unbekannter Gast

Treuebonusmarke 2016 - Gelber Frauenschuh#

Sondermarke#

Briefmarke, Treuebonusmarke 2016, Gelber Frauenschuh
© Österreichische Post

Auch heuer bedankt sich die Österreichische Post bei ihren treuen Kunden wieder mit einem farbenfrohen Blumengruß: Der Gelbe Frauenschuh ist eine der bekanntesten und prachtvollsten heimischen Orchideen.

Dass es auch in Österreich wildwachsende Orchideen gibt, ist vielen Menschen gar nicht bekannt. Orchideen kennt man ja vor allem als exotische und besonders attraktive Zimmerpflanzen, dabei gibt es rund 65 Orchideenarten, die man auch in unseren Gefilden entdecken kann, darunter z. B. Knabenkraut, Waldvöglein oder Ragwurz. Wahrscheinlich die auffälligste unter ihnen ist der Gelbe Frauenschuh, auch Marienfrauenschuh, Europäischer Frauenschuh oder einfach nur Frauenschuh genannt – in vielen Regionen gibt es noch mehr fantasievolle Namen für die unverkennbare Pflanze. Der lateinische Name Cypripedium calceolus bezieht sich dabei auf die charakteristische Form der Blüte: Cypripedium bedeutet „Schuh der Venus“ und calceolus „kleiner Schuh“.

Der Gelbe Frauenschuh wird bis zu 70 Zentimeter hoch. Er wächst auf halbschattigen Standorten in lichten Wäldern auf Kalkböden, das Tiroler Lechtal ist berühmt dafür, das größte zusammenhängende Frauenschuhgebiet Europas mit rund 3.000 Pflanzen zu beheimaten. Die Blätter des Frauenschuhs sind breit und spitz zulaufend, die Blüten mit der großen, bauchigen gelben Lippe – dem „Schuh“ – und den vier rotbraunen, schmalen äußeren Blütenblättern sind unverkennbar. Der Gelbe Frauenschuh blüht in unseren Breitenlagen etwa von Mitte Mai bis Mitte Juni und verströmt dabei einen fruchtigen Duft. Die intensive Farbe lockt Insekten an, die in den tiefen Kessel der Blüte hineinfallen und beim Hinausklettern über die hintere Blütenwand die Blüten mit mitgebrachten Pollen bestäuben – man nennt das eine „Kesselfallenblume“. Der Frauenschuh bildet bis zu 40.000 winzige Samen aus, die der Wind verbreitet. Für die Keimung benötigen die Samen einen im Boden lebenden Pilz, mit dem der Frauenschuh in Symbiose lebt. Viele Jahre dauert es, bis die neue Pflanze aus dem Boden wächst, und bis zu 15 Jahre vergehen, bevor sie das erste Mal blüht. So wie auch alle anderen wildwachsenden Orchideen in Österreich ist auch der Gelbe Frauenschuh streng geschützt, er steht auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten, somit ist das Pflücken und Ausgraben von Pflanzen untersagt. Die intensive Forstbewirtschaftung und auch die Plünderung der attraktiven Blume durch Sammler führten zu einem ständigen Rückgang des Bestandes. Auch Spaziergänger oder Fotografen auf der Suche nach einem schönen Motiv beschädigen oft achtlos die Pflanzen und gefährden so deren Wuchs. Im Garten hätte ein ausgegrabener Gelber Frauenschuh übrigens keine Chancen – die anspruchsvolle Pflanze braucht das milde Waldklima und die richtigen Bodenverhältnisse, um zu überleben.