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Fuli
Fuli, April 2012, © Gerhard Huber, under CC BY-NC 4.0 +Edu

Schon vor 2200 Jahren versuchten die Kaiser der Qin-Dynastie, das Gebiet um Guilin in ihr chinesisches Reich einzugliedern. Damals wurde die Region von Häuptlingen des Zhuang-Volkes regiert. Um ihren Widerstand zu brechen und den Nachschub der Truppen zu gewährleisten, ließ der erste Kaiser von China ein kompliziertes System an Kanälen graben, darunter den 34 km langen Lin-Kanal. Er verbindet das Jangtsekiang-Flusssystem mit dem Li Fluss und stellte damals die einzig brauchbare Verbindung zwischen Nord- und Südchina dar. Heute vermag man sich kaum vorzustellen, dass der gemächliche Li-Fluss damals zu den wirtschaftlich und politisch wichtigsten Wasserstraßen des Landes gehörte. Im 17. Jahrhundert erlangte die Region noch einmal große Bedeutung, als sich die Angehörigen der kaiserlichen Familie auf der Flucht vor den Mandschu-Kriegern in Guilin niederließen und die Gegend wie ein unabhängiges Königreich führten. Seit 1955 ist die Provinz autonomes Selbstverwaltungsgebiet der Zhuang. Mit 17 Millionen Angehörigen sind die Zhuang die größte Minderheit Chinas. Sie gehören zu den Tai-Völkern und sind mit den Austronesiern wie den Ureinwohnern Taiwans, Vietnams, Thailands und der Südsee enger verwandet als mit den Han-Chinesen. Heute allerdings, nach 2200 Jahren im chinesischen Einflussbereich, unterscheiden sie sich kaum noch von der Mehrheitsbevölkerung des Landes. Trotzdem lohnt es sich, abseits der Hauptrouten kleine Orte wie Fuli und Xingping aufzusuchen, wo es noch ruhiger zugeht.