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Altarbereich Passion 10, Heilig-Geist-Kirche in Wien-Ottakring#

Kunstvolles Altarmosaik#

Sondermarke#

Briefmarke, Altarbereich Passion 10, Heilig-Geist-Kirche in Wien-Ottakring
© Österreichische Post

Die Sondermarke aus der Serie „Sakrale Kunst in Österreich“ zeigt den Hochaltar der Heilig-Geist- Kirche auf der Schmelz in Wien-Ottakring, den die sieben Gaben des Heiligen Geistes zieren. Durch den Stich werden die überlebensgroßen Figuren über dem Hochaltar besonders hervorgehoben. Sie sind allegorische Darstellungen der Gaben des Heiligen Geistes: Frömmigkeit, Stärke, Einsicht, Weisheit, Rat, Wissenschaft und Gottesfurcht. Platziert sind sie in einem Altarmosaik mit floralen Ornamenten auf blauem Hintergrund über dem aufwendigen Hochaltar, der das Wirken des Heiligen Geistes zeigt. Der Entwurf des Altarmosaiks stammt von Ferdinand Andri, einem österreichischen Künstler, der auch Mitglied der Wiener Secession war. Den Hochaltar entwarf Adolf Otto Holub nach dem Vorbild der Kirche am Steinhof, die Metallreliefs sind eine Arbeit des Bildhauers Michael Six.

Eine Kirche wie ein Tempel#

Die Heilig-Geist-Kirche ist ein beeindruckendes Sakralgebäude im historisierenden Stil – eine der ersten Kirchen Europas aus Eisenbeton. Die Hauptfassade erinnert an einen griechischen Tempel. Im Inneren besteht die Kirche aus einem einzigen offenen Raum, der durch zwei über zwanzig Meter frei gespannte Träger gegliedert ist.

Geplant wurde die Kirche vom slowenischen Architekten Jože Plečnik (auch Josef Plecnik geschrieben), einem Schüler Otto Wagners. 1910 fertigte er die ersten Skizzen, das Projekt wurde jedoch mehrfach umgeplant. Aus Geldmangel wurde es schließlich ein recht schlichtes Kirchengebäude ohne Turm aus dem kostengünstigen Werkstoff Eisenbeton. Im Juni 1911 erfolgte die Grundsteinlegung, bereits im Juli wurde in der Krypta unterhalb des Altarraums die Heilige Messe gefeiert. Zu Weihnachten 1913 war die Kirche fertiggestellt.

Herzogin Sophie, die Gattin des Thronfolgers Franz Ferdinand, übernahm die Patronanz über den Kirchenbau und ließ das Gotteshaus dem Heiligen Geist weihen. Franz Ferdinand soll – wie viele andere Wiener – von dem modernen Gebäude wenig begeistert gewesen sein und die Kirche als „eine Mischung von Venustempel, russischem Bad und Pferdestall“ bezeichnet haben.