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Am Fluß: Kontext#

von Martin Krusche

Der Fluß ist Grenze. Er ist zugleich eine Aufforderung, diese Grenze zu überwinden. Als Nahrungsquelle war er stets Anlaß, um Siedlungen zu bauen. Er wurde bedeutender Handelsweg und verlangt nach Brückenbau, was den Einfallsreichtum fördert. (Tempel nehme ich zur Kenntnis, Brücken bewundere ich.)

Bild 'fluss02'

Der Fluß und all seine Bäche blieben lange Zeit wichtige Kraftquellen zum Antrieb von Maschinen. Er kann uns Gold ausschütten oder die Senke von Gift sein. Auch als Metapher dient er uns im Fluß der Zeit, und sei es, daß man glänzend untergeht.

Seit den Vorsokratikern ist die Ansicht überliefert, man könne nicht zweimal in den gleichen Fluß steigen. Aus der Antike ist uns dieser Aphorismus erhalten: panta rhei. Alles fließt.

Schließlich ist der Fluß uns in jenen Ansichten der Antike auch die letzte Grenze, an der wir den Fährmann Charon zu entlohnen haben, wenn er uns übersetzt. Der Fluß des Vergessens bietet uns Endlichkeit im unmöglich Absehbaren der Unendlichkeit.