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EUROPA 2017 – „Schloss Schönbrunn“#

Sondermarke#

Briefmarke, EUROPA 2017 – „Schloss Schönbrunn“
© Österreichische Post

PostEurop wählte für die diesjährige EUROPA-Briefmarke das Thema „Schlösser“. Mit den EUROPA-Marken sollen die gemeinsamen Ziele der europäischen Postgesellschaften gefördert und die Gemeinsamkeiten in der Kultur und der Geschichte hervorgehoben werden. Damit wird die Briefmarke zu einem Symbol für eine engere europäische Zusammenarbeit und Integration. Die Österreichische Post präsentiert das größte und wohl auch berühmteste Schloss unseres Landes, das Schloss Schönbrunn in Wien.

Das Anwesen, auf dem heute das Schloss steht, wurde früher als „Katterburg“ bezeichnet. 1569 kam es in den Besitz der Habsburger und wurde als Jagdgrund und zur Zucht von Jagdwild benutzt. Die Witwe Kaiser Ferdinands II., Eleonora von Gonzaga, ließ um 1642 ein Lustschloss auf dem Grund errichten, das erstmals auch den Namen Schönbrunn trug – nach einer Quelle, die Kaiser Matthias als „Schöner Brunnen“ bezeichnet haben soll. Nach der Zerstörung des Schlösschens im Zuge der Türkenbelagerung beauftragte Kaiser Leopold I. im Jahr 1693 den Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach mit dem Bau eines repräsentativen Jagdschlosses für seinen Sohn Joseph I. Ganz im Stil einer barocken Schlossanlage wurde das Bauwerk streng symmetrisch errichtet, mit Obelisken an der Einfahrt, einer großen Freitreppe und einer großzügigen Gartenanlage.

Maria Theresia, die das Schloss 1740 als Geschenk ihres Vaters Karls VI. erhielt, machte das Schloss schließlich zu ihrer regelmäßigen Sommerresidenz und ließ es unter der Leitung des Architekten Nikolaus Pacassi umfangreich um- und ausbauen. So wurden prunkvolle Repräsentationsräume ebenso angelegt wie Wohnräume für die ständig anwachsende kaiserliche Familie und den Hofstaat. Wirtschaftsgebäude wurden errichtet, denn bis zu 1.000 Personen mussten am Hof untergebracht und versorgt werden. Schönbrunn wurde zum kulturellen und politischen Zentrum des Habsburgerreichs. Als letztes großes Projekt unter Maria Theresia wurde der Schlosspark mit der Gloriette, dem Neptunbrunnen, den Römischen Ruinen, Alleen, Brunnen und Skulpturen gestaltet.

Mit Kaiser Franz Joseph I. erlebte Schloss Schönbrunn eine weitere glanzvolle Epoche. Er wurde dort geboren, verbrachte den Großteil seines Lebens dort und verstarb dort auch im Alter von 86 Jahren. Heute ist das Schloss mit dem Schlosspark für Touristen aus dem In- und Ausland das meistbesuchte Ziel in Österreich. Prunkvolle Räume wie die Große Galerie, das Porzellanzimmer oder der Spiegelsaal im Rokokostil können ebenso besichtigt werden wie die ehemaligen Schlaf- und Arbeitsräume der kaiserlichen Familie, darunter auch die sogenannten Berglzimmer: Privatappartements von Maria Theresia und ihren Kindern, die mit einzigartigen üppigen Landschaftsmalereien des böhmischen Malers Johann Wenzel Bergl ausgestattet sind. Seit 1996 zählt das Schloss Schönbrunn mit seiner Gartenanlage als barockes Gesamtkunstwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Markenmotiv zeigt das Schloss und den Park mit dem Neptunbrunnen und der Gloriette aus der Vogelperspektive.