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Welser-Möst, Franz#

* 16. 8. 1960, Linz (Oberösterreich)


Dirigent

Franz Welser-Möst
Franz Welser-Möst. Foto, 1990
© Öst. Bundestheaterverband, Wien (heute Bundestheater-Holding Ges.m.b.H., Wien), für AEIOU

Franz Welser-Möst wurde am 16. August 1960 als Franz Leopold Maria Möst in Linz geboren (seit 1985 führt er als Hommage im Künstlernamen den Namen der Stadt Wels).


Schon früh zeigte sich seine Musikalität, und auch der Gründer des Linzer Musikgymnasiums, der Komponist Balduin Sulzer, erkannte seine außergewöhnliche Begabung.

Seine musikalische Grundausbildung begann mit Chorgesang, Kompositionsunterricht durch Balduin Sulzer, erstem Dirigieren des Schulorchesters und Violineunterricht, später studierte er Komposition und Geige. 1978 erlitt er bei einem schweren Autounfall komplizierte Wirbelbrüche, musste seine Karriere als Geiger frühzeitig beenden und wandte sich dem Dirigieren zu.


Das erste Orchester, mit dem er seine musikalischen Erfahrungen als Leiter sammelte, war das Schülerorchester des Musikgymnasiums. Aus diesem entstand in der Folge das Jeunesse-Orchester, das der junge Dirigent bis 1985 erfolgreich leitete.

1985 debütierte er bei den Salzburger Festspielen als Leiter des Mozarteum–Orchesters, wurde Ständiger Leiter des Norköpping Symphony Orchestra in Schweden und 1987 Chefdirigent des Collegium Musicum von Winterthur. Gastdirigate führten ihn in der Folge mit den großen Orchestern in alle Welt: Wien, Berlin, München, New York, Los Angeles, Toronto, Boston und Cleveland.

Von 1990 bis 1996 war er Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra, mit zahlreichen Tourneen (Salzburg, Japan, Mexiko, Südafrika). Von 1995 bis 2002 war Franz Welser-Möst Musikdirektor und von 2005 bis 2008 Generalmusikdirektor der Züricher Oper: hier dirigierte er mehr als fünfzig Premieren, von denen zahlreiche auf DVD erschienen sind.

Seit 1998 wurde und wird er wiederholt von den Wiener Philharmonikern verpflichtet. So begeisterte er im Juni 2010 mit ihnen gemeinsam beim Sommernachtskonzert Schönbrunn, stand im Jänner 2011 und im Jänner 2013 an ihrem Pult und dirigierte das traditionelle Neujahrskonzert.

Seit 2002 ist er Chefdirigent des Cleveland Orchestra - einem der traditionsreichsten Orchester Amerikas – mit Vertrag bis 2018.

2010 wurde er Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper mit Dominique Meyer als Operndirektor; im September 2014 legte dieses Amt sowie alle geplanten Dirigate am Haus mit sofortiger Wirkung zurück (auf Grund von Auffassungsunterschiede in künstlerischen Belangen).

Franz Welser-Möst ist verheiratet und lebt mit seiner Frau vier Monate im Jahr in den USA (Cleveland); die übrige Zeit pendelt er u.a. zwischen Liechtenstein und dem Attersee.


1995 erhielt Franz Welser-Möst für seine Arbeit am Institut Hartheim, einem Behindertenheim in Linz, und seinen persönlichen Einsatz und seine Hilfe für behinderte Menschen den Outstanding Achievement Award vom Western Law Center in Los Angeles.

Franz Welser-Möst hat einen Exklusiv-Vertrag bei der EMI. Unter seinen zahlreichen Aufnahmen sind Sinfonien von Bruckner, Schumann, Beethoven und Korngold, Bruckners f-moll-Messe und das Te Deum. Seine Aufnahme mit Schmidts Sinfonie Nr. 4 wurde 1996 mit dem Gramophone Award für die Beste Orchestereinspielung ausgezeichnet und die CD "Das Buch mit sieben Siegeln" erhielt 1998 den Japanischen Akademiepreis in der Kategorie Vokalmusik.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Outstanding Achievement Award des Western Law Center in Los Angeles, 1995
  • Gramophone Award, 1996
  • Japanese Record Academy Award, 1998
  • Wolfgang - Amadeus - Mozart- Preis der Goethe-Stiftung Basel, 1999
  • Ehrendoktorat der Case Western Reserve University, Cleveland, 2003
  • Dirigent des Jahres 2003 (Musical America)
  • Ehrenmitglied des Wiener Singvereins
  • Silbermedaille des Bundeslandes Oberösterreich
  • Medal of Honor der Bruckner Society of America, 2011
  • Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, 2012
  • Goldener Mozartring der Mozartgemeinde Wien, 2013
  • Ehrenring des Linzer Brucknerhauses, 2014

Weiterführendes#

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl