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Moritat#

Die Moritat ist ein balladenähnliches Bänkellied mit einer einfachen Melodie. Sie schildert Verbrechen oder dramatische Ereignisse und endet mit einer "Moral von der Geschicht". Die seit dem 19. Jahrhundert übliche Bezeichnung kann von "Moral" oder "Mordtat" abgeleitet werden. Die Moritatensänger traten auf Marktplätzen auf und begleiteten sich auf einem Musikinstrument wie Drehleier oder Drehorgel. Sie standen auf einem improvisierten Podium und wiesen mit einem langen Stock auf eine Tafel, auf der einzelne Szenen abgebildet waren. Sie verkauften auch Flugblattlieder oder Texthefte zu den Darbietungen.

Moritatensänger waren in Österreich und Deutschland bis in die 1930er-Jahre unterwegs. Bertold Brecht und Kurt Weill haben das Genre in der "Dreigroschenoper" mit der Moritat von Mackie Messer aufgegriffen. In Österreich hat Eberhard Kummer eine Reihe populärer Moritaten und Balladen aus Wien aufgeführt und eingespielt. So finden sich auf einer 1993 gemeinsam mit Kammerschauspielerin Elisabeth Orth gestalteten CD Titel wie "Ludwig Sands letzte Stunde", "Rinaldo Rinaldini" oder "Des Raubmörders Geliebte im Kerker".


Tonträger:
Eberhard Kummer: Der Mord auf der Mölkerbastei. Pan-Verlag, Wien (LP, 1984)
Eberhard Kummer: Sentimentale Volkslieder vom Tod, von Räubern und Mördern gem. mit Elisabeth Orth. Preiser-Records, Wien (CD ASIN: B003GMKOAU, 1993)