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Konso - King#

Konso - King
Konso - King, December 2012, © Gerhard Huber, under CC BY 4.0

As an infallible sign of his royal dignity, the king wears an ivory bracelet. As in the case of several tribes of South Ethiopia, the Konso have also developed a sacral kingship in the course of time, a complex system of social hierarchies that ensure the ritual functioning of a society. Countless traditions, taboos, and restrictions define the royal dignity to such an extent that the office holders do not have any options for action. Political decisions are made by others, especially by the king's mother. The king himself represents, as it were, just a marionette of the system, but is indispensable for the execution of certain rituals regarding the cycle of the tilth and the shifts in the age class system. The population of the sacral kingship is divided into a series of strictly separated castes, beginning with the royal clan, the nobles, the free peasants and the artisans down to the slaves. The king, descendant of an ancestor of divine origin, embodies the fertility of the country and is responsible for the welfare of his subjects. If he does not succeed in preserving the ritual order to e.g. keep away droughts or epidemics, he can be dethroned by certain dignitaries or even ritually killed. The same applies if the king shows symptoms of illness or old age because his body symbolizes the whole country. Everything that happens to the king happens to the whole country, too. Therefore, he must be physically and mentally seamless. Sick people may not come near to the king. In addition, he only consumes food prepared by virgins.
Als untrügliches Zeichen seiner Königswürde trägt der König einen Armreif aus Elfenbein. Wie bei mehreren Stämmen Südäthiopiens hat sich auch bei den Konso im Laufe der Zeit ein sakrales Königtum herausgebildet, ein komplexes System von sozialen Hierarchien, die das rituelle Funktionieren einer Gesellschaft sicherstellen. Unzählige Traditionen, Tabus und Restriktionen bestimmen die Königswürde in so hohem Maße, dass dem Amtsträger keinerlei Handlungsoptionen offenstehen. Politik machen andere, vor allem die Königsmutter. Der König selbst stellt gleichsam nur eine Marionette des Systems dar, ist jedoch unverzichtbar für die Durchführung bestimmter Rituale im Feldbauzyklus und beim Wechsel der Altersklassen. Die Bevölkerung der sakralen Königreiche unterteilt sich in eine Reihe von streng getrennten Kasten, beginnend vom Königsclan über die Adeligen, die freien Bauern und die Handwerker bis zu den Sklaven. Der König, Nachkomme eines Urahns göttlicher Herkunft, verkörpert die Fruchtbarkeit des Landes und ist für das Wohlergehen seiner Untertanen verantwortlich. Wenn es ihm nicht gelingt, die rituelle Ordnung zu erhalten, um dadurch z.B. Dürren oder Seuchen abzuhalten, kann er von bestimmten Würdenträgern abgesetzt oder sogar rituell getötet werden. Das Gleiche gilt, wenn beim König Krankheits- oder Alterserscheinungen auftreten, denn sein Körper symbolisiert das gesamte Land. Alles, was dem König widerfährt, geschieht dem ganzen Land. Daher muß er körperlich und geistig makellos sein. Kranke dürfen nicht in die Nähe des Königs. Zudem verzehrt er nur Speisen, die von Jungfrauen zubereitet wurden.