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Episode 68: Chris (†)#

(Last Exit Graz)#

Von Martin Krusche#

Ich hatte den Eindruck, daß Chris, selbst wenn er seßhaft war, ein Reisender gewesen ist. Das bleibt übrigens ein Vorteil des Lebens in der Kunst. Wir haben einen Alltag in der Welt realer soziale Begegnungen. Wir haben das Traumleben. Und zwischen all dem ist das Imaginäre, das einen zu Kunstwerken befähigt.

Bild 'chris03a'

Ich habe Chris nie danach gefragt, halte es aber für naheliegend, daß er keine sehr soliden Grenzen zwischen diesen Räumen aufrecht erhalten hatte und sich zwischen diesen Terrains mühelos hin- und herbewegen konnte.

Ich mag nun dieses Bild der letzten Ausfahrt. Die Leiblichkeit endet, also die leibliche Anwesenheit auf dieser Welt. Mehr wissen wir nicht. Ich hab seine Stimme noch im Ohr und etliche seiner Arbeiten umgeben mich.

Nur wenige Menschen bleiben mir auf diese Art gegenwärtig. Es ist mir angenehm, über all das sehr unaufgeregt nachzudenken, denn auch meine Zeit geht zur Neige. Mir fallen gerade diese Zeilen aus einem Song der „Righteous Brothers“ ein:
If you believe in forever
Then life is just a one-night stand
If there's a rock n' roll heaven
Well you know they've got a hell of a band