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Bild 'bachmann004'

Ingeborg Bachmann#

(Eine Markierung)#

von Martin Krusche

Ich bin kein Fanboy. Wenn ich an die Bachmann denke, dann völlig unaufgeregt, aber gutgelaunt. Als ich in den 1970ern meinen Platz im heimischen Kulturbetrieb gesucht hab, war sie für mich eine wichtige Referenzgröße. Ein Monument im geistigen Leben des Landes.

Es lag mir nicht daran sie anzuhimmeln, sondern meine Orientierung zu präzisieren. Das hat immer noch Geltung und Gewicht. Vor dem Hintergrund, daß ich damals vor allem von amerikanischer Literatur sehr bewegt war. Nelson Algren, Sinclair Lewis, Toni Morrison, Upton Sinclair, Alice Walker; solche Stoffe.

Da konnte ich bei Bachmann mühelos anknüpfen. Ich bin bis heute vergnügt, mich in einem geistigen Leben zuhause zu fühlen, das von solchen Persönlichkeiten geprägt wurde. Gerade auch jetzt, in einer Phase, da mir sogar im Kulturbetrieb Tendenzen zur Verschnöselung und ein stellenweiser Rechtsruck zugemutet werden. Da mag ich Nachschau halten, was in Österreich intellektuell und poetisch schon geleistet wurde.