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Forschung#

Die Internet-Enzyklopädie "Austria-Forum" (austria-forum.org )#

Hermann Maurer, TU Graz, hmaurer@iicm.edu;
Peter Diem, Wien, peter.diem@aon.at

Graz/Wien, Dezember 2010


Eine international einmalige Initiative für Österreich [1]


Management Summary

1. Ziel: Das Austria-Forum ist eine Sammlung von Beiträgen zu allen wichtigen „Austriaca“, d.h. zu allen Dingen, Personen und Ereignissen, die einen Zusammenhang mit Österreich oder Österreichern haben. Die Beiträge sind qualitätsgeprüft und auf Dauer angelegt, d.h. tagesaktuelle Ereignisse werden bewusst ausgeklammert. Qualitätsgeprüfte Beiträge sind zitierbar wie gedruckte Publikationen: sie haben eine identifizierbare Quelle und ändern sich zeitlich nicht.

2. Zielgruppe: Lehrer, Schüler, Studenten, Journalisten, Publizisten, Politiker, die gesamte interessierte nationale und internationale Öffentlichkeit. Das Austria-Forum ist nach außen ein Vorzeigeobjekt über Österreich, nach innen ein digitales Universallexikon mit einem Umfang, der tausenden gedruckten Bänden entspricht.

3. Alleinstellung: Das Austria-Forum ist kein Portal, das heterogene Bestände verbindet, sondern ein einheitlicher Zugang zu verschiedensten Informationen und Informationstypen mit neuartigen Methoden. Das Austria-Forum ist nicht nur eine Sammlung von Dokumenten, sondern auch eine in vieler Hinsicht wissenschaftliche Neuentwicklung und fortlaufende Herausforderung. Ohne permanente Neuentwicklungen ist eine Sammlung des geplanten Umfangs und der geplanten Homogenität unmöglich.

4. Ausgangslage: Das Austria-Forum baut auf den Datenbeständen mehrerer Österreichlexika auf, die auch aus verschiedenen Perioden stammen und daher eine Zeitreise gestatten. Beispiel: Der aktuelle Eintrag "Obdach" zeigt auf einen Beitrag über Obdach aus dem Jahr 1897. Solche "Zeitreisen" werden durch das Einbringen von Großlexika aus den Jahren um 1890, um 1915 und 1966 noch 2011 ergänzt, weitere werden folgen. Dazu kommt eine Vielzahl von Speziallexika. Dies ist durch Einbindung von Archiven, Museen, Verlagen und anderen Informationsportalen, aber vor allem auch durch eine großen Anzahl ehrenamtlicher Editoren (alle Fachleute in ihren Gebieten) möglich. Nur durch diese Speziallexika ist eine tiefe Abdeckung, aber auch eine gezielte Suche möglich. Das Austria-Forum baut in wissenschaftlicher Hinsicht auf dem Know-How einer Gruppe von Informatikern und Medienwissenschaftlern auf, die international anerkannt ist. Die Gesamtleitung liegt beim Vorsitzenden der Sektion Informatik der Academia Europaea - einer der am besten ausgewiesenen wissenschaftlichen Organisationen Europas. Das Austria-Forum startet 2011 mit ca. 170.000 Objekten und mit arbeitsfähiger Software und hat Anfang 2013 400.000 Objekte überschritten.

5. Zeitrahmen: Der Grundaufbau des Austria-Forums wird Mitte 2014 abgeschlossen sein. Die inhaltliche Wartung darüber hinaus ist mit mäßigen Mitteln gesichert, weil sich große Bestände im Austria-Forum (Brauchtum, Pflanzen, Tiere, Gebäude, Geschichte, usw.) zeitlich nur wenig ändern.

Im Folgenden wird auf diese fünf Punkte ausführlich eingegangen. #

1. Ziel: Das Austria-Forum ist eine Sammlung von Beiträgen zu allen wichtigen "Austriaca" d.h. zu allen Dingen, Personen und Ereignissen, die einen Zusammenhang mit Österreich oder Österreichern haben. Die Beiträge sind qualitätsgeprüft und auf Dauer angelegt, d.h. tagesaktuelle Ereignisse werden bewusst ausgeklammert. Qualitätsgeprüfte Beiträge sind zitierbar wie gedruckte Publikationen: sie haben eine identifizierbare Quelle und ändern sich zeitlich nicht.

Es gibt zurzeit bereits eine Unzahl elektronischer Lexika oder anderer Nachschlagwerke. Selbst jede Suchmaschine ist im Prinzip ein solches Nachschlagwerk. Das Problem dabei ist jedoch, dass man meist nicht feststellen kann, wie verlässlich eine gefundene Information ist. Es sei hier nur ein Beispiel aus den bekanntesten Hilfswerkzeugen angeführt, um die Problematik zu zeigen. (Google/Wikipedia). Man findet z.B. bei der Siedetemperatur von Radium auf derselben Suchergebnisseite die Angabe 1900 Kelvin (das sind 1.627 Grad Celsius) und 1.140 Grad Celsius (siehe Abb.1).


AF-Forschung_Abb_1.jpg
Abbildung 1

Die meisten Nachschlagwerke sind ferner unspezifisch, was verschiedene Länder angeht. Eine Erkundigung z.B. nach "Parlament" bringt daher meist eine generische Zusammenstellung mit (wenn man Glück hat) einigen Beispielen oder nicht mehr überschaubar vielen Verweisen.

Das Austria-Forum versucht, beide Probleme in den Griff zu kriegen. Es ist auf Österreich bezogen, wodurch viele Fragen konkreter werden. Freilich gibt es auch hier Grauzonen, die man nicht verschweigen sollte. Was meint man mit Österreich? Das heutige oder das k. u. k. Österreich mit den Kronländern, oder welches andere geographische oder politische Konstrukt? Hier ist das Austria-Forum "großzügig". Es wird Karl Renner, der in der heutigen Tschechischen Republik geboren wurde, genau so als Österreicher gezählt, wie Carl Djerrassi, wenn dieser auch mit seiner Familie 1938 nach Amerika floh, und erst seit 2004 wieder österreichischer Staatsbürger ist, oder wie ein Nikola Tesla, den heute die Slowenen und Kroaten für sich beanspruchen (beide in Frage kommenden Orte waren irgendwann Teile der Monarchie), und der zudem in Graz studierte. Aber seine großen Erfindungen machte er erst in den USA.

Das zweite und noch wichtigere Problem ist die Garantie einer gewissen Qualität. Dies wird im Austria-Forum durch mehrere Maßnahmen versucht. So werden viele Datenbestände aus einem an sich schon qualitätsgeprüften Archiv übernommen, wie etwa die österreichischen Briefmarken und Münzen und deren Beschreibung seit 1945, oder wie die Neuauflage eine Botanikbuches, eines Bildbandes, einer approbierten Dissertation, der Nachlass eines Künstlers, das letzte Österreichlexikon, usw. Solche Daten haben einen gewissen, der gebildeten Öffentlichkeit bekannten Qualitätsgrad: die Beschreibungen von Marken bzw. Münzen wurden von den zuständigen staatlichen Stellen sorgfältig recherchiert. Freilich ist auch das keine 100% Verlässlichkeitsgarantie: auch sie stammen z. T. nur aus der Hand von Halbexperten oder Journalisten. Aber selbst wenn sie aus der Feder eines Experten stammten, würde das ja die Neutralität und Richtigkeit nicht garantieren. Abgesehen von allen anderen Aspekten gibt es sehr oft keine unanfechtbare Wahrheit. Bei der Neuauflage eines Bildbandes hängt die Qualität von der Qualität des ursprünglichen Buches ab, und wie sehr sich dort beschriebenen Fakten bis heute verändert haben und weiter verändern werden. Ähnliches gilt natürlich auch beim Österreichlexikon 1996 bzw. 2002: es wurde von einer großen Zahl hochrangiger Experten verfasst, ist trotzdem wie kein Werk fehlerfrei und manche Beiträge sind veraltet. In diesem Fall versucht der große und wachsende Herausgeberstab des Austria-Forums die notwendigen Korrekturen und Ergänzungen vorzunehmen, bzw. festzuhalten, dass die abgerufenen Information auf dem Stand eines bestimmten Jahres sind.

Zudem gilt vor allem: es gibt meist keine objektive Wahrheit, sondern oft verschiedene Ansichten zum selben Thema. Das Austria-Forum will in solchen Fällen nicht einen faulen Kompromiss schließen, sondern mehrere Personen (Identität bekannt) zu Wort kommen lassen.


