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Emmausgang #

Kellergasse

Am arbeitsfreien Ostermontag bieten sich Ausflüge geradezu an. Der berühmteste Osterspaziergang findet sich in Goethes "Faust I": "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche ... Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!" Die christliche Variante nennt sich Emmausgang nach der Bibelstelle von den Jüngern (Lk 24,13-35), die auf dem Weg nach Emmaus dem Auferstandenen begegnen, Jesus aber nicht erkennen. Im Weinviertel(Niederösterreich) luden die Weinbauern ihre Arbeiter in die Kellergasse ein und kredenzten ihnen roten Wein, weißes Brot und schwarzes Fleisch (Geselchtes). Damit verbindet sich der Spruch "So mancher geht eben aus und kommt schief heim".

In den 1980er Jahren entdeckten Winzer im Pulkautal den Brauch wieder, wobei sie alle Gäste gratis bewirteten. Die Folge war ein enormer Ansturm aus Wien, dem sie sich nicht mehr gewachsen fühlten. Inzwischen organisiert die "Weinstraße Niederösterreich" das Greangehen. Etliche Orte im Weinviertel laden zu Wanderungen und Weinverkostungen ein. Auch der 2018 neu erfundene "Grafenegger Frühling" bietet unter dem Motto "Ins Grüne gehen" Spaziergänge durch den Schlosspark an.


Quellen: Helga Maria Wolf: Das neue BrauchBuch. Wien 2000. S. 146.
Kellergassen

Bild: Kellergasse in Mailberg (Niederösterreich) um 1990. Foto: Alfred Wolf


Siehe auch:
Emmaus gehen in: Verschwundene BräucheDas Buch der untergegangenen RitualeHelga Maria WolfBrandstätter VerlagWien2015jetzt im Buch blättern