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Mein Burgenland, mein Balkan #

Woraus lässt sich Identität erschaffen, wenn es die Sprache, die Ethnie, die Religion nicht können? Vermischte Gedanken und Eindrücke.#


Von der Wiener Zeitung (5. Juni 2021) freundlicherweise zur Verfügung gestellt

Von

Clemens Berger


Brunnen (ungarisch Gémeskút) in der Hortobágyer Puszta, Ungarn
Brunnen (ungarisch Gémeskút) in der Hortobágyer Puszta, Ungarn.
Foto: Andreas.poeschek. Aus: Wikicommons, unter CC BY 2.0

"Wenn sie mich fragen, werde ich sagen, daß ich nirgends herkomme und niemanden kenne. Es gibt mich einfach nur so." So spricht eine Figur in einer Erzählung Terézia Moras, die in Sopron oder Ödenburg zur Welt kam, in der Stadt, die zur Hauptstadt jenes Landes hätte werden sollen, in dem es kaum Burgen gibt und das dennoch nach ihnen benannt ist.

Der Erzählband "Seltsame Materie" ist in jener Grenzregion angesiedelt, in der man den Neusiedler See, die Puszta, die schier unendliche Weite der Ebene, die Vermischtheit der Menschen und Sprachen, Melancholie und trotzige Lebensfreude, die Enge jener Weite und die Ausbruchsversuche aus ihr, aber auch die Gewalt und den Stumpfsinn dessen erkennen kann, was bisweilen Pannonien genannt wird und wovon niemand so recht zu sagen weiß, was das denn sei. Die Römer jedenfalls betrachteten die Bewohner dieser ihrer Provinz als Räuber, Diebe und Wegelagerer.

In diesem Satz verdichtet sich die Erfahrung der Grenze, die einmal hier und einmal dort gezogen wird, aus handfesten und bisweilen willkürlichen Gründen: Man weiß nicht genau, woher man kommt, vielleicht will man es auch nicht so genau wissen, es möglicherweise vergessen. Weil man vernünftigerweise von Heimat nicht sprechen kann, die es höchstens in der Kindheit gab, wenn man Glück hatte. Weil Heimat einem so leicht widerrufen und aberkannt werden kann. Weil man von keinem Volk sprechen kann, wenn man nicht von Sinnen ist und alle Unterschiede auslöschen will. Weil man keine festen Identitäten konstruieren kann, gerade dort nicht, wo nichts eindeutig ist: nicht die Sprache, nicht der Glaube, nicht die Ethnie.

Die einen sprechen Deutsch, die anderen Ungarisch, wieder andere Kroatisch, manche Romanes, aber niemand mehr Jiddisch. All diese Sprachen haben sich in Dialekten, Klängen, Lautfarben vermischt: vom Norden über die Mitte zum Süden des heutigen Burgenlandes bis nach Westungarn, wo in manchen Gemeinden ein Deutsch?, Burgenländisch?, Deutschwestungarischdeutsch? gesprochen wird, das es wegen des Eisernen Vorhangs nur mehr auf dieser Seite gibt. So ist das Ungarisch der burgenländischen Ungarn dem Ungarischen nicht unähnlich, das Kroatisch der Burgenlandkroaten wurde von kroatischen Linguisten studiert, die ihre Sprache um alles in der Welt vom Serbischen abgrenzen wollten, und im Singsang vieler Roma scheinen sich alle Sprachen in einem selten gehörten Deutsch zu durchdringen.

Und während jene Burgenländer (und Menschen aus dem Schwellenland, bevor es zu Österreich kam), die als - wie man heute so hässlich sagen würde - Wirtschaftsflüchtlinge massenhaft, dorfhaft vom armen Land in die Neue Welt auswanderten, am Ende des 19. Jahrhunderts, zwischen den beiden Kriegen und nach dem Zweiten Weltkrieg, in den Vereinigten Staaten einen Dialekt konserviert haben, den so im Burgenland niemand mehr spricht, dürfte jene Sprache, welche die Burgenländer am besten beherrschen, Englisch sein.

