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Felberbauer Franz: Panzerfahrzeuge des Österreichischen Heeres#

Felberbauer Franz: Panzerfahrzeuge des Österreichischen Heeres / seit 1904, Motorbuch Verlag, 2018, Rezension von Krusche Martin

Felberbauer Franz: Panzerfahrzeuge des Österreichischen Heeres
Felberbauer Franz: Panzerfahrzeuge des Österreichischen Heeres

Kaiser Franz Josef hatte für die Motorisierung der österreichischen Streitkräfte wenig übrig. Ihm lag an der Kavallerie, die dann quasi mit ihm unterging, als ein umfassend mechanisierter Krieg die Welt veränderte. Aristokraten und Herrscher sahen sich gerne hoch zu Roß. Der Kavalier, der Chevallier, der Cavaliere, das sind vor allem einmal berittene Herren gewesen.

Dabei hat die Panzerwaffe in Österreich einen ihrer historischen Ursprünge. Der Radpanzer von Austro-Daimler ist zugleich eines der ersten Allradfahrzeuge unserer Automobilgeschichte. Aber der Monarch lehnte ab.

Burstyns Motorgeschütz oder die Panzerwagen Romfell und Junovicz werden vermutlich nur den Enthusiasten geläufig sein. Den rundgelutschen Panzerwagen von Skoda kann man dann allerdings in manchen Dokumentarfilmen entdecken. Seine Form ist auffallend.

Im Jahr 1935 beginnt eine ganz andere Ära. Die Austro-Daimler Puch AG bringt den wuchtigen Geländezugwagen heraus. Dieser ADGZ wird quasi zum Leitfossil österreichischer Allrad-Kompetenz, wie sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg an einigen markanten Beispielen zeigt, etwa im Radpanzer Pandur. (Der ADGZ ist heute auch bei den Modellbauern gut vertreten, sei es in Papier oder Kunststoff.)

Um einen Überblick zu bekommen, was in Österreich an motorisierten Verbänden formiert war und welche gepanzerten Fahrzeuge dabei vorkamen, muß man heute schon in Antiquariaten stöbern, um etwa die detaillierten, aber teuren Bücher von Rolf M. Urrisk oder andere, ebenso kostspielige Fachbücher zu erhalten.

Jemand wie ich wird solche Investitionen nicht scheuen, doch es ist neuerdings auch ein sehr preiswerter Zwischenschritt möglich. Im Jahr 2018 erschein ein weiterer Typenkompass im Motorbuch Verlag. (Aus dieser Reihe habe ich schon etliche Bändchen zuhause.) Nun also „Panzerfahrzeuge des Österreichischen Heeres seit 1904“ von Franz Felberbauer, womit auch im Titel die Zeit markiert ist, zu welcher der Austro-Daimler Radpanzer von seiner Majestät in die Wüste geschickte wurde.

Im Großen Krieg kamen vor allem Beutfahrzeuge zum Zug. In der Ersten Republik durften Österreichs erfahrene Automobilproduzenten zeigen, wozu sie in der Lage sind. Unter Hitler wurde das alles einem größeren System untergeordnet. So kam etwa der Panzerkampfwagen IV in vielen Einheiten aus St. Valentin, wo heute Traktoren gebaut werden. Die höchsten Stückzahlen eines Vehikels erreichte in Steyr der kuriose RSO, der Raupenschlepper Ost, von dem man die Alpen-Version im Heeresgeschichtlichen Museum Wien sehen kann.

In der Zweiten Republik durfte anfangs keine Armee aufgebaut werden. Die ersatzweise B-Gendarmerie war teilweise mit Fahrzeugen der Beatzungsmächte ausgestattet. So etwa mit dem amerikanischen Panzerspähwagen M8 (Greyhound), der allerdings unbewaffnet bleiben mußte.

Doch ab den 1960er Jahren änderte sich das. Die Steyr-Daimler-Puch AG profilierte sich auch auf diesem Sektor, so zum Beispiel erst einmal mit jenem Schützenpanzer, der als Saurer Lizenzprodukt gebaut wurde. Kürassier, Ulan, der schon erwähnte Pandur… es ist originell, wie die Kavallerie in etlichen Fahrzeugnamen präsent blieb.

Die rund hundert Seiten von Felberbauer helfen bei der Orientierung und bei der Entscheidung, ob man es genauer wissen möchte, also die Suche nach größeren Publikationen beginnen sollte. Für einen ersten und passablen Eindruck erscheinen sie mir völlig hinreichend.