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Beinhaus

Beinhaus oder Karner bezeichnet eine Kapelle zur Aufbewahrung von Schädeln und Knochen exhumierter Verstorbener. Dies geschah aus Pietät und Hoffnung auf die Auferstehung der Toten, wenn die Gräber neu belegt werden mussten oder die Friedhöfe zu klein wurden. Gegenwärtig werden auf dem Wiener Zentralfriedhof bei Neubelegungen heimgefallener Gräber die sterblichen Überreste kremiert und in einem eigenen Friedhofsteil beigesetzt. 

Für die Romanik sind runde oder vieleckige Karner, mit unterirdischer Beinkammer aus der Mitte des 13. Jahrhunderts charakteristisch, wie zum Beispiel in Bad Deutsch-Altenburg, Tulln, Mödling oder Pulkau (Niederösterreich). 

Das Beinhaus von Hallstatt (Oberösterreich) besteht seit dem 12. Jahrhundert. 1720 begannen die Hallstätter, Gräber nach 10 bis 15 Jahren zu öffnen, die Schädel einige Wochen lang im Freien zu bleichen und danach, verziert und beschriftet, im Karner aufzuschlichten. Mehr als die Hälfte der im Karner gelagerten 1200 Totenköpfe sind mit Blumenkränzen und dem Sterbedatum bemalt.


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 73

Bild: Romanisches Beinhaus, Tulln (Niederösterreich). Foto: Alfred Wolf, 2001


Siehe auch:
Beinhaus in: Verschwundene BräucheDas Buch der untergegangenen RitualeHelga Maria WolfBrandstätter VerlagWien2015jetzt im Buch blättern