Der angestrebte Idealfall für Beiträge des Austria-Forums lässt sich am besten so beschreiben:

(a) Beiträge kommen aus einer allgemein anerkannten verlässlichen Quelle, und sind entweder datiert, oder ein oder mehrere Herausgeber übernehmen die Verantwortung, dass notwenige Änderungen vorgenommen wurden. Dabei muss hervorgehoben werden, dass das Austria-Forum sich nicht mit tagesaktuellem Wissen beschäftigt, und daher die Aktualisierung nicht den Stellenwert hat, den sie sonst haben würde. Freilich wird man von z.B. der Liste der österreichischen Nobelpreisträger erwarten können, dass dort nicht steht „Stand 1992“, sondern eine einigermaßen aktuelle Version vorliegt. Aber andererseits ist es auch klar, dass Flora, Fauna, Mineralien, Gebäude einer bestimmten Stilepoche, viele geographische oder geschichtliche Informationen, usw. genau so selten zu überarbeiten sein werden, wie die Lebensläufe schon bereits verstorbener berühmter ÖsterreicherInnen. Zudem geht es beim Austria Forum nicht um Aktualität, sondern um Datierung: es ist durchaus erwünscht dass es mehrere Berichte über eine Stadt, einen Berg, eine Einrichtung gibt die aus verschiedenen Jahren stammen.

(b) Wo notwendig, wird die Aktualität über zwei Wege sichergestellt: einerseits durch ehrenamtliche „Editoren“ (Mitherausgeber) eines wachsenden Editorialteams (Mitte 2010 sind es 70 Personen; die Zahl soll bis Mitte 2013 auf ca. 300 wachsen), die sich auf gewisse Gebiete konzentrieren. Zweitens durch ein Abkommen mit der APA, das dem Austria-Forum relevante neue Daten (über die Verleihung von Preisen, die Neubesetzung wichtiger neuer Positionen, Todesfälle, etc.) zur Verfügung stellt. Um diese beiden Wege entsprechend effizient zu verwenden, sind neue Techniken in Vorbereitung, auf die in Abschnitt 3 (Forschung und forschungsnahe Entwicklung) genauer eingegangen wird.

(c) Spezialisten erstellen für das Austria-Forum eigene Sammelwerke. Die beiden ersten überzeugenden Beispiele sind das ABC der Volkskunde von Dr. Helga-Maria Wolf (eine anerkannten Fachfrau im Bereich Volkskunde) und das Lexikon österreichischer Symbole von Dr. Peter Diem, der auf diesem Bereich durch seine Arbeiten und früheren Publikationen als Experte ausgewiesen ist.

(d) Andere Personen sind herzlich eingeladen, eigene Lexika oder Teile davon zu erstellen (etwa Novak über österreichische Orchideen, oder Lödl über österreichische Schmetterlinge): in all diesen Fällen ist nicht nur der Autor, sondern auch sein Lebenslauf im Austria-Forum ausgewiesen, so dass man sich jederzeit überzeugen kann, dass z.B. Lödl Hofrat am Naturhistorischen Museum in Wien ist, und dort für die zweite zoologische Abteilung zuständig ist, deren Spezialität u.a. Schmetterlinge sind. Es ist dieses Prinzip, die Autoren auszuweisen und Informationen über die Autoren zur Verfügung zu stellen, die es Benutzern erlaubt, sich selbst eine Meinung über die Verlässlichkeit von Informationen zu bilden. Daneben erlaubt das Austria-Forum die Mitarbeit der „Community“ in vielfacher Hinsicht. An dieser Stelle sei nur erwähnt, dass jeder Leser überall Kommentare anbringen kann, die Verfasser des ursprünglichen Dokuments berücksichtigen können oder nicht. Dazu kommt, dass Autoren einen Beitrag nach einer gewissen Zeit (während der vielleicht Kommentare eingehen, die zu einer Verbesserung der Beiträge führen) „einfrieren“ können: solche Beiträge können dann von niemandem mehr verändert werden. Sie haben damit einen bestimmten Publikationszeitpunkt und einen oder mehrere bekannte (auch kontaktierbare) Autoren: solche Beiträge sind dann daher wissenschaftlich zitierbar, wie jede gedruckte Publikation in z.B. einem Tagungsband. Hier ist noch auf zwei wichtige Aspekte hinzuweisen: wurde ein Beitrag vom Autorenteam X z.B. im Jahre 2010 „eingefroren“, so bleibt dieser „für alle Zeiten“ unverändert mit der selben URL bestehen (d.h. Links von Beiträge auch von anderen Webservern führen immer zu diesem Beitrag), aber das Autorenteam X kann einen neuen Beitrag z.B. im Jahre 2013 verfassen: Bei der Suche werden beide Beiträge angezeigt, vom alten auf den neuen zeigt ein Link, und umgehrt. Übrigens kann auch ein anderes Autorenteam zum selben Thema einen Beitrag erstellen, der eben dann bei der Suche auch gelistet wird. Es wird also im Austria-Forum nicht versucht einen „windschiefen“ Kompromiss von Ansichten zu einem Thema zu ermitteln, sondern das selbe Thema kann von verschiedenen Seiten beleuchtet werden, nur ist bei jedem Beitrag die Autorenschaft ausgewiesen, d.h. Benutzer wissen, dass die Darstellungen in einer gewissen Weise gefärbt sein können. Auch hierzu sei ein Beispiel erlaubt: die Abstimmung gegen Zwentendorf vor über 20 Jahren war, wie wir alle wissen, knapp. Wir hoffen, dass bei Themen wie Kernenergie (es ist in diesem Fall noch nicht geschehen) beide Seiten zu Wort kommen und man als Leser sich dann entsprechend informiert entscheiden kann.

(e) Im Idealfall sollten Beiträge von weniger bekannten AutorInnen von 2-3 Herausgebern, die im gegenständlichen Bereich firm sind, begutachtet werden, und bei positiver Begutachtung eingefroren werden, um wie eine Publikation in einer wissenschaftlichen Arbeit zitierbar zu werden. Dieses Idealziel ist noch nicht erreicht und muss durch neue Techniken (siehe Abschnitt 3) gefördert werden. Es ist erst ab einer gewissen Größe der Herausgeberschaft realistisch. Dieser Weg wird zurzeit durch die oben angeführten Massanahmen ersetzt und auch weiterhin ergänzt werden.

(f) Das Austria-Forum hat einen eigenen Bereich für „Essays“, wo längere Berichte, von namentlich ausgeiwesenen Autoren oder Werken zu finden sind. In einem früher üblichen Lexikon hatte jeder Beitrag „je nach Bedeutung des Themas“ eine gewisse Silbenzahl zu haben. Dieses Prinzip (hauptsächlich durch die Technik des Drucks, aber auch um persönliche Eitelkeiten nicht zu verletzen) gilt im Austria-Forum nicht. Zudem steht es Organisationen, Firmen und Personen frei, sich werbefrei (es entscheidet der Hauptherausgeberstab, was dies fallweise bedeutet) darzustellen oder darstellen zu lassen, entweder im Bereich Essays, im Bereich Geschichte von Institutionen oder im Bereich Community.

(g) Das Austria-Forum wird durch eine wachselnden Sammlung blätterbarer Bücher ergänzt, wobei Links von "normalen" Seiten des Austria-Forums auf Buchseiten und umgekehrt möglich sind.

(h) Der Bereich Community ist jener Bereich, bei dem die Verlässlichkeit von Informationen vom Herausgeberteam nicht „garantiert“ wird, sondern wo nur die Kommentare anderer Teilnehmer zu Änderungen führen, bzw. gewisse Behauptungen relativieren. Die Grenze zwischen „Essay“ und „Beitrag im Community-Bereich“ ist nicht klar gezogen: Personen, die in der Öffentlichkeit bis dato nicht aufgetreten sind und die sich nicht der Prüfung ihrer Qualifikationen unterziehen wollten (die für die Aufnahme ins Herausgebergremium notwendig ist), oder überhaupt nur unter einem Pseudonym auftreten wollen, schreiben im Community-Bereich, wo es sogar einen eigenen Bereich für Essays der Community gibt. Aber auch andere Personen können dort schreiben, etwa wenn jemand eine Autobiographie hineinstellen will, die auch sehr persönlich gefärbt sein mag… wie das z.B. Hermann Maurer mit einer Ausarbeitung machte, die er anlässlich einer Präsentation an der TU Graz zusammenstellen musste.

Es sei abschließend bemerkt, dass sich eine völlig freie Beitragskultur, wie sie anfangs bei Wikipedia existierte, nicht bewährt hat. Andererseits ist ein gerüttelt Maß an Freiheit für die Community (etwa bei Kommentaren oder beim Verfassen neuer Beiträge) sicher unumgänglich, um eine Community zu aktivieren. Freilich sind dafür auch andere Maßnahmen (wie Diskussionsforen, Einbindung von Schulen, Schulkassen und Vereinen) denkbar, auf die wir im Abschnitt 3 zurückkehren.


