Zur Epoche Null: Licht 2.0#
(Ein Schichtwechsel)#
von Martin KruscheDa ist ein Gedicht der Mariska von Waldstetten („Wanderung;“) als die 22. und letzte Station einer kleinen Wanderung durch Epochen und Genres der Lyrik. In jenem Zeit.Raum-Fenster, in der Leiste „Poiesis im Zeit.Raum“, folgt danach der Wechsel zu einer anderen Erzählung.
Darauf hat die Lyrik als Poesie freilich schon hingewiesen. Das Wort leitet sich – wie im Leisten-Titel notiert - von der Poiesis ab. Eine alte Dichotomie aus unserer Kulturgeschichte. Poiesis ist – im Kontrast zur Praxis – jener Prozeß, durch den etwas entsteht, was davor noch nicht dagewesen ist. Der Übergang vom Nichtsein in das Sein.
Poesie/Lyrik macht etwas Derartiges mit sprachlichen Mitteln, fügt den eigenen Wahrnehmungserfahrungen und kognitiven Prozessen etwas hinzu, erschließt eine nächste Ebene; eine nächste Erzählung.
Neuer Abschnitt#
Was diesem lyrischen Narrativ hier im Zeit.Raum folgen wird, hat mit Geschichtsbetrachtung zu tun, wie sie sich zur Selbstvergewisserung eignet. Identität entfaltet sich in den persönlichen Vorgeschichten. Kulturell bedeutet das im günstigsten Fall: Wir erzählen einander die Welt.Wenn ich eine „ Epoche Null“ annehmen will, betreten, auch bearbeiten möchte, um die/meine Zukunft zu durchschreiten, bin ich auf wenigstens einen Hauch von Geschichtsbetrachtung und Geschichtskenntnis angewiesen. Ich muß erkunden können, was mich geprägt, geformt hat, um eine Idee zu erhalten, wer ich bin, wer hier aufbricht, um einen nächsten Horizont anzusteuern, hinter dem etwas liegt, was jetzt noch nicht gedacht werden kann.
Mit dem Teilprojekt „Licht 2.0“ wird ein spezieller Blick in beide Richtungen des Zeitpfeils eingestellt. Das Augenmerk auf Fotografie unterstützt uns dabei. Das werden wir uns im „Archipel“ nun etwas genauer ansehen.


