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Weltmuseum Wien#

Sondermarke#

Briefmarke, Weltmuseum Wien
© Österreichische Post

Am 25. Oktober wird das Weltmuseum Wien nach einer umfangreichen Neugestaltung wiedereröffnet. Aus diesem Anlass widmet die Österreichische Post dem traditionsreichen Museum eine Sondermarke.

Das Weltmuseum Wien gilt als eines der bedeutendsten ethnologischen Museen der Welt. Seine Geschichte begann im Jahr 1806, als mit dem Erwerb eines Teils der „Cookschen Sammlungen“ eine eigene „k. k. Ethnographische Sammlung“ im kaiserlichen Hofnaturalienkabinett eingerichtet wurde. Ab 1876 erfolgte die Verwaltung der Bestände durch die Anthropologisch-Ethnographische Abteilung des Naturhistorischen Museums. 1928 wurde diese Abteilung im Corps de Logis der Neuen Hofburg als Museum für Völkerkunde eröffnet. 2013 wurde das Museum in Weltmuseum Wien umbenannt, es ist heute Teil des KHM-Museumsverbandes. Im Herbst 2014 wurden die Tore des Museums für eine Neukonzeptionierung und entsprechende Umbauten geschlossen.

Die neu gestaltete Schausammlung wird das Herzstück des neuen Museums sein. In vierzehn Sälen werden die zentralen Bestände des Weltmuseums Wien gezeigt und aus zeitgemäßer Sicht interpretiert. Die einzelnen Säle sind Themen wie z. B. dem Kolonialismus, der Geschichte Japans in der Wiener Weltausstellung 1873 oder den ethnographischen Sammlungen dreier junger Habsburger gewidmet.

Das Sujet auf der Sondermarke zeigt eine Federbüste einer hawaiianischen Gottheit, die um 1779 im Rahmen der dritten Weltumsegelung des britischen Seefahrers James Cook erworben wurde. Vermutlich handelt es sich um den Kriegsgott Ku (Kuka’ilimoku: „der, der das Land ergreift“) aus der Kamehameha-Dynastie Hawaiis im 18. Jahrhundert. Der Götterkopf (ki’i hula manu) wurde bei Ausbruch eines Inselkrieges auf eine lange Stange gesteckt und als Symbol der Macht im Kampf mitgeführt oder bei Wettkämpfen um Unterstützung angerufen. Die rund 55 Zentimeter hohe Federbüste besteht aus einem Flechtwerk von gespaltenen Luftwurzeln einer Kletterpflanze. In ein darüber liegendes Netz aus Pflanzenfasern waren rote Federn des Baumläufervogels eingeknüpft, die allerdings nur noch in Resten vorhanden sind. Die Augen sind aus Perlmutt und Kukui-Nüssen gestaltet, die Augenbrauen aus schwarzen Federn. Der breite Mund trägt 49 geschliffene Hundeeckzähne im Oberkiefer und 48 im Unterkiefer und lässt den Kopf besonders furchterregend aussehen. Gemeinsam mit anderen Kunstwerken, die von den Cook’schen Weltreisen stammen, wurde diese Federbüste auf Initiative von Kaiser Franz I. für das Wiener Hofnaturalienkabinett erworben. Der Naturforscher Baron Leopold von Fichtel konnte sie 1806 bei einer Versteigerung in London ankaufen.

Das Weltmuseum Wien sieht sich als Archiv mit Dokumenten der kulturellen Vielfalt der Menschheit und der Veränderungen der Kulturen der Welt. Es leistet durch seine Auseinandersetzung mit kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis einer multikulturellen Welt.