2. Zielgruppe: Lehrer, Schüler, Studenten, Journalisten, Publizisten, Politiker, die gesamte interessierte nationale und internationale Öffentlichkeit. Das Austria-Forum ist nach außen ein Vorzeigeobjekt über Österreich, nach innen ein digitales Universallexikon mit einem Umfang, der tausenden gedruckten Bänden entspricht.


Das Austria-Forum wurde im Laufe des Jahres 2010 über das sogenannte LDAP Protokoll in das System der Bildungsserver eingebunden. D.h. Lehrer und Schüler haben über den Zugang zu den Bildungsservern auch Zugang zum Austria-Forum. Obwohl das Austria-Forum anonym gelesen werden kann, können nur identifizierte Nutzer Kommentare oder eigene Beiträge schreiben, oder vorhandene Dokumente zu einer Folge oder in anderer Weise verbinden.
Seit 2013 wir in einem Proejtk "Sparklign Science" die Kooperation mit Schulen stark vertieft, indem SchülerInnen, bevor sie zu einem Thema schreiben dieses grünlich recherchieren: damit sollt das "Copy/Paste Syndrom", wo aus einer mit einer Suchmaschine gefunden Quelle Textstücke zusamemn kopiert erden bekämpft werden.

Natürlich ist das Austria-Forum als österreichisches und zitierbares Nachschlagwerk für Lehrer und Schüler an sich interessant, aber die Tatsache, dass alle identifizierten Benutzer ihren eigenen Bereich haben, bedeutet, dass sie dort in verschiedenster Weise für sie interessante Informationen zusammenstellen können: etwa Schüler eine Folge von Bildern, Lehrer eine alphabetische Liste von Schülerbeiträgen, wobei diese gegebenenfalls nicht nur über Jahre hinweg bestehen bleiben, sondern auch von Eltern eingesehen werden oder über Schulgrenzen hinweg verglichen werden können, usw. Aber, und das ist ganz wichtig, jeder „Autor“ kann definieren, wer Zugang zu den zusammengestellten Informationen hat, ja wer bei der Zusammenstellung von Informationen mitarbeiten darf. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Drei Beispiele sollen genügen, um die Flexibilität der Mechanismen des Austria-Forums zu zeigen, wie sie zum Großteil bereits existieren bzw. deren Implementierung geplant ist.

Beispiel 1: Ein Lehrer verteilt unter 24 Schülern 6 Themen. Je vier Schüler bekommen das gleiche Thema und erstellen mit Hilfe von im Austria-Forum oder sonst wo gefundenen Bildern und Informationen einen multimedialen Bericht, wobei nur die jeweiligen Schüler (und der Lehrer) zunächst Zugriff auf das bereits Erstellte haben. Nach Fertigstellung erhalten alle vier Schüler Lesezugang zu den drei anderen Beiträgen und sollen diese kommentieren, wobei solche Kommentare und die Anmerkungen des Lehrers von den ursprünglichen Verfassern berücksichtigt werden. Zu guter letzt werden die geeigneten Beiträge einer gewissen Öffentlichkeit [2] zugänglich gemacht, etwa der Klasse, den Eltern der Schüler, der Allgemeinheit ... das wird von Fall zu Fall verschieden sein.

Beispiel 2: Eine Klasse fährt auf Schullandwoche. Alle SchülerInnen haben heute entweder eine Digitalkamera oder ein Handy, und können also Bilder aufnehmen. Die so erstellen Bilder werden in einen „Pool“ von Bildern in as Austria-Forum gestellt. Nun wird in Zusammenarbeit ein schöner ausführlicher Bericht erstellt. Eine solche Zusammenarbeit (deren Resultate zunächst niemand sieht außer den Mitgliedern der Gruppe und einigen Lehrern) ist im Austria-Forum darum möglich, weil man jederzeit zu früheren Versionen zurückkehren kann, wenn jemand eine Entscheidung getroffen hat die von den Lehrern oder der Mehrheit nicht gebilligt wird. Ja es ist sogar möglich, „Verzweigungen“ einzurichten: Ab einem gewissen Stand gibt es zwei oder mehrere Varianten, die von verschiedenen Personen weiterbearbeitet werden. Das Resultat mag auch für die Eltern der betroffenen Schüler so interessant sein, dass sie die eine oder andere Präsentation als "Fotobuch" produzieren lassen, um es auf diese Weise unabhängig von Computern jederzeit verfügbar zu haben. Dazu sind spezielle Werkzeuge notwenig, wie sie etwa im Anhang 1 geschildert werden.

Das Austria-Forum ist, wie das erwähnte Beispiel zeigt, ein Hilfsmittel, kooperatives Arbeiten aktiv zu lernen, lässt aber Minderheiten oder einzelnen ihre Freiheit (wenn sich diese die Arbeit antun wollen, eine „Verzweigung“ einzurichten).

Beispiel 3: Personen können ihre Bereiche auch dazu verwenden, allein oder mit anderen gemeinsam beliebige Informationen zusammeln, als Art privates Notizbuch, oder als Notizbuch, das man bewusst nur mit seinen besten Freunden führt. Lehrer können dies auch dazu verwenden, um am Server Materialien zu erstellen, die sie selbst auch in Unterrichtsstunden verwenden, oder interessierten Kollegen zur Verfügung stellen.

Dabei können sich Schüler und Lehrer auf Wunsch auch beim Austria-Forum unter einem Pseudonym anmelden. Obwohl das Austria-Forum eine gültige E-Mail Adresse von jedem Teilnehmer (auf Grund der Anmeldung kennt) wird diese E-Mail nur auf Wunsch des Besitzers bekannt gegeben, liegt sonst verschlüsselt am Server: Sie ist selbst von den Betreibern des Servers geschützt, kann aber dazu verwendet werden, dass man über ein Pseudonym dieses kontaktiert ohne dessen E-Mail zu kennen noch seine eigene E-Mail preisgeben zu müssen.

Was über Schüler bzw. Lehrer gesagt wurde, gilt natürlich genau so für Studenten und andere Gruppen von Personen.

Auch Journalisten, Publizisten, Politiker oder andere Personen können das Austria-Forum nicht nur verwenden, um Dokumente zu finden, sondern können solche auch in verschiedenster Weise strukturiert für später aufheben, und auch da natürlich entweder nur für sich, eine bestimmte Gruppe oder die breite Öffentlichkeit, wobei die Vorteile des „Cloud Computing“ zum Tragen kommen: die Informationen sind vom benutzten Endgerät unabhängig, so lange dieses einen Internet Browser zur Verfügung stellt.

Man beachte ferner, dass das Austria-Forum auch für die Auslandsvertretungen Österreichs von Interesse ist, vor allem aber auch für Touristen, die sich objektiv informieren wollen (in der ersten Ausbaustufe freilich nur deutschsprachige).

Besonders wichtig ist zu verstehen, dass das Austria-Forum nicht einen Schnappschuss Österreichs in einem bestimmten Jahr geben will, sondern z.B. über Beiträge zum selben Thema, die aber von verschiedenen Personen zu verschiedenen Zeitpunkten verfasst wurden, ein Querschnitt durch Ansichten und die Zeit geboten wird. Es wird erhofft, dass (um nur ein Beispiel zu geben) vom Großglockner und dessen Gletschern Bilder aus vielen Jahren von 1950 bis vielleicht einmal 2020 zur Verfügung stehen werden, die die Veränderung der Gletscher zeigen, ja die mit modernen Methoden zu einem Film „verschmolzen“ werden können, der die Veränderung des Gletschers einprägsam darstellt.

3. Alleinstellung: Das Austria-Forum ist kein Portal, das heterogene Bestände verbindet, sondern ein einheitlicher Zugang zu verschiedensten Informationen und Informationstypen mit neuartigen Methoden. Das Austria-Forum ist nicht nur eine Sammlung von Dokumenten, sondern auch eine in vieler Hinsicht wissenschaftliche Neuentwicklung und fortlaufende Herausforderung. Ohne permanente Neuentwicklungen ist eine Sammlung des geplanten Umfangs und der geplanten Homogenität unmöglich.

Das Austria-Forum ist weder ein Portal, wie es zunehmend viele gibt (die nur über eine gemeinsame Suchmaschine verbunden sind, sonst aber ganz getrennte Benutzerführugnen und Layouts verwenden), noch ist es ein monolithisches Lexikon à la Wikipedia.

Der Vorteil, mehr als ein Portal anzubieten, liegt auf der Hand: Informationen werden sehr viel einheitlicher und besser verzahnt angeboten.

Das Abweichen von einer monolithischen Präsentation hat verschiedene Gründe:

Der wohl wichtigste ist, dass man in verschiedenen Bereichen nach verschiedenen Kriterien suchen will. Personen sind nun eben fallweise über ein ungefähres Geburtsdatum oder ihren Beruf oder ähnliche Informationen zu finden, wenn man sich nicht an den genauen Namen erinnert. Umgekehrt wird Geburtsjahr und Beruf bei der Suche nach einem See, einem Berg, einer Pflanze wenig helfen.

