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Krusche per KI als Nerd: Ist Code Poesie?
Krusche per KI als Nerd: Ist Code Poesie?

Cyberspace: Intelligenzfragen#

(Neigungsgruppe Dark Matter)#

von Martin Krusche

Was in einem Computer vorgeht, ähnelt nicht einmal annähernd dem, was der menschliche Geist tut. Wahrnehmung und Denkvorgänge der Menschen ereignen sich grundlegend anders als Datenverarbeitung.

Die Maschine hat keine Leib, keinen Stoffwechsel, keine Welterfahrung. Wurde sie fertiggestellt und ihre Funktionstüchtigkeit erwiesen, kann sie von Null weg das, wofür sie gebaut wurde. Der Mensch wird zur Welt gebracht und wächst auf, macht vielfältige Erfahrungen.

Was wir heute als KI kennen, ist demnach keine derartige Intelligenzform, sondern – wie erwähnt – Datenverarbeitung. Eine völlig andere Kategorie von Ereignis. Daher halte ich die Begrifflichkeit „Künstliche Intelligenz“ für einen semantischen Fehltritt, der überhaupt nicht notwendig gewesen wäre, der uns heute lästige Arbeit macht, weil er laufend für Irritationen sorgt.

Semantik handelt von der Beziehung zwischen Zeichen, Wörtern oder Sätzen mit dem, was sie bezeichnen. Das sind von Menschen gemachte Konventionen. Welche Notwendigkeit soll bestanden haben, zwei derart verschiedene Vorgänge unter denselben Begriff (Intelligenz) zu stellen?

Also bleibt energisch zu fragen, weshalb wir so eine Schlamperei jetzt wiederholen und dieses semantische Manöver auf den Bereich der Kunst übertragen sollten. Ich sehe kein Problem, das Wort Kunst menschlichen Werken vorzubehalten und für das, was eine Maschine hervorbringt, eine andere Kategorie zu definieren. Das sollte unser Sprachvermögen zulassen.

Dann wäre da noch von Mischformen zu reden, von menschlichen Werken, zu deren Herstellung KI eingesetzt wurde. Wenn das menschlicher Intention und Konzeption folgt, ist für mich die Zuschreibung klar. Ich bestimme, was ich dem Genre der Kunst zurechne oder ob ich es der Maschine überlasse, auf meinen Impuls hin ganz den eigenen Gesetzen zu folgen.

Ich definiere das Setting dieser Mensch-Maschinen-Situation und ordne dann das Ergebnis nach meinen Kriterien ein. Das leiste ich mit meiner menschlichen Intelligenz. In dieser Frage hat die Maschine keine Parteienstellung. Das mag sich ändern, falls dereinst Maschinen sich selbst erkennen und Geist zeigen. Da befinden wir uns im Augenblick aber nicht.