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Zusatzausbildung zum Physio-Therapeuten oder Personal Trainer#

© Prof. Peter Kotauczek

1. Projektziel#

Angestrebt wird eine Zusatzausbildung für den Einsatz spezieller Einspur-Rollatoren für ältere Menschen mit leichten Gehbehinderungen für Moblität und Therapie,

2. Rechtliche Grundlagen#

Der BEKO-Gehschweber ist ein Einspur-Rollator und damit ein medizinisch-technisches Hilfsmittel.

Bundesgesetz über die Regelung der gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD-Gesetz BGBL 460/1992): § 1. Die gehobenen medizinisch-technischen Dienste sind: 1. der physiotherapeutische Dienst; 2. der medizinisch-technische Laboratoriumsdienst; 3. der radiologisch-technische Dienst; 4. der Diätdienst und ernährungsmedizinische Beratungsdienst; 5. der ergotherapeutische Dienst, 6. der logopädisch-phoniatrisch-audiologische Dienst; 7. der orthoptische Dienst. § 2. (1) Der physiotherapeutische Dienst umfasst die eigenverantwortliche Anwendung aller physiotherapeutischen Maßnahmen nach ärztlicher Anordnung im intra- und extramuralen Bereich, unter besonderer Berücksichtigung funktioneller Zusammenhänge auf den Gebieten der Gesundheitserziehung, Prophylaxe, Therapie und Rehabilitation. Hiezu gehören insbesondere mechanotherapeutische Maßnahmen...

3. Der Einspur-Rollator als anerkanntes Hilfsmittel#

Um als ein von Krankenkassen anerkanntes Hilfsmittel zu gelten, muss ein solches Gerät dazu beitragen, die Krankenbehandlung erfolgreich zu machen, vorbeugend bezüglich einer sich anbahnenden Behinderung einzuwirken oder eine bereits bestehende Behinderung ausgleichen. In Deutschland gibt es eine einschlägige Judikatur wie man von hier ausgened nachsehen kann.

In Österreich fehlt eine einheitliche Regelung. Jede Krankenkasse hat ihr eigenes Verzeichnis das nicht öffentlich zugänglich ist.

Neben beispielsweise Hörgeräten, Prothesen und Rollstühlen gelten auch Rollatoren als medizinisch-technische Hilfsmittel, da sie es dem Benutzer ermöglichen, sich sicherer fortzubewegen, eine Sitzmöglichkeit bei Pausen bieten und Belastung durch Gepäck weitestgehend abwenden.

Daher ist ein therapeutischer Nutzen nachweisbar und gesetzlich krankenversicherte Personen mit entsprechendem Handicap haben somit Anspruch auf den Erhalt des Hilfsmittels Rollator. Given the demographics of ageing around the world, WHO accepts that “a comprehensive response to foster healthy ageing is urgently needed”. Healthy ageing is defined in the world report as “the process of developing and maintaining the functional ability that enables well-being in older age”.

Quelle: WCPT Word Confederation for Physio Therapy.

Gewerberechtlich fällt das Gewerbe des Personal-Trainers unter die freie Berufsausübung. Es gibt private Ausbildungsstätten und öffentlich-rechtliche Institutionen wie Fachhochschulen.

4. Entwicklungsgeschichte des Projektes aus persönlicher Sicht#

Die Algorithmik des Gehens - wie ich auf den Rollator kam.

Es begann vor mehr als zehn Jahren. Die Welt taumelte in eine Finanzkrise. Ich in eine seelische. Ich näherte mich einem runden Geburtstag - den 70er. Grund genug, mein Leben zu überdenken. Ich hatte gerade an der Börse meine grössten Konkurenten geschluckt und war ein erfolgreicher Geschäftsmann und Künstler.

Aber ich wurde seltsam gehfaul. Erst dachte ich, das sei meine Art zu leben. Ich fuhr mit meinem dicken Mercedes von Meeting zu Meeting. Oder wurde von Limousinen abgeholt. Weitere Strecken flog ich. Dabei merkte ich, dass mich zunehmend ärgerte, wie groß die Flughäfen geworden waren. Zunehmend störten mich die langen Gänge, die ich trotz Business-Class mit meinem Köfferchen gehend überwinden musste.