Die Tatsache, dass man vor einer Suche den Bereich der Suche bewusst einengt, verhindert aber auch, dass man zu viele Treffer erhält. Ein Beispiel mag das erläutern. Angenommen man sucht alle österreichischen Enzianarten. Das Stichwort „Enzian“ ergibt mit einer Suchmaschine wie Google viel zu viele Treffer: nämlich auch das alkoholische Getränk Enzian, die Fliegerabwehrrakete aus dem zweiten Weltkrieg mit dem Namen Enzian, alle Hotels und Produkte, die Enzian in ihrem Namen führen, usw. Entscheidet man sich im Austria-Forum für Flora und sucht dann nach Enzian, findet man an erster Stelle einen Überblick über alle österreichischen Enziansorten, aber auf Wunsch auch z.B. alle Briefmarken mit Enzian-Motiven, usw.

Auf die Verknüpfung von Struktur und Suche wird im Anhang 2 genauer eingegangen.

Der dritte Vorteil, warum man auf eine monolithische Präsentation verzichtet, liegt schließlich, wie schon früher angedeutet wurde, darin, dass man in verschiedenen Bereichen Informationen mit einer stärkeren oder schwächeren "Qualitätsgarantie" anbieten kann, wobei dies den Benutzern explizit bewusst wird.

Für viele Funktionen des Austria-Forums sind Metadaten von entscheidender Bedeutung. Es ist dies ein im Anhang 2 schon angedeutetes Forschungsthema, das hier genauer beleuchtet werden soll.

Metadaten sind, intuitiv gesprochen, verschiedenste Daten über Informationen, plakativ "Informationen über Informationen". Wenn man Fotos in traditioneller Weise in ein Fotoalbum einklebte, so tat man gut daran, zu den eigentlichen Bildinformationen weitere Informationen hinzuzufügen, etwa Ort und Datum der Aufnahme, eine Beschreibung, wer oder was auf dem Foto zu sehen ist, usw. Nur so war es später möglich, sich wieder an Details zu erinnern.

Bei elektronischen Informationen ist dies ähnlich, nur bieten sich ganz neue Möglichkeiten an, aber damit auch ganz neue Herausforderungen. Man kann ja, im Gegensatz zu Fotos im Fotoalbum, nicht nur wenn man ein Bild hat mehr zu diesem Bild erfahren, man kann die Zusatzinformation auch benutzen, um gewünschte Bilder zu finden, oder auf Grund der Zuatzinformationen gewisse Aktionen durch zu führen.

Am häufigsten wird das Beispiel "Suchen von Informationen mit Hilfe von Metadaten" verwendet, so dass wir es auch hier zuerst behandeln, aber schon jetzt vorausschicken wollen, dass es nur einen kleinen Teilbereich der Bedeutung von Metadaten ausmacht.

Im Anhang 2 wird beschrieben, wie man bei Biographien eine gewünschte Person mit Hilfe vorhandener Metadaten finden kann. Die Metadaten geben an: den Geburtsort, das Geburtsjahr, den Tätigkeitsbereich, Tätigkeitsorte und gegebenenfalls Todesort und Todesjahr. Erwünscht ist z.B. eine Suche nach ungefährem (!) Geburtsort (mit Hilfe geographischer Datenbanken kann man einen gewissen Radius überstreichen), einem Intervall für das Geburtsjahr (etwa 1920-1935) und eine ungefähre Tätigkeitsbeschreibung. Diese "ungefähre Tätigkeitsbeschreibung" führt sofort zu interessanten aber schwierigen Problemen. Einerseits sind wohl "Medizin", "Arzt" und "Primar" usw. ähnlich zu behandeln. Aber wie steht es mit "Akupunktur", "Psychiater", "Hypnotiseur", "Zahnarzt", "Dentist", "Chirurg", "Röntgenologe" oder gar "Leiter des Rehabilitationszentrums Bad Schallerbach" oder "Rektor der medizinischen Universität Wien"? Findet man keine "Physiker" solle man dann nach "Naturwissenschafter" suchen, oder nach "Nuklearphysik", "Festkörperphysik", u.s.w.? All diese Fragen sind im Zusammenhang mit Semantischen Netzen wohlbekannt: sie führen zur Einführung komplexer "Ontologien", die den Zusammenhang verschiedenster Begriffe in einem bestimmten Bereich erfassen sollen.

Bei den Metadaten geht es aber nicht nur um deren Verwendung, sonder auch um die Frage: wer erstellt sie? Der Autor eines Dokuments oder (auch) die Benutzer? Gibt es Vorgaben, oder können Begriffe frei gewählt werden, d.h. wird schon bei der Eingabe schon eine bestimmte der drei "Varianten" von PKW, Limousine, Auto verlangt oder nicht? Zunehmend stellt sich heraus, dass man genügend viele Metadaten meist nur dann erhält, wenn man die Community einbindet und ihr keine Vorgaben gibt. Ob man solche "Folksonomies" oder lieber doch wohl definierte Kategorien, sprich "Ontologies" zulassen soll, ist bis heute nicht geklärt. Es scheint sich aber ein Konsensus abzuzeichnen, dass die Antwort vom Gebiet abhängt, und dass man Kategorien von Metadaten zulassen muss.

Die Situation von Bildbeständen (ein wesentlicher Teil des Austria-Forums) scheint dies zu belegen: da gibt es Metadaten wie Quelle des Bildes und Datum, aber auch Fachgebiet des Bildes (Geschichte, Wissenschaft, Medizin, ...) oder Thema (Beruf, Familie, Krieg ...) oder auch Inhalt des Bildes (Katze? Berg? Palme?... Hier hat es sich bewährt alle Worte zu zulassen, die mindestens drei Benutzer eingaben!) oder Farbverteilung des Bildes. In jüngster Zeit war die "Suche nach einem Objekt, das so ähnlich aussieht, wie das hier vorgelegte Bild" zunehmend erfolgreich (in zwei Bundessaaten der USA kann man mit einem Foto eines Blattes eines Baumes die Baumart identifizieren ... hier kommt also Computervision immer mehr zum Tragen). So sehr Metadaten das Suchen erleichtern, so ist das ein wichtiges, intensiv beforschtes Gebiet. Hier gibt es viele offene Probleme, die beim Austria-Forum schon wieder in anderer Form auftreten als in anderen Datensammlungen oder in globalen Suchmaschinen wie Google oder Bing.

Andere Anwendungen von Metadaten, die im Austria-Forum implementiert sind oder implementiert werden sollen, sind ungewöhnlicher. Z. B. gibt es eine Angabe: "Kontrolle: Nein" und "Kontrolle: Ja". Das erste bedeutet, dass die Information ziemlich zeitstabil ist (der Lebenslauf von Adalbert Stifter, die Geschichte der Stephanskirche, ...), das zweite bedeutet, dass man hier regelmäßig prüfen muss [3] (lebende berühmte Personen, Leiter von wichtigen Institutionen, ...), ob die Fakten noch stimmen oder ergänzt bzw. verändert werden müssen.

Genau so wichtig ist es, dass Metadaten vergeben werden, die es klar machen, wer vom Herausgeberstab den neuen Beitrag begutachten soll.

Aber es gibt auch Metadaten ganz anderer Art: etwa „diesen Beitrag prüfen“, von Mitherausgebern/ Benutzern eingetragen, weil der Beitrag irgendwie "suspekt" ist.

Metadaten der Art "Hervorragender Beitrag" (oder das Gegenteil) von Benutzern sind ebenfalls erwünscht, um eine *** Begutachtung einzuführen, wobei freilich „Freunderlwirtschaft“ ausgeschlossen werden sollte, ein Forschungsthema mit dem wir uns im Rahmen von http://www.jucs.org sehr intensive beschäftigen.
Insgesamt ist der Bereich "Erfassung und Verwertung von Metadaten im Austria-Forum" noch nicht hinreichend erforscht (und, ein Vorteil des Austria-Forums, mit vielen Daten und Benutzern testbar) und ist daher ein ideales Umfeld für innovative Forschung.

Die Forschung im Austria-Forum umfasst viele andere Aspekte. Eine kurze partielle Liste, die aber den Umfang der Forschungsarbeiten zusammen mit Anhang 1 und Anhang 2 erläutert, enthält etwa die folgenden Punkte:

(a) Struktur (Suche, Blog, Lexikon, Folge, Hiercharchie, Visualisierung, Virtuelle Kopien)
(b) Kommentare/ Diskussionsforum/ Kommunikation
(c) Benutzerverwaltung / Benutzerhierarchien / Rechte
(d) Mobile Geräte und E-Books
(e) Verlinkungen und Linkkontrolle
(f) Geographische Aspekte
(g) Lastverteilung
(h) Neue Medientypen u.a. neue Arten von e-Books
(i) Formatumwandlungen
(j) Kopierschutz
(k) Suchen in externen Datenbeständen
(l) Personalisierung
(m) Digitale Bücherregale, siehe unter Wissenssammlungen

Zu jedem dieser Aspekte kann, kaum übertrieben, ein eigenes Buch geschrieben werden. Wir werden in den meisten der 12 Punkte nur versuchen, mit ein paar Zeilen die verschiedenen Probleme und Forschungsstoßrichtungen zu skizzieren. .


