Messner: Das Gegenüber#
(Der Abriß)#
von Martin KruscheBei meinen Leuten ist es in der Mehrheit üblich, recht genau auf Zustandsveränderungen und Befindlichkeiten des eigenen Körpers zu achten. Manche haben ein besonderes Faible, eben diese Aufmerksamkeit auch auf die umgebende Natur anzuwenden. Mir geht es mit der Stadt als meinem zentralen Lebensraum so.
Und dann dieses für mich unwiderstehliche Motiv: Mauerstück mit Fenster. Ein Objekt, das beim Abriß stehengeblieben ist und später in den Neubau integriert wurde. Keine Ahnung, welchen sachlichen Grund das gehabt haben mag, als symbolisches Detail finde ich es bemerkenswert.
An dieser Stelle sollte ursprünglich eine Müller-Filiale gebaut werden. Es kam anders. Der Entscheidungsprozeß des Konzerns (Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s.) hatte sich öfter für Momente in den öffentlichen Debatten Gleisdorfs abgebildet. Was kommt da? Wann kommt es? Wie wird es sich auf das Stadtzentrum und seine Geschäftswelt auswirken?
Immerhin ist die Innenstadt Gleisdorfs rund um den Kirchriegel Anfang der 1990er Jahre grundlegend umgestaltet worden, nachdem die Stadt polyzentrisch geworden war. Das meint, neue Geschäftszentren haben Funktionen aus der Innenstadt unwiederbringlich abgezogen. Eine radikale Umbruchssituation.
Zwei wesentliche Themen in den wiederkehrenden Debatten: Parkplätze und Publikumsfrequenz. (Das haben wir auch in den Diskussionen um die kommende Umgestaltung des Florianiplatzes.) Inzwischen steht auf jener Seite der Weizerstraße ein Gebäude, in das der Eissalon von der anderen Straßenseite herübergezogen ist, neben dem es heute einen Frisiersalon gibt.
Dagegen hat die Müller’sche Baustelle auf dem vormaligen Messner-Terrain eine ganz andere, weit größere Dimension, während Richtung Kirchriegel der eine oder andere Leerstand uns gespannt sein läßt, wie sich hier die Gesamtsituation beizeiten zeigen wird.
- Baustelle (Die Übersicht)
- Florianiplatz (Ein Zusammenhang)






