Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast

Cajamarca - Ransom Room (Cuarto del Rescate)#

Cajamarca - Ransom Room (Cuarto del Rescate)
Cajamarca - Ransom Room (Cuarto del Rescate), July 2010, © Gerhard Huber, under CC BY-NC 4.0 +Edu

Man schrieb das Jahr 1532. Das Inka-Imperium, nach einem blutigen Bruderkrieg endlich wieder unter König Atahualpa geeint, befand sich am Gipfelpunkt seiner Macht. Es erstreckte sich über 5000 km von Ecuadors bis Chile. Da hörte der oberste Inka, der sich gerade zur Sommerfrische in Cajamarca befand, von der Ankunft der Spanier. Gastfreundlich empfing er Francisco Pizarro in seinem Palast. Doch dieser nahm Atahualpa gefangen. Im darauffolgenden Tumult feuerten die Spanier Kanonen ab und die nervös tänzelnden Pferde erzeugten unter den Inka-Kriegern Panik. Mit ihren messerscharfen Schwerten richteten die nur 180 spanischen Konquistadoren ein beispiellosen Blutbad an. In nur wenigen Stunden fanden über 7000 Inka-Soldaten den Tod. Die winzige spanische Mördertruppe hatte die 80.000 Mann umfassende Inka-Armee im Handstreich besiegt. Um sein Leben zu retten, bot Atahualpa den neuen Machthabern ein ganzes Zimmer voll Gold und noch einmal doppelt so viel Silber an. Die Untergebenen des Inka transportierten daraufhin wochenlang die Edelmetalle aus allen Landesteilen nach Cajamarca, um dieses Gebäude bis an die Decke zu füllen. Schließlich waren 18 t Gold und Silber herbeigeschafft. Nie zuvor und niemals danach hat es ein höheres Lösegeld gegeben. Pizarro raffte alles zusammen und verurteilte den Inka-König trotzdem zum Tod am Scheiterhaufen. Dies war die schlimmste denkbare Strafe, denn nach Ansicht der Inka verschwinden Körper und Geist beim Feuertod für immer. Deshalb nahm Atahualpa in seiner letzten Stunde noch den katholischen Glauben an, um 'nur' erdrosselt zu werden. Obwohl es in der Folgezeit noch einige Aufstände gab – das mächtigste Reich in Südamerikas Geschichte war nicht mehr zu retten. Von den großartigen goldenen Kunstschätzen, die sich in diesem Raum auftürmten, ist freilich nichts geblieben. Sie endeten allesamt in den Schmelzöfen der Spanier, die damit ihr Könighaus und dessen Kriege in Europa finanzierten. Feudale Stadtvillen und prachtvolle Kirchen zeugen auch heute vom Reichtum der Stadt.