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Werk: Magna Concept MILA#

(Ein Unikat)#

von Martin Krusche

Seit vielen Jahren werden immer mehr Bereiche der Automobilentwicklung aus dem Realraum und von greifbaren Werkbänken in die virtuellen Welten von Rechensystemen verlegt. (Simulationen helfen Kosten sparen.) Der enorme Entwicklungsaufwand wird gewöhnlich nicht mehr bloß von einem einzelnen Betrieb abgearbeitet, dessen Firmennamen womöglich noch von einem Nachfahrend des Gründers repräsentiert wird. Es ist ein längst ein höchst komplexes Business, in dem viele Kräfte an verschiedenen Orten zeigen, was sie leisten können.

Von diesem Einsitzer (Monoposto) gibt es nur ein einziges fahrtaugliches Exemplar. - (Foto: Martin Krusche)
Von diesem Einsitzer (Monoposto) gibt es nur ein einziges fahrtaugliches Exemplar. - (Foto: Martin Krusche)

Bei Magna Steyr, dem Nachfolger der historischen Steyr-Daimler-Puch AG, gilt bis heute, daß man mit keiner eigenen Automarke auf den Markt drängt, sondern etablierten Automarken zuarbeitet. Man ist ein „markenunabhängiger Entwicklungs- und Fertigungspartner der Automobilhersteller“.

Das MILA-Cockpit ist die Spaßversion einer Mischung aus Rennwagen und Flugzeug (Foto: Martin Krusche)
Das MILA-Cockpit ist die Spaßversion einer Mischung aus Rennwagen und Flugzeug (Foto: Martin Krusche)

Genau in dieser Eigenschaft setzt Magna manchmal auf eine öffentlichkeitswirksame Leistungsschau. So kam es 2005 zum ersten MILA, der als Concept Car in seiner fahrbaren Version ein Unikat ist; ergänzt um nicht fahrtaugliche Standmodelle in 1:1.

Der Concept MILA steht für „Magna Innovation Lightweight Auto“ und sollte unter anderem demonstrieren, wie schnell man in der Lage sei, vom Lastenheft zum fertigen Auto mit Straßenzulassung zu kommen.

Daß es ein Monoposto wie aus einem Science Fiction-Film wurde, verdankt sich gewiß der Funktion, möglichst breite Aufmerksamkeit zu erregen. Aluminium-Spaceframe, GFK-Verkleidung, ein Erdgas-Mittelmotor mit Kompressor, der aus 1600 ccm rund 150 PS abgibt, das macht aus dem 850 Kilo leichten Einsitzer ein ziemlich rasantes Gerät.

Unter der transparenten Plexiglas-Kanzel fühlt man sich wie in einem Flugzeug; wovon ich mich bei einer Testfahrt selbst überzeugen durfte. Es drückt sich das auch im wendigen Fahrverhalten aus.

Der MILA war überdies gemacht, um das CNG Tanksystem (CNG Sicherheitsdruckspeicher in Compositeausführung) zu promoten, eine Technologie mit „Compressed Natural Gas“ also verdichtetem Erdgas, welches eine höhere Energieausbeute als Benzin verspricht.

Das MAGNA Testgelände bietet kontrastreiche Fahrbedingungen, Limits ergeben sich bloß aus dem Fahrvermögen des Piloten. - (Foto: Martin Krusche)
Das MAGNA Testgelände bietet kontrastreiche Fahrbedingungen, Limits ergeben sich bloß aus dem Fahrvermögen des Piloten. - (Foto: Martin Krusche)