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Kunschak, Leopold#


* 11. 11. 1871, Wien

† 13. 3. 1953, Wien


Politiker

Leopold Kunschak
Leopold Kunschak
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Der bedeutende christlichsoziale Arbeiterführer war der Sohn eines Fuhrwerkers. Er begann zunächst eine Setzerlehre, wechselte aber dann zum Sattlergewerbe. Unter dem Eindruck des Tramway-Streiks in Wien 1889 begann er sich für soziale Fragen zu interessieren. 1892 gründete er den Christlichsozialen Arbeiterverein, dessen Obmann er 1897-1934 war, sowie 1896 die Zeitschrift "Freiheit" und 1900 die "Christlichsoziale Arbeiterzeitung". Intensiv betrieb er den Zusammenschluss der katholischen Arbeitervereine. 1904 wurde er in den Wiener Gemeinderat und 1907 in den Reichsrat gewählt. Nach Ausrufung der Republik gehörte er dem Gemeinderat und dem Nationalrat bis 1934 an. 1933 schied er aus der christlichsozialen Parteileitung aus, da der Demokrat ein Gegner der Heimwehrbewegung und der autoritären Politik von Kanzler Dollfuß war. Er warnte noch im Februar 1934 vor einer Radikalisierung des politischen Kurses. Nach 1934 legte er alle Funktionen zurück, versuchte aber über bestehende Gremien der christlichen Arbeiterbewegung zu einem Dialog mit den Sozialisten zu kommen. 1938 und 1944 wurde er von den Nationalsozialisten kurz verhaftet. Während des Krieges hielt er Kontakt zu Gesinnungsgenossen, v. a. zu Lois Weinberger. Kunschak unterzeichnete mit Karl Renner im April 1945 die Proklamation, mit der Österreich wieder als demokratischer Staat erstand. Er war Mitbegründer der ÖVP, 1945 Vizebürgermeister von Wien und 1945-1953 Erster Präsident des Nationalrates.

Werke#

  • "Österreich 1918-1934" (1935)
  • "Steinchen am Wege" (1937)

Literatur#

  • F. Stamprech, Leopold Kunschak - Porträt eines christlichen Arbeiterführers (1950)
  • G. Blenk, Leopold Kunschak und seine Zeit (1966)
  • A. Pelinka, Stand oder Klasse? Die christliche Arbeiterbewegung Österreichs 1933 bis 1938 (1972)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992