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Kapeller by KI
Kapeller by KI

artgerecht: Hinter dem Cyberspace#

(Kapeller’sche Ausritte)#

von Martin Krusche

Ich hab Science Fiction-Autor Jürgen Kapeller hier von einer KI als Mad Scientist im Labor inszenieren lassen. Ein ironischer Kommentar zu den Reaktionen, die seine aktuelle Arbeit teilweise auslöst.

Ich bin ja selbst deutlich Old School, obwohl ich mir meinen ersten Computer Mitte der 1980er Jahre gekauft habe; oder vielleicht eben deshalb. Auf dem Kunstfeld, wo noch von persönlicher Aura und singulärer Exzellenz des künstlerischen Individuums geträumt wird, erleben manche unter uns freilich das Anstürmen der KI-Ereignisse als kränkend. Aber der Reihe nach!

Zum Projekt „Mini Fabula“ gingen wir davon aus, daß nach unserem Geschmack das Genre Buchillustration heute allgemein viel zu kurz kommt. Da waren wir zu Beginn Richard Mayr, Luis Siegl und ich im Kielwasser der Arbeit am Buch „An solchen Tagen“.

KI-artwork: KIvD, Edition artchallenge, Privatverlag
KI-artwork: KIvD, Edition artchallenge, Privatverlag

Nicht ohne Druckwerke#

Diese Publikation ist von Anfang an als „Das erweiterte Buch“ konzipiert gewesen. Unsere Orientierung: Von der Gutenberg-Galaxis in den Cyberspace und zurück! Das führte zum Booklet „Mini Fabula“ mit einer Textsammlung, auf die Kräfte der bildenden Kunst reagiert haben. Und zwar so reichlich, daß wir drei verschiedene Varianten des Booklets aufgelegt haben.

All das faßten wir im Mai 26 in der Ausstellung „artgerecht“ zusammen. Dafür war unsere Crew auf 40 Personen angewachsen. Darunter höchst unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler. Nun ereignet sich etwas auf der nächsten Prozeßebene. Wie zuvor Werke der bildenden Kunst als Reaktionen auf die Text entstanden, antwortet jetzt Jürgen Kapeller in Kooperation mit einer KI auf diese Texte und Bilder. Daraus ergibt sich ein wachsendes Konvolut von Bildern, Videoclips und Liedern.

Zwei Beispiele#

Ich fühle mich zwar mit allerhand Bereichen der digitalen Techniken gut vertraut, aber ich bin jetzt ziemlich verdutzt, was sich da auftut. Ich habe bisher noch eher unterschätzt, was sich über solche Anwendungen zeigt, aber auch was es dazu braucht.

Die KI ist ja kein Werkzeug, das man nach eigener Intention so unmißverständlich führt wie eine Schere, mit der man durch eine Stoffbahn geht. Es ist sehr viel komplexer und in dem Sinn verblüffend, weil dabei Unwägbarkeiten zur Wirkung kommen.

Was ich ab dem Anfang der 1990er Jahre als einen „virtuellen Raum“, als Cyberspace erlebt habe, den wir Menschen uns geschaffen haben, um Gemeinwesen in Telepräsenz zu entfalten, hat nun eine Erweiterung bekommen, die ich als essenziell andersartig verstehe, weshalb ich das „Reich der KI“ nun als „Hinter dem Cyberspace“ liegend verstehe.



Ergänzend#



Bild 'tage.cover'