Wenn es die Sprache nicht ist, aus der sich eine eindeutige Identität erschaffen ließe, kann es genauso wenig die Religion in einer Gegend sein, in der man hauptsächlich katholisch, evangelisch oder reformiert ist, wo das Jüdische ausgemerzt und vertrieben wurde und zusehends mehr Moslems leben.

Kampf um Anerkennung#

Wer sagt, nirgendwo herzukommen, einfach nur da zu sein, sagt gleichzeitig, dass es egal sein sollte, woher jemand kommt, und dass diese erste Frage genauso verdächtig nach Polizei- und Ordnungshirn klingt wie jene nach Beruf und Alter. Wer nirgendwo herkommt, will als der anerkannt werden, der er ist, jetzt, in diesem Moment, will nichts sein als die, die jetzt vor dem anderen steht.

Buchcover:
Buchcover: Seltsame Materie
Foto: © Rowohlt

Man ist da und will da sein, wie man ist - damit beginnt der Kampf um Anerkennung, der bisweilen auch ein Spiel sein kann und nichts mit dem zu tun haben sollte, was als Toleranz gepriesen wird. In Goethes "Maximen und Reflexionen" heißt es: "Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen. Die wahre Liberalität ist Anerkennung."

Die Figur, die nirgendwo herkommt und niemanden kennen will, kommt aus einer Welt, in der sich Sprachen, Kulturen, Lebensformen und Religionen vermischt haben - auch und gerade gegen den Willen jener gleich traurigen wie schrecklichen Gestalten, denen es um Reinheit geht, um sich und ihre Art zu leben nicht in Frage stellen zu müssen.

Niemanden zu kennen, ist aber unmöglich in der Enge der Weite, in der jeder jeden kennt, zumindest zu hören bekommt, was bekannt sein soll, weil der lokale Nachrichtendienst, die Stille Post, das hinter vorgehaltener Hand Gesagte eigene Zuschreibungen trifft. Da ist niemanden zu kennen und nirgendwo herzukommen ein Panzer, der Wunsch, ein unbeschriebenes Blatt zu sein, ein Traum von Autonomie und Nichtfestgelegtheit.

Das Ende der Welt#

Wenn sie mich fragen, kommt es darauf an, wo ich gefragt werde. In Wien sage ich: aus dem Südburgenland, Ziel-1-Gebiet, Armenhaus. Im Burgenland sage ich, wenn ich niemanden kennen will: aus Wien, ansonsten: aus Oberwart, was mir auch nicht immer geglaubt wird. Am liebsten aber sage ich, wenn sie mich fragen: vom Balkan, um den Unterschied zu dem zu markieren, was ich im Schlechten mit Österreich meine: Engstirnigkeit, Verschlossenheit, Mundfaulheit, Minderwertigkeitsgefühl, das ins triumphale Lob des Eigenen ausbrechen kann, vorauseilender Gehorsam, der Blick über den Tellerrand, nur um die eigene Suppe zur einzig gültigen zu erklären.

Im Burgenland, sage ich, auf dem Balkan, muss man Alkohol trinken, bevor man ins Auto steigt; nur wenn man vorhat, ganz viel zu trinken und unter keinen Umständen erwischt zu werden, legt man sich ein Mopedauto mit roter Nummerntafel zu und gilt fortan als alter, gebrechlicher Mensch, der nur mal einkaufen fährt; wenn man sich dieses Gefährt nicht aus dem einzigen Grund zugelegt hat, keinen Führerschein dafür zu benötigen, ihn also auch nicht verlieren zu können.

