Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast

Der Heilige Nikolaus von Myra - Sein Leben - Seine Legenden#

Von Ernst Zentner

Der Heilige Nikolaus, Paul Troger, 1746 - Attribute des Heiligen: Mitra, Priestergewand, Pluviale, Evangeliar, drei goldene Kugeln und Bischofsstab - Ausschnitt aus Foto: Uoaei1, Wikimedia Commons - Gemeinfrei
Der Heilige Nikolaus, Paul Troger, 1746 - Attribute des Heiligen: Mitra, Priestergewand, Pluviale, Evangeliar, drei goldene Kugeln und Bischofsstab - Ausschnitt aus Foto: Uoaei1, Wikimedia Commons - Gemeinfrei

In der Stiftskirche Melk gibt es einen Nikolaus-Altar. Das große Ölbild, gemalt von Paul Troger (1746), zeigt den Heiligen als bärtigen älteren Herrn mit einer Bischofsmitra inmitten eines Wolkengebirges. Ein Engel hält seinen Bischofsstab. Im Umfeld dieses schönen Bildes gibt es noch die üblichen Legendenszenen so etwa als Reliefs.
Aber wer war Nikolaus von Myra? Geboren wurde er um 270 bis 286 in Patara. Das lag an der Mittelmeerküste Lykiens in der heutigen Türkei. Er starb zwischen 326 und 365, am 6. Dezember. In der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts wirkte er als Bischof in der kleinasiastische Provinz von Lykien. Damals lag Lykien zuerst als Teil im römischen und dann im byzantinischen Reich. Sein Gedenktag ist der 6. Dezember. Er gilt als der bekannteste Heilige in der orthodoxen und lateinischen Kirche. Über ihn sind kaum verlässliche historische Begebenheiten verfügbar.
Sein Name Nikólaos (aus νίκη und λαός) stammte aus dem Griechischen und bedeutet Sieg des Volkes.
Seine Eltern starben an der Pest. Das ererbte Vermögen verteilte Nikolaus unter den Armen. Sein Onkel Nikolaus d. Ä. erhöhte ihn zum Abt eines von ihm gegründeten Klosters. Bald wurde Nikolaus Bischof von Lykien. 325 nahm er am ersten ökumenischen Konzil zu Nicäa teil, wo er die Trinität sogar handgreiflich verteidigte. Unter der Christenverfolgung erlitt er Qualen (310). 1087 wurden seine Reliquien während einer Evakuierung vor seldschukische Krieger von süditalienische Kaufleute aus seiner Grablege in der St.-Nikolaus-Kirche zu Myra (heute Demre, Türkei) entwendet und nach Bari gebracht, wo sie auch in der eigens errichteten Basilika San Nicolas-Kirche untergebracht sind.
Seine Heiligenbiographie ist mit vielen Legenden ausgeschmückt, die sogar in der Sakralkunst reflektiert wurden.
Nur signifikante Beispiele:
Ein Vater brachte die Mitgift für Verheiratung seiner drei Töchter nicht auf, worauf er sie zur Prostitution zwingen wollte. Nikolaus hörte davon und warf in den folgenden Nächten jeweils einen Goldklumpen in das Schlafgemach der drei Jungfrauen. Der Vater bedankte sich bei dem Heiligen höchstpersönlich.
Nikolaus erweckte drei eingepökelte Knaben wieder zum Leben.
Er rettete in Seenot geratene Schifferleute.
Drei unschuldig zum Tod verurteilte Soldaten errettete der Heilige.
Und noch andere Legenden machten Nikolaus über die Jahrhundert zu einem der wichtigsten Heiligen überhaupt. Viele Kirchen tragen sein Patrozinium. Viele Orte sind nach ihm benannt.
Um seinen Festtag findet auch viel Brauchtum statt. In seiner Begleitung sind oftmals der Krampus zu sehen. Festliche Umzüge gehören dazu.
Sogar zwei Sonderpostämter gibt es: St. Nikola an der Donau (OÖ) und Nikolaus Sonderpostamt Pram-St. Nikola (OÖ).

Nikolaus, Santa Claus und Christkind#

Der Coca-Cola Company-Santa Claus ist eine Kreation eines schwedischen Zeichners (Haddon Sundblom; 1931!). Natürlich gab es schon im 19. Jahrhundert einige Varianten.
Schon lange versuchen Kritiker des Weihnachtsmannes eine Abgrenzung zum Hl. Nikolaus von Myra zu erreichen. Der - nicht unsympathische - rotgekleidete rundliche Weihnachtsmann steht für Konsum und der - gütige - Hl. Nikolaus für Nächstenliebe. Somit wäre im Groben der Unterschied erklärt.
In Österreich versucht die katholische Kirche seit einigen Jahren das Christkind (Jesukind) gegenüber dem Weihnachtsmann (Santa Claus) intensiver zu betonen. Das Christkind als Gabenbringer.


Quellen

Weiterführendes

Copyright Ernst Zentner 2018-2019