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Werk: Puch G#

(Ein kantiger Langläufer)#

von Martin Krusche

Ein Nutzfahrzeug soll preiswert zu bauen und leicht zu warten sein, soll sich als robust und zuverlässig erweisen. Die Funktion legt meist eine schlichte Form nahe, viele ebene Flächen und allerhand halbwegs gerade Kanten, damit die Fertigung keine aufwendigen Pressen braucht etc. Wenn es dann ein Militärfahrzeug schafft, auch als ziviles Automobil anklang zu finden, staunen wir heute nicht mehr darüber, denn die eingangs erwähnten Eigenschaften werden von vielen Menschen geschätzt.

An diesen Prototypen von 1978 war noch vieles handgschnitzt, Fotos davon sind kaum erhalten. Dieses stammt aus einer Dokumentation aus dem Puchwerk. (Foto: Archiv Krusche)
An diesen Prototypen von 1978 war noch vieles handgschnitzt, Fotos davon sind kaum erhalten. Dieses stammt aus einer Dokumentation aus dem Puchwerk. (Foto: Archiv Krusche)

Daß es aber so eine Konstruktion dann überdies zum hoch geschätzten Livestyle-Produkt bringt, ist doch eher ungewöhnlich. Auf den Puch G trifft das unbedingt zu. Er ist eine Koproduktion der historischen Steyr-Daimler-Puch AG mit Mercedes Benz. Und er ist das letzte Automobil, auf dem man noch ganz pur und blank den Namen Puch finden kann.

Die Entstehung dieses ungewöhnlichen Autos geht auf Wünsche des Schah von Persien zurück. Dabei ist von den 1970er Jahren die Rede. Es geht hier demnach um ein KFZ, das seit über 30 Jahren in Graz produziert wird. Daran mag es auch liegen, daß wir kaum mehr etwas über die Prototypen des Puch G erfahren.

Wenn Sie in den letzten Jahren dennoch einen gesehen haben, dann war es sehr wahrscheinlich keiner. Alte Puchianer, die an seiner Entwicklung mitgewirkt haben, sagen übereinstimmend, es seien so gut wie keine erhalten geblieben, aber man wisse letztlich nicht genau, wie viele frühe Einheiten aus dem Haus gerollt wurden.

Dazu gehört die Kuriosität, daß laut Aussage dieser Insider die überhaupt ersten ausgelieferten G-Wagen jene für Frankreich gewesen seien, auf denen der Peugeot P4 VLTT basiert. Sie werden übrigens auch nur wenige Publikationen finden, in denen überhaupt Prototypen des Puch G abgebildet sind. Diese Fotos sind entsprechend Raritäten und stammen aus einem privaten Archiv, in dem Arbeitsblätter jener Tage gefunden wurden.

Alles noch sehr roh. Übrigens, der Leiterrahmen wurde aus drei Teilen zusammengsetzt. (Foto: Archiv Krusche)
Alles noch sehr roh. Übrigens, der Leiterrahmen wurde aus drei Teilen zusammengsetzt. (Foto: Archiv Krusche)