Sedlec#

Kloster Sedlec mit Klosterkirche Mariä Himmelfahrt (1699–1707) #

Das erste Kloster der Zisterzienser in Böhmen wurde 1142 in Sedlec gegründet und galt in der ersten Hälfte als reichstes Kloster Böhmens, was mit den Silberfunden im benachbarten Kutná Hora zusammenhing, die sich zum Teil auf Klosterbesitz befanden. 1421 überfielen die Hussiten das romanisch-gotische Kloster und brannten es nieder. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde es wieder aufgebaut und konnte im Zusammenhang mit der katholischen Reform eine zweite Blütezeit erleben. 1783 wurde es endgültig aufgehoben und diente ab 1812 als Tabakfabrik.

Friedhofskirche Allerheiligen mit Beinhaus #

Die kleine Friedhofskirche geht auf das 14. Jahrhundert zurück, wurde aber mit den Jahren vielfach baulich umgestaltet. Ihr barockes Aussehen erhielt sie 1710. Im Untergeschoss der Kirche, die inmitten eines kleinen Friedhofs thront, liegt das Sedletzer Ossarium (Kostnice Sedlec). Dieses Beinhaus enthält die Knochen von etwa 40.000 Menschen. Etwa 10.000 dieser Knochen wurden künstlerisch in Szene gesetzt. Sowohl der Wandschmuck als auch die Kandelaber, die Glocke und sogar das Wappen der Familie Schwarzenberg sind aus Knochen gestaltet worden. Das Ossarium entstand, da Friedhof von Sedletz wegen einer Pestepedemie und einer räumlichen Einschränkung durch den Bergbau zu klein geworden war.

Kirche Mariä Himmelfahrt
Kirche Mariä Himmelfahrt 1699–1707)

Längsschiff
Längsschiff
Brandl:Heilige
Petr Brandl: Tschechische Heilige
Querschiff
Querschiff

Freitragende Wendeltreppe
Freitragende Wendeltreppe
Freitragende Wendeltreppe
Freitragende Wendeltreppe

Luster
Achtarmiger Luster
Wappen Schwarzenberg
Wappen der Schwarzenbergs
Im Beinhaus
Im Beinhaus

Im Beinhaus
Im Beinhaus
Pestsäule
Pestsäule
Engel des Jüngsten Gerichts
Engel des Jüngsten Gerichts

Empore
Die gotische Empore

--> Fotos: P. Diem, Textvorlage: O. und A. Schweizer
--> Siehe den früheren Bildbericht