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Schilcher#

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"Heimatlexikon - Unser Österreich"
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Der Schilcher - eine Spezialität der Steiermark - ist weingesetzlich geschützt und bezeichnet eine regional begrenzte Variante des österreichischen Roséweins: er darf nur aus der Blauen Wildbacher Rebe gewonnen werden; Hauptanbaugebiet dieser Sorte ist die Weststeiermark (Gebiet zwischen Eibiswald/Wies über Stainz bis Ligist).

Es ist ein leichter, trockener Wein mit feinzartem Bukett und säurebetontem Charakter; von hellroter bis rubinroter Farbe (er schillert - daher auch der Name! - von hellrosa über zwiebelschalenfarbig bis dunkelrosa; im Trend liegt auch der weißgepresste Schilcher.

Schilchertraube
"Blauer Wildbacher" - (Schilcher)-Trauben / Weststeiermark
© Österreich Werbung/H.Wiesenhofer
Aus der Traubensorte "Blauer Wildbacher" läßt sich natürlich auch ein 'herkömmlicher' Roséwein oder ein Rotwein herstellen.



Bereits die Kelten sollen in der La-Tene-Zeit (400 v. Chr.) im Gebiet der heutigen Steiermark Wein aus der heimischen Wildrebe, der Wildbachertraube, gezogen haben.

In den unruhigen Zeiten der Völkerwanderung und der Awareneinfälle ging der Weinbau stark zurück, gewann aber schon mit Beginn der Christianisierung und Urbarmachung des Landes wieder an Bedeutung und blieb das ganze Mittelalter hindurch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Das 8. Jahrhundert brachte dem Weinbau vorerst im Rheingau einen Aufschwung, als Karl der Große das Anlegen neuer Weingärten verordnete und auf jedem Weingut drei Schankstätten für das Volk einrichten ließ. Diese Entwicklung breitete sich nach und nach im gesamten Reich aus. Die größte Ausdehnung der Anbaufläche dürfte gegen Ende des 16. Jahrhunderts bestanden haben. Danach setzte in Folge von Seuchen und Kriegswirren ein Rückgang ein.

Schilcherverkostung
Verkostung durch Autor Gerhard Roth
© www.imagno.com

Im Jahr 1580 wurde der Schilcher im Weinbuch von Johann Rasch zum ersten Mal schriftlich erwähnt; seit dem 16. Jahrhundert kommt er in allen Kellerbüchern der steirischen Herrschaften und Klöster vor.

Weiterführendes#

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl