands: http://www.wienerstadtwerke.at/eportal3/ep/channelView.do/pageTypeId/71283/channelId/-51139 abgerufen am 28. Februar 2017
  4. Mitglieder des Aufsichtsrats: http://www.wienerstadtwerke.at/eportal3/ep/channelView.do/pageTypeId/71283/channelId/-51140 abgerufen am 18. Jänner 2017
  5. Konzernbereichte der Wiener Stadtwerke: http://www.wienerstadtwerke.at/eportal3/ep/channelView.do/pageTypeId/71283/channelId/-51226 abgerufen am 18. Jänner 2017