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Notiz 076: Waldwege#

(Wo die Holzwirtschaft greifbar wird)#

Von Martin Krusche#

Nächster Gang auf der Suche nach dem Marterl „Maria im Grünen“. Ich muß also hinter den Gleisdorfer Moosgraben. Den kann man, wenn man im Stadtzentrum aus loszieht, auf ganz verschiedenen Wegen erreichen. Je nachdem, ob man mehr im Trubel des Durchzugsverkehrs bleiben will oder ob man die stilleren Gassen sucht.

Gepflegtes Wegkreuz hinterm Gleisdorfer Moosgraben. (Foto: Martin Krusche)
Gepflegtes Wegkreuz hinterm Gleisdorfer Moosgraben. (Foto: Martin Krusche)

Auf der Hauptstraße entlang lassen sich weitere Wegmarken entdecken. In den Gassen bietet der Blick über die Zäune Klassiker wie Gartenzwerge, manchmal selbstgebastelte Objekte, aber auch Garten-Deko aus dem Baumarkt.

Es geht also immer um Codes und um Kommunikationsakte. Der Wunsch nach dem „Schönen“ ist ja so oder so ein Ausdruck von symbolischem Denken, ganz egal, in welcher Geschmacks-Nische man sich heimisch fühlt.

Unter dem harten Februar-Licht in den andauernden Ausgangsbeschränkungen sah ich da eine Frau mit Besen auf einem Garagendach, dort einen Mann mit Motorsäge in einer Baumkrone, auf Balkonen rauchende Leute in Gesprächen, solche Szenen.

Holzrücken mit dem Forwarder: der Waldboden duckt sich. (Foto: Martin Krusche)
Holzrücken mit dem Forwarder: der Waldboden duckt sich. (Foto: Martin Krusche)

Hat man die Stadtgrenze überschritten, finden sich bemerkenswerte Beispiele an Häusern ganz verschiedener Dimensionen, die gemeinsam abbilden, wie in der einstmals so armen Region langsam der Wohlstand wuchs.

Ich erwischte prompt den falschen Graben. Obwohl schon länger kein Regen gefallen ist, geriet ich auf schlammigen Boden. Der Wald gibt also Wasser her. In einer Nische stand ein riesiger Forwarder. Man muß keine Fachkraft sein, um zu ahnen, was solches Gerät am Waldboden anrichtet.

Bei meinem vorigen Gang hab ich gesehen, wieviel Holzarbeit tiefer in diesem Gebiet noch unerledigt wartet, wo eventuell Jahre nichts mehr gemacht wurde. Hier heraußen sind das Fällen und das Holzrücken lebhaft in Gang. Ein sachkundiger Passant hat mir erzählt, so ein Bloch im üblichen Maß, etwa 60 Zentimeter Durchmesser, bringt es auf über eine halbe Tonne Gewicht pro Festmeter. Da möchte niemand im Weg stehen, wenn sich so ein Stamm unkontrolliert bewegt.

Einmal mehr die unübersehbare Präsenz von Mutter Maria. (Foto: Martin Krusche)
Einmal mehr die unübersehbare Präsenz von Mutter Maria. (Foto: Martin Krusche)

Ein Stück weiter dieses markante Wegkreuz, gut betreut. Die Bank daneben gibt mit einem Schildchen Aufschluß: „Gewidmet von Fam. Ortner, Haidenbauer jun. und Prem Hansi“. Und wie schon mehrfach betont, Maria ist in der Gegend recht populär.