(a) Struktur (Blog, Lexikon, Folge, Hiercharchie, Visualisierung, virtuelle Kopien)

Im großen Teilen des WWW oder auch der Wikipedia ist es üblich, dass man gewünschte Informationen mit Hilfe einer Suchfunktion auffindet.

An vielen Stellen werden heute aber auch so genannte "Blogs" verwendet: das sind Folgen von Beiträgen, die zeitlich "umgekehrt" angeordnet sind, d.h. man sieht den zuletzt eingetragenen Beitrag als ersten und kann sich durch Weiterblättern zu früheren Beiträgen durchkämpfen. Der Ausdruck "durchkämpfen" ist bewusst gewählt, weil man ja nicht weiß, ob nach z. B. acht uninteressanten Beiträgen nicht doch noch ein interessanter kommt. Um dies zu vermeiden, verwenden das Austria-Forum strukturierte Blogs: man findet zunächst eine Liste von Beitragstiteln die in umgekehrter Reihenfolge angeordnet sind, und kann durch Anklicken eines Titels den gewünschten Beitrag abrufen. Es ist ein offenes Problem, wieviel Zusatzinformationen sinnvoller Weise angezeigt werden sollen, um möglichst sinnvolle Entscheidungen treffen zu können.

Natürlich kann man sich auch ein Vorgehen über mehr als zwei Stufen vorstellen: eine Liste von Titeln, wo jeder zunächst nur zu einer Kurzversion eines Beitrags führt, und von man auch den vollen (sehr viel umfangreicheren Beitrag) abrufen kann, siehe etwa http://www.jucs.org.

Oft will man einen Teilbereich alphabetisch behandeln. Wie bei der Definition eines Blog will man nur einmal festlegen will "Lexikon" (oder eben "Blog"), wodurch dann alle Beiträge vom System automatisch alphabetisch (beim Blog umgekehrt zeitlich) angeordnet werden.

Das Paradigma Lexikon wird im Austria-Forum an vielen Stellen verwendet: Flora Wissenssammlungen/Flora, oder Erfinder Wissenssammlungen/Erfinder sind typische Beispiele.

In vielen Fällen ist nur eine Folge von Beiträgen erwünscht, etwa bei Bildfolgen, die einen Ort beschreiben, die Bilder eines Gerätes zeigen u.s.w., wo die Reihenfolge oft eine untergeordnete Rolle spielt, es aber wichtig ist, rasch vor und zurück "blättern" zu können. Dabei ist es wichtig, dass solche Folgen einfach zu erstellen sind. Zu diesem Aspekt siehe Anhang 1!

Dynamische Folgen (die keine fixe Verlinkungen haben) sind schon heute mit einer Bookmarkfunktion im Austria-Forum möglich, wobei eine Bookmarkfunktion schon deshalb so wichtig ist, weil man damit unabhängig von einem bestimmten Gerät und Browser die Bookmarks zur Verfügung hat (nicht wie in einem Browser, wo die "Favoriten" auf einem bestimmten Rechner liegen, und daher an einem anderen nicht verfügbar sind).

Wenn man "totale Freiheit" haben will, dann sollte man sich (und kann das im Austria-Forum) auch eine beliebige Hierarchie von Dokumenten aufbauen, die dann eine Navigation über Auswahlmöglichketien (Menüs) bietet. Die "Essays" unter Wissenssammlungen/Essays sind dafür ein gutes Beispiel.

In vielen Fällen ist eine Navigation durch eine Vorschau in Form kleiner Bildchen am einfachsten, wie das etwa bei den 5 Bildern der Schneerose auf Wissenssammlungen/Flora/Schneerose der Fall sein mag. Freilich stößt man auch bald an Grenzen. Die Bildvorschau auf Wissenssammlungen/Bibliothek liefert über 6.000 Bildchen und ist damit nutzlos.

Auch andere Arten der Visualisierungen sind vorgesehen: etwa die Visualisierung im Sinne einer "Mindmap" von zusammengehörigen Beiträgen, wobei hier die gesamte Problematik der Berechnung der Ähnlichkeit von Dokumenten zum Tragen kommt, die auch bei den Tagclouds im Anhang 2 angesprochen wird.

Dokumente sind oft nicht eindeutig einem Bereich zuzuordnen. Das klassische Beispiel ist ein Beitrag über biologisch-chemische Verfahren. Soll man diesen unter Biologie oder Chemie ablegen? In einer physischen Bibliothek ist das ein Jahrhunderte altes Dilemma, in einer elektronischen Bibliothek hat man Auswege: Man kann eine Kopie unter Chemie, eine unter Biologie ablegen. Abgesehen vom Speicheraufwand "verselbständigen" sich dann die Kopien: wenn bei einer etwas erneuert wird, vergisst man leicht, das auch bei der anderen zu tun. Also liegt es nahe, nur eine echte Version anzulegen, und eine "virtuelle" (also ein Hinweis auf die echte) an der oder den anderen Stellen. So gut diese Lösung fallweise ist, sie wirft sofort wieder Probleme auf: wird man beim Suchen nicht verärgert sein, wenn man dasselbe Dokument mehrmals findet? Was macht man mit Anhängen, werden diese auch virtuell behandelt, u.s.w.

Wie komplex die Situation ist, und wie wenig sie erforscht ist, wird klar wenn man sich sinnvolle Schachtelungen überlegt, etwa Lexika von Blogs, wobei ein Blogeintrag vielleicht wieder eine ganze Folge oder ein Lexikon ist, usw. Es wird noch viel zu erforschen sein um eine saubere und leicht benutzbare Lösung für alle Fälle zu entwickeln.

Die Strukurierung von Information und die Navigation in Daten kann durch sogenannte "Tabs" erleichtert werden. Abbildung 2 zeigt den Ausschnitt aus einer Tabelle über die Steiermark http://austria-forum.org/af/AEIOU/Steiermark, wobei das erste der 5 "Tabs" geöffnet ist - die Gemeinden.


AF-Forschung_Abb_2.jpg
Abbildung 2, Ausschnitt aus einer Tabelle. "Gemeinden" wurde angeklickt


Abb. 3 zeigt das Ergebnis, wenn man "Wirtschaftsflächen" anklickt.

AF-Forschung_Abb_3.jpg
Abbildung 3, Ausschnitt aus einer Tabelle. "Wirtschaftsflächen" wurde angeklickt

Eine weitere interessante vorgesehene Navigationsmöglichkeit ist ein Knopf "Weiter im Alphabet", der vom gegenwärtigen Dokument zu jenem mit selben Präfix aber alphabetisch als nächstes führt. Man kann dann ein Lexikon mit diesem Knopf einfach durchblättern, etc.

Bei zeitlich strukturierten oder anders strukturierten Daten bietet sich damit nicht nur eine Vereinfachung der Navigation, sondern ein zusätzliches Strukturparadigma an: man kann plötzlich in einem Blog zum Beitrag mit dem alphabetisch nächsten Titel springen. Werden etwa in einem Blog mehrere Bücher desselben Autors zu verschiedenen Zeiten besprochen und beginnen die Titel der Beiträge mit dem Autorennamen, dann liegen die Beiträge im Blog auseinander, man kann aber vom ersten gefundenen Beitrag mit dem erwähnten Knopf nun alle anderen Beiträge mit dem selben Autorennamen ansehen.

Die Situation gestaltet sich bei der Implementierung dadurch komplexer als erwartet, als in einer lexikalischen Anordnung ein Dokument eine Folge sein kann, wobei die Reihenfolge in dieser Folge nicht durch alphabetische Anordnung gegeben sein muss. Hierfür wird eine geschickte Lösung zu finden sein.

(b) Kommentare/ Diskussionsforum/ Kommunikation

Ein System wie das Austria-Forum lebt von der Zusammenarbeit und Diskussion. Also muss es möglich sein, Kommentare zu schreiben und diese zu beantworten, Diskussionsforen einzurichten und zu benutzen und mit anderen Benutzern zu kommunizieren.

So einfach dies klingt, wird es durch eine "philosophische" Entscheidung des Austria-Forums sehr erschwert: um die Hemmschwelle für unorthodoxe Kommentare und Diskussionsbeiträge etc. zu verringern, dürfen Benutzer unter einem Pseudoym mitdiskutieren, wobei die E-Mails nur dem System bekannt sind. D.h. man kann die normalen Mechanismen von E-Mail Systemen nicht verwenden, sondern muss diese im System nachempfinden bzw. zu umgehen.

