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Objekt von Tanja Alber: Joachim Karner schaltet das Licht ein.
Objekt von Tanja Alber: Joachim Karner schaltet das Licht ein.

artgerecht: Konzentration#

(Verbleibende zwei Tage)#

von Martin Krusche

Die Streifzüge im Realraum, im Gestrüpp, an Bächen und Flußläufen entlang, Waldränder und Feldraine nicht zu vergessen… Richard Mayr mit seiner Kamera und seinen Naturerfahrungen, ich mit der mäßigeren Wachsamkeit des Staunenden, weil meine Wahrnehmung oft schnell in die Abstraktion von Sätzen, von Wort-Ensembles kippt.

Dann dieser komplexe Prozeß, in dem schließlich hier Fotografien und da Gedichte in unseren Händen liegen; eine Auswahl. Folglich die Schritte, in denen ein Buch zum nächsten Statement wird, zu einer neuen Erzählung.

Danach dieser Umbruch, wobei das Buch - als ein erweitertes Buch - für andere Menschen zur Quelle und zum Material wird. Mehr noch, was Künstler Luis Siegl als Projekt „Mini Fabula“ angestoßen hat, wurde ein dicht verflochtener Kommunikationsprozeß.

Zeit, eine Strecke#

Ich war nun über Monate ein Angelpunkt in der Begleitung und Bündelung solcher Form kollektiver künstlerischen Praxis, die sich eben in einem alten Bauwerk zu einer Präsentation entfaltet, also aus der Telepräsenz und der verschachtelten Kommunikation in einen Raum zurückführt, der von Öffentlichkeit und öffentlichem Diskurs handelt. Es geht nun um Konzentration.

Abschnittweise hat mich das Arbeitspensum tief erschöpft. Die laufende Verständigung mit rund vierzig Personen, die verschiedenen Handlungsebenen… Abschnittweise war ich mit einzelnen Menschen in verwirrende Situationen verstrickt. Nun konnte ich am Mittwoch, dem 6. Mai 2026, in den beiden Trakten der vormaligen k.k. Poststation einen Eindruck bekommen, was zwei Tage vor der Eröffnung entstanden ist, was erreicht worden konnte.

Ein Objekt von Eva Hollinger.
Ein Objekt von Eva Hollinger.
Ein Objekt von von Sophia Fritz.
Ein Objekt von von Sophia Fritz.

Das übrigens dank einer ebenso versierten wie verläßlichen Crew im Kern des Geschehens, die sich vor allem kurz vor der Vernissage beweisen muß, denn da entscheidet sich im Aufbau der Ausstellung die Qualität des nächsten Ganzen, welches nun einem Publikum angeboten werden wird.

Und ich steh mitten drin, etwas irritiert, weil dieser Abschnitt sich radikal anders anfühlt als alles, womit ich zu dieser Sache über Monate befaßt war. Es ist gewissermaßen eine spontane Entfremdung, die mir deutlich macht, was die Wirkung von Kunstpraxis und Kunstwerken ist. Wenn es gut auf den Punkt kommt, reißt es Türen zu einem anderen Teil der Welt auf.

Skulptur von Siegi Kleindienst.
Skulptur von Siegi Kleindienst.
Objekte von Reinhard Artberg.
Objekte von Reinhard Artberg.

Ich bin nun 70 Jahre alt und führe seit rund 50 Jahren ein Leben in der Kunst. Wie bemerkenswert, daß sich in diesen Zusammenhängen keinerlei Gewöhnungseffekt einstellt. Das bedeutet, nun, an diesem Tag zwischen dem 6. und dem 8. Mai, bin ich aus dem vertrauten Verhältnis zu diesem Kunstprojekt herausgefallen und staune, was ich dabei vorfinde.




Das Set von Nicolas Dellamartina.
Das Set von Nicolas Dellamartina.
Das Set von Armin Karner.
Das Set von Armin Karner.