Richard Mayr: Corrida#
(Zivilisation und Wildnis)#
von Martin KruscheIm Werk von Richard Mayr spielt Tierfotografie eine wesentliche Rolle. Und da sind es hauptsächlich die gefiederten Völkchen, auf die er große Geduld und Ausdauer verwendet. Daher ist diese Fotostrecke nun im massiven Kontrast dazu angelegt.
Überdies war das in Sevilla ausgerechnet jene Corrida, in der José Antonio Morante, genannt Morante de la Puebla, ein anerkannter Großmeister des Faches, vom Stier Clandestino überrannt und schwer verletzt wurde.
Wo versucht wird, die Wildnis zu bezähmen, müssen wir eben immer wieder feststellen, daß wir Kräfte herausfordern, gegen die wir nicht bestehen können. Geschick und Technik vergrößern unseren Spielraum etwas und in der Arena zeigt sich: der Stier überlebt nicht.
Aber das gilt nur für den engen Rahmen halbwegs geordneter Verhältnisse, wenn ein ganzes Team darüber wacht, daß rettende Eingriffe möglich sind, wenn ein Mensch an solchen Kräften scheitert. Die Zivilisation ist gegen die Wildnis bloß mit schwachen Mauern abgegrenzt. Manche Menschen zieht es genau zu diesen Schnittstellen hin; um sich mit der Wildnis zu messen oder um sich mit ihr zu vereinen.
- Corrida (Episode IV: Endorphin-Festival)