Oberwart ist das Ende der Welt, sage ich, da kommt der Zug nicht weiter (und auch nicht mehr an), die Gleise, die nach Ungarn führten, sind zugewachsen, weiter in den Süden gibt es keine, öffentlicher Verkehr ist dem offiziellen Burgenland ein Fremd- oder Schimpfwort. In Stinatz schlagen die alten, schwarz gekleideten Frauen mit Regenschirmen auf den Schiedsrichter ein, der sich während des Spiels, einen Regenschirm über dem Kopf, nicht vom Mittelkreis bewegt und ihre Enkel bestimmt aus reiner Boshaftigkeit fürchterlich übervorteilt hat, und lachen und fluchen mit großen Zahnlücken unter ihren Kopftüchern. Am Rauchwarter Stausee ist laut Badeordnung das Tragen anstößiger, sittenwidriger Badekleidung untersagt, am Stausee Forchtenstein sind Tätowierungen und physische Gebrechen, die anderen Badewilligen das Badevergnügen vergällen könnten, laut Badeordnung verboten.

Im Burgenland stellen sogenannte Künstler dem Landeshauptmann zwei Jahre vor dem Hundertjahrjubiläum des Landes zur Wahlkampfunterstützung einhundert Schneemänner aus Styropor in der Mitte von Kreisverkehren auf, um in vorauseilendem Gehorsam dem Fürsten zu huldigen, der sich dafür hoffentlich erkenntlich zeigen wird - der traurigste Burgenländerwitz wird immer von der Realität erzählt, und so braucht es in diesem Land auch keine Blauen, weil die Roten so rechts sind, dass es einem schwindelig wird.

In Kukmirn, jenem Ort, der sich als der durchschnittlich wärmste Österreichs rühmt, gibt es einen Skilift. In Oberwart existierte für einen geschlagenen Monat lang eine eigene Republik, ausgerufen von ungarischen Freischärlern unter dem kroatischen Namen eines Banats, mit Staatsoberhaupt und sechs Ministern, eigenen Briefmarken (auf Philatelistenseiten im Netz als Kuriosa gehandelt) und Geldscheinen, die rabiate ungarische Nationalisten nicht etwa in Budapest, sondern in Wien drucken ließen - bevor das Bundesheer einer jungen Republik einmarschierte und es Österreich ward. Im Burgenland heißt jeder Hügel Berg, nur der einzige Berg heißt Geschriebenstein.

Dehnbare Gesetze#

Weil das Land so arm ist, kam es, wie andere unterentwickelte Re-gionen, in den Genuss der europäischen Ziel-1-Förderungen, die in die Qualität des Weins (sehr vernünftig), den Bau asphaltierter Straßen (nur ja keinen öffentlichen Verkehr) und Kassen großer Konzerne (Kulturförderung) flossen. Die offizielle Kultur dient dem Tourismus, damit die, die kommen, nicht das Gefühl haben müssen, sich im toten Winkel oder einem rückständigen Land zu befinden.

Nach Metternich, der am Rennweg wohnte, beginnt der Balkan bekanntlich hinterm Rennweg - und heute östlich der Südautobahn. Aber was ist das Phantasmatische, auch Verstörende am Bild vom Balkan? Ein Gerücht von Vermischtheit, vom Brodelnden, vom Durcheinander der Stimmen, Klänge und Kulturen, von Rechtlosigkeit oder sehr dehnbaren Gesetzen, von einer gewissen Lockerung im Verhältnis zur Welt, die ohnehin ernst genug ist, von einer gewissen Nachlässigkeit, die Renitenz heißt, von Leidenschaften, die höchst ungern verborgen werden. Und vom Pulverfass, das explodieren kann, wenn lange genug gezündelt wird.

Manchmal versuche ich mir vorzustellen, was das einmal war, mein Balkan, mein Südburgenland, das sich heute so gern seiner Vielfalt rühmt - vor dem großen Einschnitt, vor der Nichtigkeitserklärung aller moralischen und ethischen Überlieferungen, vor den Deportationen, vor der Vertreibung und Ermordung der Roma, Juden und Kommunisten, vor dem Wahnsinn, einen reinrassigen Volkskörper erschaffen zu wollen, aus dem alles Unreine und Widerspenstige auszumerzen sei.

