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Komponenten#

(Der Teil und das größere Ganze)#

Von Martin Krusche#

Das Projekt „Wegmarken“ besteht aus mehreren Teilprojekten. Unsere vorrangige Arbeit gilt derzeit einem Buch, das Objekte der Kleinregion Gleisdorf zeigen wird. Vier Gemeinden: Albersdorf, Gleisdorf, Hofstätten und Ludersdorf. Formell ein EU-Projekt (LEADER), dessen Projektträgerin die Kleinregion ist.

Richard Mayr in freier Wildbahn.
Richard Mayr in freier Wildbahn.

Aber wir bearbeiten von Haus aus ein größeres Themenfeld, richten Querverbindungen zu anderen Genres ein, betreiben komplementäre Teilprojekte. Nur auf diese Art scheint es mir möglich, ein Beispiel der Best Practice in kollektiver Wissens- und Kulturarbeit zu entfalten.

Prozeßhafte Vorgehensweise, gelingende Kommunikation zwischen Sach- und Machtpromotoren, effiziente Kombination von Hauptamt und Ehrenamt, also von bezahlter und unbezahlter Arbeit.

Damit lassen sich in der Provinz, also abseits des Landeszentrums, allfällige Standort- und Ressourcennachteile kompensieren. Dadurch läßt sich außerdem belegen: Provinz heißt nicht zwingend provinziell.

Dorf 4.0#

Der Teil mit dem Buchprojekt entstand aus dem größeren Arbeitsfeld „Wegmarken“, getragen von Kunst Ost. Dazu gibt es eine mehrjährige Kooperation mit drei Lokalpolitikern, was sich in der Praxiszone Dorf 4.0 ausdrückt.

Werner Höfler in Hofstätten, Peter Moser in Ludersdorf und Robert Schmierdorfer in Albersdorf haben dabei gezeigt, daß sie für eine prozeßhafte Wissens- und Kulturarbeit zu haben sind, die nicht auf schnell realisierte und medienwirksame Events setzt, sondern in die Tiefe gehen darf. Dabei läßt sich das bevorzugte Themengeflecht von Kunst Ost gut ausloten: die Bezüge zwischen Volkskultur, Popkultur und Gegenwartskunst.

Ein Beispiel für die Korrespondenz mit anderen Feldern: Grafiker Heinz Payer hat sich mit seinen Mitteln zum Projekt geäußert.
Ein Beispiel für die Korrespondenz mit anderen Feldern: Grafiker Heinz Payer hat sich mit seinen Mitteln zum Projekt geäußert.

Das Buch und die EU#

Dieses Vorhaben der Energieregion Weiz Gleisdorf ist, wie erwähnt, in der Projektträgerschaft der Kleinregion Gleisdorf verankert. Die Gesamtverantwortung liegt dafür beim Gleisdorfer Bürgermeister, dem Nationalratsabgeordneten Christoph Stark. Stark hat für die Redaktionshoheit Gleisdorfs den Kulturreferenten Karl Bauer delegiert. Als Konsulent wirkt für diesen speziell komplexen Themenbereich der Historiker Siegbert Rosenberger.

Für die anderen Gemeinden obliegt die Auswahl der Objekte zum Buch jeweils den Bürgermeistern: Werner Höfler (Hofstätten an der Raab), Robert Schmierdorfer (Albersdorf-Prebuch) und Hans-Peter Zaunschirm (Ludersdorf-Wilfersdorf).

Auf der operativen Ebene sind wir vier Leute. Peter Moser ist der Projektleiter in der Umsetzung. Ich trage als Autor redaktionelle Verantwortung. Fotograf Richard Mayr ist für die Qualität der visuellen Umsetzung zuständig. Er wird folglich mit Graphikdesigner Jörg Klauber die Buchgestaltung erarbeiten.

Typographie und Layout sind ja zentrale Faktoren, um den Charakter des Buches zu prägen. Das Spezielle daran: dieses Genre zeigt große Teile seiner Wirkung, ohne dabei unbedingt bewußt wahrgenommen zu werden. (Ein vorzügliches Layout begünstigt den anspruchsvollen Prozeß der Kognition, befördert den Inhalt erheblich besser als mäßige Gestaltung.)

Eigenständige Regionalentwicklung#

Sie sehen, ich hab für die Umsetzung der Idee zu diesem Buch ein hochkarätiges Team von Leuten aus der Region zusammenstellen können. Dieses Bemühen steht in der Tradition einer Denkrichtung, die von eigenständiger Regionalentwicklung handelt, was unter anderem meint: die vorhandenen Talente und Qualitäten im eigenen Lebensraum aufspüren, statt einfach nur mit gutem Geld Kräfte von außen zu holen.

Das bedeutet auch, vorhandene Kompetenzen zu nutzen, indem man sachkundige Menschen kennt und würdigt. Damit ist überdies ein wichtiger Beitrag zu jenem Bottom up-Prinzip geleistet, das zu den Grundbedingungen etlicher EU-Programme zählt. Ideen und Projekte kommen „von unten“, sind das Ergebnis der Partizipation ansässiger Bürgerinnen und Bürger.

Redaktionsarbeit, von links: Peter Moser und Werner Höfler.
Redaktionsarbeit, von links: Peter Moser und Werner Höfler.
Debatten, von links: Siegbert Rosenberger und Richard Mayr.
Debatten, von links: Siegbert Rosenberger und Richard Mayr.

Also nicht von Politik und Verwaltung aufwärts, sondern von der Basis der Zivilgesellschaft her. Sie können dieses Projekt als exemplarisches Beispiel für diesen Modus ansehen. Vor allem, wenn Sie beachten, was ich hier in den folgenden Kapiteln noch darlegen werde.

Komplementäre Anordnung#

Die komplementäre Verknüpfung dieses Projektes mit anderen Teilprojekten ist ebenso Bottom up entstanden und wird von hochkarätigen Leuten aus der Region getragen. Dabei werden Sie feststellen können, daß wir alle drei genannten Genres abdecken: die Volkskultur, die Popkultur und die Gegenwartskunst, mit ihren diversen Schnittpunkten.

Sie werden ferner sehen, daß wir Aktion und Reflexion beieinander halten. Das bedeutet: zur praktischen Arbeit gibt es stets auch Glossen und Essays, in denen inhaltliche Grundlagen erörtert und dargestellt werden. Theorie und Praxis gehen bei uns Hand in Hand.

Funde: ein ansehnliches Architekturbeispiel als Ruine.
Funde: ein ansehnliches Architekturbeispiel als Ruine.
Funde: eine klasische „Loambudl“, voll funktionsfähig.
Funde: eine klasische „Loambudl“, voll funktionsfähig.

Dazu pflege ich seit wenigstens dreißig Jahren eine penible Dokumentation der Projekte und Prozesse, wovon Sie vieles online finden.

Daher können Sie sich im Internet über den Lauf der Dinge und den Stand unseres Projektes nach Belieben informieren, ohne mich danach fragen zu müssen. Transparenz durch Evidenz statt der weitverbreiteten Geheimniskrämerei bei der Nutzung öffentliche Gelder. Die Res publica ist ja öffentliche Angelegenheit und keine Res secret, also Geheimsache.