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Jugendkulturen#

Cosplayer, Ani Nite 2009, Foto: Doris Wolf
Cosplayer, Ani Nite 2009, Foto: Doris Wolf

Der Begriff "Jugendliche" ist erst seit 1800 allgemein im Gebrauch. Die UNO versteht darunter Personen zwischen 15 und 25 Jahren - zu denen rund eine Milliarde Menschen zählen. Als "Tag der Jugend" legten die Vereinten Nationen den 12. August fest. Eine andere Kategorie unterscheidet zwischen Teenagern (13 bis 19) und jungen Erwachsenen (20 bis 24).

Jugendliche und junge Erwachsene sind stark gegenwartsorientiert. Traditionen spielen für sie kaum eine Rolle. Die kulturelle Meinungsführerschaft verschiebt sich zunehmend von den Alten zu den Jungen. Ältere Menschen orientieren sich in vielen Lebensbereichen an jüngeren, was ein historisch neuartiges Phänomen darstellt. Anders als früher ist das Jugendalter keine kurze Phase des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsenenalter mehr, sondern Jugendlichkeit ist zu einem Ideal geworden, dem man so lange wie möglich anhängt. Das Prädikat „alt“ wird nur noch pejorativ gebraucht.

"Jugendliche Szenen sind präsenter denn je in der alltäglichen Wahrnehmung, prägen Zeitgeist, Mode- oder Musikstile. Noch nie gab es so viele verschiedene Gruppen und noch nie war es so schwer den Überblick über die aktuellen Trends zu behalten," schreibt Nicola Wilbrand-Donzelli auf der Homepage.

Weiter heißt es: Den Begriff "Jugend" als Lebensabschnitt zwischen Kindheit und Erwachsenendasein gibt es erst seit circa hundert Jahren und ebenso lange existieren Jugendbewegungen. Mit den "Wandervögeln" tauchten Anfang des 20. Jahrhunderts zum ersten Mal Heranwachsende auf, die sich demonstrativ und freiheitsliebend der Natur zuwandten, Abgrenzung gegen die strikten moralischen Zwänge der älteren Generation. In den fünfziger Jahren folgten die Halbstarken der Rock 'n' Roll-Zeit und in den wilden 60er und 70er Jahren wurde das Aufbegehren politisch und die Jugend ging auf Konfrontationskurs zum Establishment, brach offensiv bürgerliche Tabus.

Die aktuelle Jugendkultur hat sich zu einem äußerst vielfältigen und populären Freizeitkosmos gewandelt, in dem der Kommerz eine große Rolle spielt, sie sind Teil unserer Konsumgesellschaft. Jugendkulturen sind freiwillige Gemeinschaften, man entscheidet informell: 'Ich gehöre dazu - also gehöre ich dazu', Jugendkulturen sind attraktiv, weil sie ihren Alltag ein wenig bunter färben, mit unangepassten Lebenskonzepten experimentieren und mit Gleichgesinnten eintauchen können in eine selbstgeschaffene soziale Heimat. Charakteristisch für Jugendkulturen ist, dass sie hauptsächlich männlich dominiert sind. Das ist beispielsweise bei den Hip-Hoppern oder auch bei den Skatern der Fall. Gemeinsam ist allen Szene-Kulturen, dass sie nur über eine bestimmte Wiedererkennbarkeit funktionieren, einen definierten "Code" haben, der eine Summe aller sprachlichen, bildlichen und mimischen Zeichen bildet und ein bestimmtes unverwechselbares Lebensgefühl transportiert. Bei der Verbreitung jugendkultureller Trends sind vor allem Szene-Medien wichtig. Die Jugendlichen lesen Fachmagazine, surfen auf zahllosen spezifischen Internetseiten und tauschen sich innerhalb der Gleichgesinnten-Community vor allem digital über Web-Blogs, Gästebücher oder private Homepages aus, führen dort ihre "Fachdiskurse", nach dem Motto "act local, but communicate global". Durch solche virtuellen Umschlagsplätze sind die Jugendkulturen einem ständigen Wandel unterworfen, differenzieren sich permanent, werden in ihre Spielarten bunter, unübersichtlicher und kurzlebiger.

  • Cosplayer sind extreme Fans von Manga-Comics, Videospielen und Animes (animierten Geschichten) und verehren die Figuren mit ihren charakteristischen Riesenaugen und den grell-bunten Kleidern. Sie ahmen ihre Helden nach, hauptsächlich auf Veranstaltungen (Conventions) der Anime/Manga-Fanszene.


Quelle: Homepage.

Siehe auch:

--> Essay Jugendkulturen