Ohne hier die gesamte Komplexität aufrollen zu wollen, sei nur beschrieben, wie das Austria-Forum zurzeit mit Kommentaren umgeht. Schreibt A einen Kommentar zu einem Beitrag von B, so wird B und das "Office" davon verständigt (das "Office" um etwaige gesetzwidrige Kommentare zu entfernen).B kann nun zum eigenen Beitrag einen „Gegenkommentar“ schreiben oder kann auch A kontaktieren, wobei beide weder A noch B ihre E-Mails und damit wahren Identitäten bekannt geben müssen.


(c) Benutzerverwaltung / Benutzerhierarchien / Rechte

Die Benutzerverwaltung ist darum so kompliziert, weil es neben anonymen Benutzern (die nur schmökern wollen) identifizierte auf verschiedenem Niveau gibt. Das niedrigste ist der „Normalbenutzer“, der in seinem persönlichen Bereich beliebig arbeiten kann, der im Communtiybereich neue Beiträge und Bereiche (Blogs, Lexika,…) anlegen kann, aber nur von ihm angelegtes Material modifizieren kann, und der überall Kommentare schreiben kann. Die nächste Ebene sind Benutzer, die in gewissen Bereichen (typisch in einem Teil der Community) voll zusammen arbeiten können. Dann gibt es die Bereichseditoren, die bestimmte Bereiche bearbeiten können, die Supereditoren, die überall editieren dürfen, und die Administratoren, die ganze Bereiche löschen, verschieben usw. dürfen und die die erwähnten Rechte vergeben können. Es ist eine wissenschaftlich noch nicht voll gelöste Frage, wie man Benutzern erlaubt, geschlossenen Benutzergruppen/ geschlossene Bereiche einzurichten, und wie weit die Vergabe von Rechten und die Einführung neuer Arten von Metadaten von den Administratoren zu anderen delegiert werden kann.


(d) Mobile Geräte und E-Books

Nach einer Gartnerstudie 2010 werden 2013 mehr als 50% aller WWW Abrufe mit mobilen Endgeräten erfolgen. Alle Angebote des Austria-Forums sollten daher auch mit modernen mobilen Geräten (Handys, i-Pad,…) benutzbar sein: eine große Aufgabe. Es kommt dazu, dass man gewisse Teile des Austria-Forums auch als E-Book zur Verfügung stellen wird wollen, d.h. diese sind auf ein E-Book (Kindle, i-Pad, was sonst noch kommt) ladbar, und können dann ohne Verbindung verwendet (vielleicht aber nicht beliebig weiter kopiert) werden können.

Es ist klar, dass hier rasche Aktionen notwendig sind, die ohne neue Personalressourcen, sprich Finanzen, nicht hinreichend abgedeckt werden können.


(e) Verlinkungen und Linkkontrolle

Zu den lästigen Problemen jedes Webangebotes gehört es, dass Links immer wieder nicht funktionieren. Hier ist eine automatische Kontrolle innerhalb des Austria-Servers aber auch aller externer Links notwendig. Obwohl eine solche in Vorbereitung ist, kann zunächst nur eine "version light" implementiert werden: nicht funktionierende Links werden dem "Office" gemeldet.

In Wahrheit will man mehr. Erstens sollten solche Links sofort deaktiviert werden, aber wieder reaktiviert werden, wenn sie wieder gehen (jeder Server ist manchmal unerreichbar!). Zweitens geht es nicht nur darum, dass ein Link funktioniert, der Inhalt muss auch passen. So wird ein Link von "Bundespräsident" zu "Heinz Fischer" noch bis 2016 passen, nach der zweiten Amtsperiode muss aber ein neuer Bundespräsident gewählt werden: wenn dann der Link noch auf Fischer zeigt, ist das problematisch. Mit anderen Worten, nicht nur Inhalte sondern auch Links müssen gewartet werden, und dazu benötigt es ausgefeilter Algorithmen.

Die meisten Links im Austria-Forum (und aus diesem in die Welt des WWW) sind manuell erstellt. Wünschenswert ist aber eine automatische Unterstützung. Auf Grund der Analyse eines Dokuments sollte ein heuristischer Algorithmus Verlinkungen vorschlagen, wohl aber nicht selbstständig durchführen. (Weil dann zu viele und auch unsinnige Links generiert würden: ein klassisches Beispiels sind alle automatisch generierten Links in einem Satz wie "Seine Mutter..."“ zu Paris, weil Seine als Fluss erkannt wird. Solche einfachen Fehlverlinkungen sind heute mit syntaktischen Methoden vermeidbar, aber tiefer liegende Fehlverlinkungen sind es nicht, d.h. es wird zur Kontrolle noch immer menschliche Mitwirkung benötigt.)

Hat man eine "dichte" Verlinkung, dann kann man diese nicht nur visualisieren, d.h. Dokumente, die zusammen gehören, zusammen zu gruppieren, sondern man kann versuchen (ein schwieriges Forschungsthema), Dokumente zu „verschmelzen“. Natürlich wäre es schön, wenn man aus Lebensläufen der Person X, die sich an verschiedenen Stellen finden, einen einzigen, kohärenten erstellen könnte. Versuche in dieser Richtung sind bisher gescheitert. Es stellt sich aber auch hier wieder die Frage, ob nicht eine Kombination Programm/ menschliche Unterstützung gute Resultate bringen könnte.


(f) Geographische Aspekte

Natürlich muss man jedem Ort oder jeder Begebenheit eine zoombare Landkarte zuordnen können. Ein solches manuelles Interface zu Google-Maps gibt es im Austria-Forum schon seit einiger Zeit. Die schwierigere und auch unserer Meinung nach wieder nur halbautomatisierbare Variante wäre, dass überall, wo geographische Informationen sinnvoll sind, ein Klick das Öffnen einer Landkarte ermöglicht.

Die Problematik besteht erstens darin, dass zu viele sichtbare Links zu kartographischen Informationen die Dokumente entstellen. Dass aber die automatische Zuordnung einer Karte zu einem Namen oft nicht geht, weil der Name zu mehrdeutig ist. Es gibt nicht nur viele Neubergs oder Oberndorf, auch Isonzo gibt nicht was man vermutlich will (den Fluss) sondern die Stadt, usw. Was man sich also wünscht, ist, dass ein Werkzeug sagt „hier hielte ich bei Markierung und des Tastendrucks so- und- so diese Karte für sinnvoll", und dass man nun eingreifen kann und festlegen kann: "nein, nicht diese Karte sondern ..."

Die Tatsache solcher unsichtbarer Links zu Karten ist übrigens auch auf normale Links (siehe (e) ) oder Suchlinks (siehe Anhang 2) anwendbar: es wäre ein schöner Tag, an dem Dokumente nicht durch Links entstellt sind, diese aber doch überall wo sinnvoll zur Verfügung stehen würden!

Aber man will nicht nur Orten, Ereignissen, Dingen Karten zuordnen, sondern auch umgekehrt: man wählt eine Gegend uns "alle historischen Informationen aus dem Austria -Forum" oder "alle Blumen die in dieser Gegend zu dieser Jahreszeit blühen", u.s.w. Ansätze zu solchen Fragen gibt es z.B. in diversen i-Phone Apps, aber das Austria-Forum bietet durch seinen wachsenden Informationsbestand natürlich eine spezielle Herausforderung.

Neben normalen geographischen Karten gibt es thematische Karten, die von Bevölkerungsdichte, Bodenbewirtschaftung, Geologie, Wetterdaten, usw. vieles anbieten, und die in das Austria-Forum eingebunden werden sollten. Hier wurde ein getrenntes Bridge-Projekt mit Ed.Hölzel beantragt, sodass dieser Punkt hier nicht weiter verfolgt werden soll.

Hingegen dürfen historische Atlanten nicht vergessen werden, die für das Auffinden alter Ortsnamen, Grenzverläufe, usw. von großer Bedeutung sind, die aber trotz leider zu geringen Vorräten an historischen Themenkarten Informationen über die Entwicklung des Waldbestandes, der Verkehrsnetze usw. ermöglichen: ein weiteres großes Betätigungsfeld!


(g) Lastverteilung

Bei der weiteren Entwicklung des Austria-Forums ist naturgemäß zu berücksichtigen, dass der Verkehr auf den Servern stark zunehmen wird. Ein neues Konzept der Lastverteilung ist notwenig. Dies ist ein eigener Aufgabenbereich, der hier nur aufgezeigt, aber für den die vielfältigen Lösungsansätze nicht präsentiert werden sollen.

Am Rande sei auf das Problem der Ausfallsicherheit und der Archivierung hingewiesen. Ein viel benutzter Dienst muss jederzeit verfügbar sein, und alle Daten müssen auch in 10-20 Jahren noch verfügbar sein, sowohl physisch wie in einem dann noch gebräuchlichem Format!


