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Krampusperchten#

Siehe auch:
--> Krampus
--> Perchten

Die Mischung aus Krampus und Perchten fand Ende des 20. Jahrhunderts in Österreich weite Verbreitung. Medienberichten zufolge gibt es in Österreich an die 500 Krampusperchtengruppen. Allein in Salzburg ergab eine Fragebogenerhebung um die Jahrtausendwende 161 solcher Gruppen, Passen genannt, mehr als die Hälfte im Gasteiner Tal. Der von vier Gemeinden abwechselnd organisierte Pongauer Perchtenlauf ist zum Vorbild für ähnliche Veranstaltungen geworden. Die Selbsteinschätzung der Mitglieder reicht von Traditionspflege bis Eventkultur. Auf ihren Internetseiten verweisen die jugendlichen Akteure gerne auf "uraltes Brauchtum", Wintervertreiben, Fruchtbarkeitszauber und ähnliches, das in der wissenschaftlichen Ethnologie längst widerlegt ist. Oft handelt es sich bei den Mitwirkenden um Sportvereine. Viele inszenieren professionelle Feuershows, treten in Diskotheken oder mit Bühnenprogrammen auf. Bei Ausführenden wie Besuchern scheint der Grusel- und Spaßfaktor im Vordergrund zu stehen. Der Krampusumzug in Klagenfurt (Kärnten) ist einer der größten im Alpen-Adria-Raum. Er findet seit 1991 in Kooperation mit dem Kärntner Brauchtumsverband statt. 1.000 Krampusperchten und 50.000 Zuschauer wurden auf der 1,5 km langen Strecke erwartet.

In kaum einem Fremdenverkehrsort fehlt der "Krampuslauf" oder "Perchtenlauf". Die männlichen Teilnehmer „tragen Kostüme aus Schaffellen und Ledergürtel mit einer großen Kuhglocke oder mehreren kleinen Schafglocken. Die großen, oft kostbaren Holzmasken zeigen teuflische oder animalische Züge. Heute gleichen sich die (Kautschuk-)Masken vielfach medialen Vorbildern aus der Szenerie der ‚Außerirdischen‘ oder ‚Aliens‘ an. Mit Ketten und Peitschen bewaffnet, rasseln die Perchten und schlagen wild um sich, sie sind eine grölende, drohende Masse, die plötzlich auftaucht, durch die Gassen rast und ebenso schnell wieder verschwindet.“ (Ulrike Kammerhofer-Aggermann). Auch 2019 kam es Zwischenfällen bei Krampusläufen. In Mittersill (Salzburg) verletzte ein als Hexe verkleideter Teilnehmer einen Besucher schwer, als er ihm mit der Faust ins Gesicht schlug. In Wald im Pinzgau (Salzburg) verursachte eine derartige Veranstaltung mehrere Polizeieinsätze: Ein aggressiver Besucher beschimpfte einen Personengruppe und ließ sich nicht beruhigen. Bei einer Person bestand Verdacht auf Alkoholvergiftung, auch Sachbeschädigungen kamen vor. Ein Zuschauer wurde von einem Auto angefahren und verletzt. Der Lenker beging Fahrerflucht.

Auch in Wien waren in den vergangenen Jahren Krampusperchten in Einkausstraßen und -zentren zu Gast. Sie verhielten sich jedoch freundlich und posierten für Fotos mit Kindern. Am 29. November 2013 gastierte die Gruppe "Fatifer Custodis Pass Carinthia" im Campus AKH. Zu dem Dutzend Mitwirkenden gehören etliche junge Frauen, teils als Engel-Teufel-Mischung verkleidet (rote Kleider und Flügel), teils unter den furchterregenden Masken. In der Ankündigung hieß es: "So schaurig sie auch sind, das Erscheinen von Perchten soll die bösen Geister des Winters vertreiben und demnach viel Glück bringen."

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Am 6. Dezember 2013 gab es in Döbling zwei Perchtenshows. Nach dem Besuch des Nikolaus (der dann auch dabei war) kamen die Marchegger Perchten in das Einkaufszentrum Q19. Auch hier fehlte eine phantasievolle Ankündigung nicht: "Um 17 Uhr stellen sie den alten Brauch zur Schau, den Winter zu vertreiben und Fruchtbarkeit für das kommende Jahr zu bringen."

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Eine Stunde später erwartete in der Obkirchergasse "eine feurige Perchtenshow mit schaurigen Kostümen" die Zuschauer. Für den 11. Perchtenlauf in dieser Einkaufsstraße waren drei Gruppen engagiert. In den folgenden Jahren fand die Veranstaltung nicht mehr statt.

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Am 7. Dezember 2013 rasselten Perchten aus Fischamend durch den nächtlichen Türkenschanzpark.

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Am 8. Dezember 2016 lud die Kulturinitiative Währing die Brauchtumsgruppe St. Veit/Triesting ein, die - wie in den Vorjahren (und in den Folgejahren) - einen Perchtenlauf durch die Währinger Straße veranstaltete.

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Quellen:

CD-ROM "Im Winter und zur Weihnachtszeit". (Hg. Lucia Luidold, Ulrike Kammerhofer-Aggermann) Salzburger Beiträge zur Volkskunde 13. Salzburg 2002
Mittersill , publiziert 24.11.2019
Wald, publiziert 1.12.2019

Fotos: Doris Wolf