Als die Roma als Korbflechter und Scherenschleifer, als Metallsammler und Wahrsagerinnen unterwegs waren, ihre Buben und Mädchen barfuß durch den Gatsch liefen. Als es jüdische Gemischtwarenhandlungen, Handwerker und Dienstmädchen gab, die Christen am Sonntag die Hüte trugen, die der jüdische Hutmacher hergestellt hatte, als sich jemand vom jüdischen Fiaker von einem Punkt zum nächsten kutschieren ließ. Als alle zusammen, nebeneinander, bisweilen auch gegeneinander lebten, aber niemand noch den Entschluss gefasst hatte, reinen Tisch zu machen.

Meinen Balkan, mein Südburgenland gibt es vielleicht nicht mehr, vielleicht gab es ihn auch nie, aber überall finden sich Spuren: nicht nur in den Gesichtern oder auf dem bizarren Oberwarter Mittwochsmarkt, der so gar nicht typisch für österreichische Provinz ist, sondern in den Geschichten, die über die Welt verstreut sind, in den Wunden wie Verklärungen, die vielen jener schmale Streifen Land ist - und auf den Friedhöfen. In Oberwart gibt es einen katholischen, einen evangelischen, einen reformierten, einen jüdischen, einen für die Armen und einen für die gefallenen Soldaten der Sowjetunion. Sie alle sind der Ort - zusammen mit denen, die jetzt in ihm leben und ihn Oberwart, Felsöör, Borta oder Erba nennen.

Erwin Horvath (l.), neben Karl Horvath (M.) und Josef Simon eines der Opfer des (Rohr-)Bombenattentats vom 4. Februar 1995 in Oberwart
Erwin Horvath (l.), neben Karl Horvath (M.) und Josef Simon eines der Opfer des (Rohr-)Bombenattentats vom 4. Februar 1995 in Oberwart.
Foto: © apa / Matthias Woelfle

In den Häusern und Wohnungen der Juden leben heute andere, die Gemischtwarenhandlungen und Kleinbetriebe werden von den Nachfahren der sogenannten Ariseure geführt, aus der Synagoge machten die Nazis das Feuerwehrhaus, heute beherbergt es die Musikschule. Die wenigen Roma, die aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern zurückkamen, fanden ihre Siedlung am Stadtrand nicht wieder; die war geplündert worden, bevor man das Holz der Hütten an die verbliebene Bevölkerung verteilte, damit viele ihren Anteil am Verbrechen hätten, das als gute Tat für den Überlebenskampf der deutschen Rasse gelten sollte - just in einem Land, das multikulturell war, lange bevor irgendjemand dieses Wort im Mund geführt hätte.

Jenseits der Ortstafel#

Die neue Siedlung, die von den Sowjets bereitgestellt wurde, musste später weichen, weil der Grund, auf dem sie sich befand, immer kostbarer wurde. Also rief man die Roma einzeln ins Rathaus, versprach ihnen bessere Wohnungen mit Fließwasser und elektrischem Strom, sie mussten nur ihre drei Kreuze unter die Verträge setzen, schon fanden sie sich am Stadtrand wieder, jenseits der Ortstafel. Da war noch nicht viel Zeit vergangen seit den Dreißiger Jahren, als man eine sogenannte Zigeunerkartei anzulegen begonnen hatte, mit Fotos und Fingerabdrücken all jener, die samt und sonders der Möglichkeit eines Verbrechens verdächtigt wurden.

Und auch die Bürgermeisterkonferenz aus dem Jahr 1933, bei der in Oberwart von Politikern jeder Couleur (nur Nationalsozialisten waren noch keine dabei) darüber debattiert worden war, ob man die Roma sterilisieren, in eigene Ghettos sperren oder außer Landes bringen sollte, war gerade ein halbes Menschenleben her.