(h) Neue Medientypen

Zur Zeit dominieren im Austria-Forum noch Text, Bilder, Tabellen, Ton (Musik) und Filme, wobei diese zum Großteil zuerst geladen und dann angezeigt werden. Erstens wird die Anzahl der Filme in Zusammenarbeit z.B. mit Austria-Web-TV sehr stark erweitert, zweitens werden alle längeren Filme auf „Streaming“ umgestellt, d.h. sie werden nach minimaler Wartezeit abgespielt, weil sei während des Vorspielens weiter geladen werden. Ein typisches Beispiel ist etwa der Film über den Nationalpark Gesäuse, siehe AEIOU/Gesäuse.

Neben einer Reihe von normalen Panoramaaufnahmen wird das Repertoire des Austria-Forums durch zwei innovative Typen erweitert werden: hoch auflösende Panoramabilder, die einen Blick nach allen Seiten (auch hinauf und hinunter) erlauben, und die ein starkes (10-50 faches) Zoomen in jede Blickrichtung erlauben. Es wird mit solchen Aufnahmen ein breiter Streifen Österreichs abgedeckt: mit einer Aufnahme vom Hochobir in Kärnten kann man große Teile Kärntens erforschen, und bis zur steirischen Hebalm zoomen. Von dort bis zum Dachstein. Von dort bis zum Ankogel. Von dort bis Tirol, und über den Arlberg bis nach Vorarlberg.

Der zweite Typ der Panorama-Aufnahmen ist noch innovativer: in das Panorama ist ein Video eingebaut. Ein Panorama um den Engelsbrunnen in Wien z.B. erlaubt nicht nur die übliche Rundumschau, sondern kommt man in die Nähe des Brunnens hört man diesen plätschern, und wenn er voll im Bild ist, sieht und hört man das Wasser spritzen und rinnen…

Besonders wichtig wird auch die einfache Erstellung von Folgen sein, die man mit Ton oder Sprache hinterlegt, also eine Erweiterung des Folgenkonzeptes unter (a). Siehe dazu Anhang 1.

Zusammen mit Computergraphik-Spezialisten werden auch 3 D-Objekte, von Ausstellungsgegenständen bis zu Gebäudekomplexen, verfügbar gemacht werden (das Objekt kann dann also von jeder Seite angesehen werden). Mit Hilfe von Spezialfolien wird auch die Ansicht von 3 D-Objekten in 3 D OHNE Brille in den nächsten Jahren immer üblicher werden: dafür sind die softwaretechnischen Voraussetzungen zu schaffen, ein spezielles und interessantes Forschungsgebiet. Die angesprochenen Verfahren beruhen auf der Parallelaxe wodurch bei "geriffeltem" Schirm dem linken und dem rechten Auge verschiedene Pixel gezeigt werden. Da dies nur in einem kleinen Sehsektor geht muss man für die anderen Sektoren wieder andere Pixel verfügbar machen: die heutige Technologie erlaubt diese bei vorliegenden 3 D Objekten relativ einfach, bei Filmaufnahmen sind bekanntlich zurzeit 18 synchron arbeitende Kameras notwendig!


(i) Formatumwandlungen

Formatumwandlungen spielen eine große Rolle um Daten aus verschiedenen Formaten ohne starke manuelle Nacharbeit übernehmen zu können, und sie andererseits auf verschiedenen Geräten (Schirmgrößen, Betriebssystemen, etc.) einsetzbar zu machen.

Auch der Druck komplex formatierter Text/Bildseiten ist bekanntlich bis heute nicht zufrieden stellend gelöst, wenn nicht bei der Erstellung dafür eigene Metadaten/ Markups verwendet werden.

Die Option, dass Texte akustisch vorgelesen werden, muss genau so implementiert sein, wie die automatische Aktivierung eines (auch fremdsprachigen) Wörterbuchs oder einer Übersetzungssoftware.

Die Anmutung von Bildschirmpräsentationen muss von der Person gesteuert werden können. (Mehr dazu unter Punkt (k) Personalisierung).


(j) Kopierschutz

Nicht nur für das Austria-Forum ist es wichtig, dass bei Bedarf Dokumente vor ungewünschtem Kopieren geschützt werden können. Die Hauptmethoden sind elektronische Wasserzeichen, elektronische Steganographie, Zertifikate die steganographisch eingebettet sind und Bildähnlichkeitsverfahren. Wir wollen im Austria-Forum die bisher noch weniger beachteten letzten vier Varianten, also auch die Steganographie, für Bilddaten wissenschaftlich bearbeiten und einsetzen.

Es geht ja bei der Steganographie bekanntlich um die Einbettung von unsichtbaren Informationen in ein Dokument (diese Informationen können Bilder oder auch nur Textstücke sein wie etwa © Austria-Forum) und zwar so, dass bei Anwendung eines Algorithmus genau die unsichtbare Information wieder gewonnen werden kann. Es gibt dafür die verschiedensten Methoden, die z.B. ein Bild nur so wenig verfälschen, dass die Verfälschung praktisch unsichtbar ist. Abb. 4 zeigt z. B. ein Bild, in dem das Bild von Abb. 5 eingebettet ist: es wurden dafür die 2 niedrigstelligen Bits von Abb. 4 benutzt.


AF-Forschung_Abb_4.jpg
Abbildung 4

AF-Forschung_Abb_5.jpg
Abbildung 5

Eine große Problematik aller steganographischen Verfahren ist die Stabilität der Verfahren bei einfachen Bildveränderungen!


(k) Suchen in externen Datenbeständen

Das Austria-Forum enthält die meisten Informationen im Wiki-Format, die auch Suche nach Worten oder Wortgruppen im Volltext erlauben. Aber es gibt manche Anhänge (hauptsächlich PDF Dateien, aber auch andere Dateiformate) in die normale Volltextsuche nicht eindringen kann.

Es ist geplant, auch diese Bestände durchsuchbar zu machen, wobei verschiedene Methoden verwendet werden müssen: bei PDF Text Dateien kann man diese z.B. in Winword Dateien umwandeln und aus denen Worte extrahieren, die dann als Metadaten zur Suche verwendet werden können. Eine PDF Datei kann aber auch nur ein eingescannter Text sein, ja es können Texte auch als .png, .gif oder .jpg Dateien vorliegen, in welchem Fall OCR eingesetzt werden muss. Noch andere Methoden sind für Powerpoint Dateien notwendig.

Bei gesprochenen Texten ist eine Speech-to-Text Umwandlung notwendig, ähnliches gilt bei den Audiospuren von Filmen, usw.

Noch komplexer wird die Situation aber bei Daten, die referenziert werden, aber auf anderen Servern liegen. Hier muss man mit Spider ähnlichen Verfahren Schlüsselworte extrahieren.


(l) Personalisierung

Die wichtigste Art der Personalisierung ist die Anpassung an die Parameter des vom Benutzer verwendeten Endgerätes. Hier ist vor allem die Anpassung komplexer Vorlagen an Bildschirme mit niedriger Pixelzahl ein gewaltiges aber unbedingt zu lösendes Problem, da nach gegenwärtigen Prognosen schon 2013 etwa 50% der Daten aus dem WWW mit Mobil-Telefonen abgerufen werden.

Aber der Benutzer soll auch gerätunabhängig in das Layout von Seiten eingreifen können: sei es durch Veränderung der Schriftgröße, des Fonts, oder der Farben, sei es durch mehrspaltiges Angebot von z.B. Texdokumenten, usw. Aber auch Möglichkeiten wie virtuelle Lupen, mit denen man über den Bildschirm wandern kann, oder Lesemarkern, die das markierte vorlesen sind genau so zu untersuchen wie das Anbringen von Farbmarkierungen für sich selbst oder eine bestimmte Benutzergruppe.

Nicht zu vergessen ist die Anpassung der dargebotenen Information an das Benutzerprofil. Im gegenwärtigen Austria-Forum etwa findet man auf der Einstiegsseite unter Wissenssammlungen eine gewisse Liste, aber die vollständige Liste muss man durch einen weiteren Klick abrufen. Es wäre sicher für Benutzer angenehm, wenn sie in solchen Fällen entscheiden könnten, welche Einträge auf der ersten, kürzeren Liste zu sehen sind.

Benutzt man das Austria-Forum einige Zeit nicht (z. B. Urlaub) würde man beim Wiedereinstieg gerne wissen, was sich seit dem letzten Besuch getan hat, am besten noch sortiert nach Prioritäten im Benutzerprofil. Solche Wünsche sind an sich technisch leicht erfüllbar, doch verwendete Verfahren müssen auch für große Benutzerzahlen skalierbar sein. Es ist nicht der Platzbedarf, für jeden Benutzer ein detailliertes Profil (inklusive der seit dem letzten Mal neuen Seiten) mitzuführen, der ein Problem ist, sondern die Belastung, die bei vielen Benutzern für die Serversysteme entsteht.

