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Troll: Prinz der Bassena#

(Vom Haß im Netz)#

von Martin Krusche

Der Schnösel von Ilz beliebte vor etlichen Wochen in der Timeline von Gleisdorfs Kulturreferent Karl Bauer folgenden Kommentar zu deponieren, den Bauer bisher nicht gelöscht hat: „Was für ein Schwachsinn und wenn es möglich wäre dann könnte es nicht Krusche! Ich glaube an die Kunst des Menschen in Ewigkeit, Amen!“

Wenn man fürchtet, was man nicht versteht (by KI.)
Wenn man fürchtet, was man nicht versteht (by KI.)

Diese Episode ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. Daß ein Kulturreferent solche Fehltritte auf seinem Terrain zuläßt, muß erstaunen, denn das ist kein Diskursbeitrag, sondern pure Abschätzigkeit, der schlichte Ausdruck von Haß im Netz.

Sowas hat noch eine weitere Dimension, die ich verblüffend finde. Beide, der Schnösel und der Kulturreferent, ignorieren in der Sache, was es heißt, wenn man mir per Massenmedium öffentlich und vor Publikum ausrichtet, meine Arbeit sei „Schwachsinn“, ohne das zu begründen, ohne es belegen können.

Der Nachweis von „Schwachsinn“ würde mich selbst interessieren, da meine Arbeit detailreich dokumentiert ist. Welche Argumente kämen da auf den Tisch? Was weiß der Schnösel, was ich nicht weiß? Weshalb wäre das alles von Belang? Wollte ich nun einen Anwalt und das Bezirksgericht bemühen, hätten beide Männer vermutlich eher schlechte Karten.

Wenigstens ein Lokalpolitiker könnte wissen, was zum Beispiel das Bundeskanzleramt mitteilt. Zitat: „Üble Nachrede ist in Österreich nach § 111 des Strafgesetzbuches (StGB) strafbar, wenn eine Person über eine andere unwahre Tatsachen verbreitet, die geeignet sind, deren Ruf in der Öffentlichkeit herabzusetzen.“ (Quelle: „Strafbare Handlungen gegen die Ehre“)

Solche Details machen anschaulich, was jemand an Diskursqualität für akzeptabel hält. Zitat Karl Bauer vom 06.08.2026: „Seit einem Jahr ist Gleisdorf ein steirisches Zentrum des kritischen Dialogs zu aktuellen kulturpolitischen Fragen!“

Was der Fall ist#

Mit Social Media hat der Boulevard eine enorme Breite gewonnen. So entstanden Bühnen für öffentliche Auftritte, auf denen viele Menschen um Selbstdarstellung ringen, indem sie einen kritischen Diskurs simulieren.
Haß im Netz boomt.
Haß im Netz boomt.

Was man unter „Haß im Netz“ versteht, sollte zumindest unter Kulturschaffenden bekannt sein. Wenn dann Admins (bei Gruppen) nicht eingreifen, wenn Einzelpersonen ihre Timelines von Abschätzigkeit nicht freihalten, verschlechtert sich das soziale Klima in Communities rasant.

Der aktive „Hater“ korrumpiert die Netzkultur, beschädigt Gemeinschaften, bringt Telepräsenz in Schieflage. Es gibt seit der Antike eine simples Prüfverfahren, mit dem jeder halbwegs gebildete Mensch mühelos zurechtkommen sollte.

Liegt ein Argument zur Sache vor oder ist es ein Argument zur Person? Wer „ad rem“ argumentiert, fördert die Debatte. Dabei sollte Dissens kein Problem sein, denn in einer Demokratie ist Antwortvielfalt unverzichtbar.

Wechselt jemand aber zu Argumenten „ad personam“, „ad hominem“, ist das ein deutliches Zeichen, daß es nicht mehr um Erkenntnisgewinn geht. Mit solcher Strategie soll ein Gegenüber umgehauen und aus der Debatte gekegelt werden.

Was nützt daher so ein Prinz der Bassena, der endlich mehr Reichweite hat, wenn er seine Abschätzigkeit ausposaunt, medial verbreitet? Ich lese beim Schnösel von Ilz immer wieder Kommentare wie „Was für ein Blödsinn!“ und ähnlich abwertende Statements, zu denen er freilich keine Begründung liefert. Er beschimpft Andersdenkende bloß.

Wer so handelt und gegen Einwände taub bleibt, wird von meinen Online-Terrains ausgeschlossen. Daß Gleisdorfs Kulturreferent dafür offen bleibt, sollte mich nun nicht weiter kümmern.