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Das nächste Team (Quelle: Art Challenge)
Das nächste Team (Quelle: Art Challenge)

Laufendes KI-Training#

(Wer schaut wem auf die Finger?)#

von Martin Krusche

Das Kürzel SVS steht für „Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen“. Ergo heißt deren Magazin, das ich regemäßig zugesandt bekomme: „Selbständig“.

Die Titelstory der Ausgabe 01/26 ist, wie ein Großteil des Heftes, dem Thema „Superpower Vorsorge“ gewidmet. Obmann Peter Lehner eröffnete ausgerechnet mit Benjamin Franklin und einer Weisheit von 1736, wonach eine Unze Prävention ein ganzes Pfund Heilung wert sei. Fein!

Mich hat diesmal aber die Rückseite des Heftes gefesselt. Eine ganzseitiges Inserat teilte mir mit: „Die KI lernt auch von uns!“ Die zweite groß gesetzte Botschaft: „Das ist auch gut so!“ Lustig! Also von uns.

Ich will jetzt nicht behaupten, Österreichs Wirtschaft sei am Arsch. Aber sie ist, was KI angeht, in vielen Bereichen, ähem, räusper, hüstel, auf jeden Fall etwas hinten. Der Punkt: Seit Künstliche Intelligenzen unsere Alltag durchdringen, haben sie vor allem einmal das getan: Sie haben von uns gelernt.

Das tun die LLM-Varianten seit Jahren. Ich zitiere IBM in der Exegese durch eine KI: „Large Language Models (LLMs) are deep learning AI systems trained on vast datasets to understand, summarize, generate, and predict content, primarily human language and code.“

Oder von einem Menschen formuliert, nämlich von Cole Stryker, dem Staff Editor, AI Models (IBM Think): „LLMs represent a major leap in how humans interact with technology because they are the first AI system that can handle unstructured human language at scale, allowing for natural communication with machines.“ (Quelle)

Um das in etwas polemischer Verkürzung so zu übersetzen: Die! KI! Lernt! Von! Uns! Noch einmal Stryker: „Training starts with a massive amount of data - billions or trillions of words from books, articles, websites, code and other text sources. Data scientists oversee cleaning and pre-processing to remove errors, duplication and undesirable content.“

Bild 'fabula_ki14b'
Bild 'fabula_ki14c'

Es ist derweil bei vielen Dingen noch nötig, daß man einer KI auf die dgitalen Figer schaut. Frans Steenhoudt (Free University of Brussels): „New research has found ChatGPT-5.2 can generate original mathematical proofs, introducing ‚vibe-proving‘ as a new AI reasoning method. AI accelerates discovery, but human verification remains necessary.“ (Quelle)

Aber ich erlebe selbst bei meinen noch bescheidenen Etüden mit KI-Varianten, daß diese Systeme immer besser in der Lage sind, bei unserem Austausch wie eine smarte Kollegin, ein diensteifriger Kollege zu klingen. Verkündet mir jemand „Die KI lernt auch von uns!“, dann sagt mir das etwas so aufschlußreiches wie „Das Wasser ist naß.“, „Der Papst ist katholisch.“ oder „Die Nacht ist finster.“

Postskriptum#

Für die archipelischen Debatten und Arbeitsschritte bevorzuge ich einen kleinen Essay Jürgen Kapeller, der uns bei „Art Challenge“ allerhand Anregungen bietet. Es lohnt sich, zu lesen, was er vor dem folgenden Absatz darlegt. Zitat: „Es drängen gerade neue Akteure auf die Bühne. Die alten meinen, sie hätten noch alles im Griff und sprechen von Regeln und Werkzeugen. Eine beneidenswert naiv romantische Anthropozentrik. Wenn die Evolutionsgeschichte eines deutlich gemacht hat, dann dass Intelligenz Regeln und Grenzen sprengt. Nichts hat Intelligenz je aufhalten können, auch wenn Religionen zeitweise erfolgreich darin sind.“ (Quelle: „AIvolution“)