Es gibt noch eine ganz andere Art der Personalisierung / Dynamisierung. Man will vielleicht eine Seite bestimmten anderen Benutzern empfehlen.

Es könnte auch sehr nützlich sein, wenn Benutzer mit einem Klick ein Dokument loben können ("Thumbs up") oder negativ beurteilen können ("Thumbs down"). Die Bewertung von Seiten kann in vieler Weise verwendet werden: etwa zur Reihung von Suchergebnissen, oder für eine eigene Liste der beliebtesten Seiten.

Besonders interessant wird so eine Bewertung, wenn mitgeführt wird, wer wie was bewertet hat. Wurden viele Dokumente von einer Benutzergruppe X gut bewertet, viele dieser Dokumente aber von einer anderen Benutzergruppe Y negativ, dann scheinen für jedes Mitglied x der Gruppe X die Bewertungen der Gruppe X relevanter zu sein als jene der Gruppe Y. Wie man dies genau ausnützt sind komplexe Fragestellungen, die an Fragen erinnern, wie sie bei Tagclouds in noch höherem Ausmaß auftreten.

Bekanntlich bietet ja schon jetzt das Austria-Forum Tagclouds als Navigationshilfe an, wobei diese Tagclouds komplex berechnet werden: Tags, die vom Benutzer eingegeben werden sind nur eine Komponente; Metadaten eine andere; „ähnliche Seiten“ eine andere, usw.

Insgesamt ist im Bereich Tagclouds und Personalisierung noch sehr viel Forschungsarbeit zu betreiben, und entwickelte Verfahren zu testen. Dabei darf aber durch solche Tests der Betrieb des Austria-Forums nicht gestört werden, was eine große zusätzliche Herausforderung darstellt.

(m) Bücherregal.

Siehe den detaillierten Beitrag im Anhang 4



4. Ausgangslage: Das Austria-Forum baut auf den Datenbeständen einiger Österreichlexika auf, die aber stark ergänzt und laufend aktualisiert werden. Dazu kommen eine Vielzahl von Speziellexika. Dies ist durch Einbindung von Archiven, Museen, Verlagen und anderen Informationsportalen, aber vor allem durch eine große Anzahl ehrenamtlicher Editoren (alle Fachleute in ihren Gebieten) möglich. Nur durch diese Speziallexika ist eine tiefe Abdeckung, aber auch eine gezielte Suche möglich. Das Austria-Forum baut in wissenschaftlicher Hinsicht auf dem Know-How einer Gruppe von Informatikern und Medienwissenschaftlern auf, die international anerkannt ist. Die Gesamtleitung liegt beim Vorsitzenden der Sektion Informatik der Academia Europaea - einer der am besten ausgewiesenen wissenschaftlichen Organisationen Europas. Das Austria-Forum startet 2010 nicht von Null, sondern mit arbeitsfähiger Software und einem Datenbestand von über 120.000 Einzelobjekten.

Es existieren im WWW inzwischen viele große Datenbestände, die sich in einigen Aspekten mit dem Austria-Forum berühren. Natürlich gehört dazu die Wikipedia (vor allem die deutschsprachige), wobei Unterscheidungsmerkmale schon im Kapitel "Alleinstellung" behandelt wurden. Wesentliche Punkte sind aber, um das zu wiederholen, die starke herausgeberische Betreuung, die Angabe verlässlicher Quellen bei jedem Beitrag, die thematische Abgrenzung, der Blick auf ein Ereignis, Person, Gebäude usw. aus mehreren Sichten, die sowohl von verschiedenen Personen (also persönlich eingefärbt) als auch aus verschiedenen Epochen (also zeitlich eingefärbt) stammen können, sowie neue Suchtechnologien. Fast alle Versuche, große Datenbestände mit starker herausgeberischer Betreuung aufzubauen, leiden am schleppenden Wachstum: das Citizendium Projekt ist ein gutes Beispiel dafür.

Das Austria-Forum ist in dieser Hinsicht dadurch begünstigt, als man einerseits auf das ehemalige AEIOU zurückgreifen konnte, man sich andererseits stark auf Archivmaterial und anderes bereits qualitätsgeprüftes Material abstützt. Dazu kommt die geplante (und in Projekten begonnene) Zusammenarbeit mit der österreichischen Lehrerschaft über das BMUUK. Der wachsende Herausgeberkreis soll ferner zu einem hohen prozentuellen Wachstum pro Jahr über mehrere Jahre hinweg beitragen. Schließlich darf man nicht vergessen, dass sich das Austria-Forum auf Austriaca beschränkt, und noch dazu auf solche, die weitgehend zeitlich stabil sind.

Der letztere Punkt ist es, der es erlaubt sich eine Zukunft ab ca. Mitte 2013 vorzustellen, in der keine oder keine substantiellen Fördermittel mehr benötigt werden. Wenn erst einmal alle wichtigen Pflanzen, Tiere, Mineralien, Orte, Berge, Seen, Gebäude, geschichtliche Tatsachen, wichtige Personen und Institutionen (viele in der Vergangenheit) erfasst sind wird eine einzige Person (unterstützt von ehrenamtlichen Herausgebern) ausreichen, das System weiter zu pflegen. D.h. der Finanzbedarf in heutigen Euros wird pro Jahr 50.000 nicht weit übersteigen, und diese Summe wird durch Werbeeinnahmen und Sponsoren (bei einem Server mit dann weit über 10 Millionen Zugriffen jährlich) erwirtschaftbar sein.

Die Arbeit in Anlage 3 wurde bei einer der bedeutendsten „Wikitagungen“ der Welt angenommen, wobei das Austria-Forum insofern einen „Gutpunkt“ erhielt, als es inzwischen nach den verschiedenen Wikipedias der zweitgrößte Wiki der Welt ist: zurzeit hat das Austria-Forum ca. 170.000 Objekte. Ein weiteres rasches Wachstum wird erwartet.


5. Zeitrahmen: Der Grundaufbau des Austria-Forums soll Mitte 2013 abgeschlossen sein. Die inhaltliche Wartung darüber hinaus ist mit mäßigen Mitteln gesichert, weil sich große Bestände im Austria-Forum (Brauchtum, Pflanzen, Tiere, Gebäude, Geschichte, usw.) zeitlich nur wenig ändern. Die notwendige Weiterentwicklung liegt forschungsmäßig vermutlich auch nach 2013 bei der TU Graz und anderen Forschungseinrichtungen, die Wartung wird von einer professionellen Organisation durchgeführt werden. Mehrere sind zurzeit im Gespräch.

Mit Ende 2010 enthält das Austria-Forum ca. 170.000 Objekte. Es ist abzusehen, dass dies bis Ende 2011 auf über 250.000 Objekte wachsen wird. Bei entsprechender finanzieller Unterstützung werden mit Ende 2012 weitere 150.000 Objekte vorliegen, und bis Mitte 2013 dann mindest 500.000 Objekte, die Österreich bereits sehr solide abdecken werden.

Diese Zahlen gehen davon aus, dass eine gewisse bescheidene Grundfinanzierung gesichert werden kann.



--> Anhang 1

--> Anhang 2

--> Anhang 3

--> Anhang 4: Bücherregal



[1] Der gegenwärtige Stand des Austria-Forums wäre ohne Unterstützung der Ministerien BMVIT, BMWF und BMUUK nicht möglich gewesen. Das Austria-Forum und die Mitarbeiter am Austria-Forum bedanken sich ausdrücklich für diese Unterstützung.

[2] Die beiden Aspekte "oder sonst wo gefundene Beiträge" und "werden einer gewissen Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt" scheinen vor allem Probleme mit dem Urheberrecht auszulösen, wenn Materialien eingebunden werden, deren Verbreitung eingeschränkt sein mag. Jedoch kommen hier zwei wichtige Prinzipien zum Tragen: einerseits definiert die Identifizierung in den Bildungsservern genau, welche Dokumente wem einsichtbar sein dürfen, andererseits wird bei frei im WWW verfügbaren Beiträgen keineswegs das Urheberrecht verletzt, wie im Anhang 1 beschrieben wird: die dort präsentierte Idee wurde als so interessant genug empfunden, dass sie bei der internationalen Tagung ED-MEDIA in Toronto zu einem Vortrag eingeladen wurde.

[3] APA unterstützt das Austria-Forum, in dem relevante Nachrichten an das Austria-Forum weitergeleitet werden. Die forschungsmäßige und bis jetzt noch ungelöste Problematik ist es, festzustellen welche Nachricht potentielle Auswirkungen auf welches Dokument hat. Dies soll in den nächsten beiden Jahren erforscht und möglichst praxisnahe implementiert werden.