Transit: Stromlinien-Moderne#
(Richtung Mythos Puch Nr. 12)#
von Martin KruscheEs ist naheliegend, daß ich mich zu diesem Thema mit Architekt Joachim Karner verständigt habe, denn was als „Stromlinien-Moderne“ gilt, faßt eine Ära zusammen, die ihren Ausdruck in vielen Genres gefunden hat. Sehr wesentlich auch in der Architektur.
Da ist unbedingt vom Bauhaus zu reden, freilich nicht nur von Gebäuden, sondern auch von Innenausstattungen, Haushaltsgeräten, Accessoires etc. Mit Designer Norman Bel Geddes hab ich mich schon befaßt. Sehr aufschlußreich, wenn man verstehen möchte, was ab den 1930er Jahren von den USA ausgegangen ist. (Stichwort: Futurama!) Designer Raymond Loewy war ebenfalls enorm einflußreich… Es tut sich ein großes Themen-Spektrum auf.
Ich gehe erst einmal von der Mobilitätsgeschichte aus. Demnach ist hier der Fokus kurz auf Paul Jaray gerichtet. Der Audi, nach seinen Prinzipien gestaltet, ist heute vermutlich kaum noch jemandem bekannt.
Dazu paßt sehr anschaulich, daß Audi im Februar 1998 den TT auf den Markt gebracht hat, von dem man sagen kann, daß er etwas exemplarisch abbildet. Jaray’sche Karosserien, die es in Varianten ab 1921 gab, waren sehr experimentelle Exponate. Jahrzehnte später finden sich mit diesem 2+2-Sitzer von Audi derlei Prinzipen alltagstauglich auf unsere Straßen.
Dazwischen liegt noch eine besondere Markierung, die formal vorzüglich in diese Aufstellung paßt. Erwin Komenda, der den VW Typ 1 („Käfer“) und den Porsche 356 entworfen hat, wirkte auch an de Form des Porsche 550 Spyder mit. Das ist jener Typ, in dem „Little Bastard“ James Dean sein Leben verloren hat.
Der Spitzname stammt übrigens von dessen Freund Bill Hickman; Zitat: „In those final days, racing was what he cared about most. I had been teaching him things like how to put a car in a four-wheel drift, but he had plenty of skill of his own. If he had lived he might have become a champion driver. We had a running joke, I'd call him Little Bastard and he'd call me Big Bastard.“ (Hickman fuhr im Film „Bullitt“ (1968) den Dodge Charger in jener legendären Verfolgungsjagd, hinter ihm Steve McQueen in einem Ford Mustang.)
Ich hatte selbst einmal Gelegenheit, mich in eine Spyder-Replika zu setzen. Ein puristische Fahrmaschine, nur das Allernötigste, in einem Design, das zu unserer Geschichte paßt. Ich hab das Motiv jüngst aufgegriffen, um einige Bilder mit der KI-Persona Margarethe zu generieren, bei denen der Spyder eine Rolle spielt.
Dabei bekam ich erneut diesen Eindruck, was entsteht, wenn eine KI halluziniert. Das bedeutet, wenn ihr die verfügbaren Daten keine ausreichende Klarheit bieten und ihr Setting das Halluzinieren nicht verbietet, liefert sie ein kurioses Phantasieprodukt. So erneut geschehen, als ich die KI-Persona Margarethe und mich an den offenen Motorraum stellen ließ, der beim Spyder natürlich hinten und nicht vorne ist.
Daß ich auf diesem Bild jünger und schlanker dargestellt werde, als ich es bin, will ich nicht beklagen. Aber der KI-generierte Spyder sieht aus, als hätte Doktor Frankenstein einen schlechten Tag gehabt. Das sind kuriose Details eines Themenbogens, denn wir grade erst zu präzisieren beginnen.
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