Als mich zu Beginn meines Studiums eine Kollegin fragte, woher ich sei, antwortete ich: aus Oberwart. Ach, entgegnete sie, davon habe sie schon gehört, da stehe doch dieses Atomkraftwerk, nicht wahr?

Das Atomkraftwerk aber war eine mit Nägeln gefüllte Rohrbombe am Rand der Romasiedlung, die am 4. Februar 1995 vier junge Männer in Stücke riss. Einer davon, Erwin Horvath, der in der Volksschule schneller laufen konnte als alle anderen, war während der Vorbereitung auf die Erstkommunion immer wieder bei uns zu Hause - und besaß etwas, worum ich ihn beneidete: einen ferngesteuerten K.I.T.T., jenes denkende und sprechende Wunderauto, mit dem David Hasselhoff alias Michael Knight für Recht und Verfassung kämpfte.

Buchcover: Der Präsident
Buchcover: Der Präsident
Foto: © Residenz

Später wünschte ich mir oft, Erwin hätte Michael Knights Uhr besessen, in die man spricht, um von einem Auto aus der Gefahr gerettet zu werden. Dann hätte mich die Kollegin nicht nach dem Atomkraftwerk gefragt - und der ehemalige Landeshauptmann von Kärnten, nach dessen Tod die österreichische Relativitätstheorie formuliert wurde, derzufolge über einen Toten keine Wahrheit gesagt werden dürfe, hätte nicht vor die Kameras treten können, um zu sagen, nun wolle man die Toten bestimmt irgendwie den Freiheitlichen anlasten, wohingegen er aus vertraulichen Quellen wisse, dass es sich um eine romainterne Fehde gehandelt habe, bei der es um Drogen, Waffen und Prostitution gegangen sei.

Mein Balkan ist anders#

Aber das, sage ich mir, ist schon wieder Österreich. Mein Burgenland, mein Balkan ist anders: Da sind die Menschen friedfertig und neugierig, nicht übertrieben fleißig, wenn es um Angelegenheiten geht, die recht eigentlich nichts mit ihnen zu tun haben, sie empören sich gegen die Verhältnisse, unter denen sie leiden, und freuen sich, wenn die Sonne scheint und der Wein immer besser wird.

Mein Burgenland, mein Balkan ist, wo sich niemand über mehrsprachige Ortstafeln aufregt, nicht einmal auf die Idee käme, wo man bis in die Morgenstunden feiert, um einander dann anzublicken und lächelnd die Schultern zu zucken, wo man einen Gast wie einen Gast behandelt und sich beim Blick in die Weite denkt, dass es schon sonderbar sei mit den Menschen, wo doch vieles so einfach wäre: Dass jeder sein dürfte, wo er sein wollte, und dass der Andere tatsächlich anders sei. Und dass das nun mal so sei - und alles andere verhandelt werden sollte. Solange nicht einer dem andern ein neues Gesetz aufzwingen wolle.

Das sind aber keine Gedanken, die am nächsten Tag dem Wein zugeschrieben werden sollten. Das sind schon die Gedanken an die Wirklichkeit des nächsten Tages, an dem es vielleicht wie Schuppen von den Augen fällt: dass alle bisherigen Gesetze, ob schlecht, verheerend oder besser, mehr oder minder aufgezwungen waren. Dass man ein neues Gesetz braucht, um zusammen leben zu können, damit man einmal vielleicht von Heimat sprechen kann. Allein das ist schon wieder sehr kompliziert. Wenn Sie mich fragen.

Clemens Berger, geboren 1979 in Güssing, wuchs in Oberwart auf und lebt als Schriftsteller in Wien. Zuletzt ist von ihm der Roman "Der Präsident" (Residenz Verlag, 2020) erschienen.

Wiener Zeitung, 5. Juni 2021

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