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Melisse#

Zitronenmelisse
Die Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist ein Lippenblütler aus dem östlichen Mittelmeergebiet, der bis 70 cm hoch wird. Die aus dem Griechischen stammende Bezeichnung verweist auf die Bedeutung als Bienenfutter. Daran knüpfen sich Vorstellungen wie das Einreiben des Stockes mit dem Kraut, damit die Bienen darin - aber auch das Tragen der Melisse, um nicht gestochen zu werden. 

Zitronenmelisse war und ist eine geschätzte Gewürz-, Duft- und Heilpflanze. Sie enthält ätherische Öle, Gerbstoffe und Vitamin C. Plinius (23 -79) nennt sie in seiner „Naturalis historia“. Arabische Ärzte verwendeten sie gegen Angstzustände, Kopfschmerzen und Herzprobleme. Sie waren es auch, die die Melisse auf die Iberische Halbinsel brachten. Die Pflanze findet sich in der Verordnung Capitulare de villis Karls des Großen (812). Hildegard von Bingen (1098-1179) soll ihr gute Träume zugeschrieben haben. Paracelsus (1493-1541) nannte die Melisse „das beste Kräutlein für das Herz".  

1611 erfanden Angehörigen des Pariser Karmeliter-Ordens den Melissengeist. Er enthält Alkohol und eine Mischung ätherischer Öle. Der bekannte "Klosterfrau-Melissengeist" geht auf Maria Clementine Martin (1775-1843) zurück. Im Annunziatenkloster St. Anna in Coesfeld (Deutschland) war sie mit der Apotheke und Krankenpflege betraut. Nach dessen Auflösung stellte sie das Universalheilmittel ab 1826 in Köln als selbstständige Unternehmerin her.


Quellen:
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 552
Wikipedia: Zitronenmelisse (Stand 3.8.2008)
Wikipedia: Melissengeist

Bild:
Zitronenmelisse. Foto: Werner 100359. Aus Wikipedia, Creative Commons Attribution 3.0 Gemeinfrei


Siehe auch:
Melisse in: Admonter HerbariumAus alten Kräuterbüchern und Rezepten des Stiftes AdmontJosef HasitschkaSchnell & SteinerAdmont2001