In etwa dieser Zeit war ich in Alpbach, um mit den "wichtigen Menschen" über die Essenz der Welt zu diskutieren. Am Rande der Veranstaltung war eine Gruppe junger Menschen die dem staunenden Publikum ein ganz neues revolutionäres Gerät namens "Segway" vorführten, das angeblich die Welt des Gehens im wahrsten Sinne des Wortes auf völlig neue Beine stellen solle. Ich war sofort begeistert. Das musste ich haben. Leider konnte man den Segway damals nicht kaufen, es gab eine internationale Warteliste, und Österreich stand ziemlich weit hinten in der Reihe.

Also begann ich, mich abstrakt mit diesem neuen Phänomen zu beschäftigen - dem elektrisch unterstützten Gehen. Als ausgebildeter Maschinenbau-Ingenieur und Informatiker war mir schnell klar, dass mir nur eine gründliche Systemanalyse des Gehens weiterhelfen könne. Was ist Gehen? Welcher Algorithmus steckt dahinter? Wer weiß darüber Bescheid? Gibt es eine amtliche Definition des Gehens? Wie funktioniert Gehen?

Ich beschloss, die Sache systematisch anzugehen. Ich konsultierte die Literatur, ich sprach mit Experten. Und ich kaufte dutzende Geräte. Den Segway, den Trikke, zahlreiche Scooter, Mini-Fahrräder und skurrile Dinge wie das Yikebike und das selbstbalancierende Einrad.

Der gehende Mensch ist aus mechanischer Sicht ein so genannter "inverser Pendel", darin waren sich alle von mir konsultierten Experten einig. Ein inverser Pendel steht gewissermaßen auf dem Kopf, er neigt daher zum Umfallen. Wir können das erleben, wenn wir beispielsweise nach dem Heurigen nach Hause gehen. Wir neigen je nach Weingenuss zum Schwanken. Aber auch wenn wir Kreislaufprobleme haben, kann unser inverser Pendel leicht aus dem Gleichgewicht kommen. Je älter wir werden, desto öfter wird uns dieser mechanische Effekt bewusst. Wir stehen nicht mehr so sicher auf den Beinen wie früher. Das Balancieren wird von der unbewussten Selbstverständlichkeit zur bewussten Aufgabe. Die Folge: wir sitzen lieber. Im Büro, abends beim Fernsehen, im Wirtshaus. Aber auch bei hochkulturellen Ereignissen wie in der Oper und im Theater sitzen wir lieber als zu stehen. Im Auto bewegen wir uns sitzend durch die Landschaft.

Das also ist der Trend zur Gehfaulheit, den ich an mir und vielen meiner Zeitgenossen unschwer diagnostizieren konnte. Aber war das schon alles? Nein, Gehen bedeutet noch mehr. Es geht auch um das tragen der Last des Körpers und aller daran hängenden Dinge wie Bekleidung, Taschen und sonstigen Gegenstände, die wir im Alltag mitführen. Dieses Gewicht muss von den Beinen getragen werden. Wir sind somit unser eigener Kran. Ein Hebezeug, wie die Maschinenbauer zu sagen pflegen.

Nun haben es die Beine so an sich, dass sie mit zunehmendem Alter dazu neigen, schlechter zu funktionieren. Die Hüfte, die Knie, die Venen oder die Füße. Alle diese Komponenten werden problematisch. Sie tun weh. Sie sperren sich. Sie verhalten sich wie unmotivierte Mitarbeiter in einem Betrieb. Egal, was "Die da oben" wollen, sie machen es anders oder gar nicht. Gleichgewichtsprobleme im Alter können durch Rollatoren gelöst werden. Üblicherweise durch zwei- oder mehrspurige Geräte. Aber was ist mit dem Gewicht? Es muss über die Hände und Arme aufgefangen werde. Auch diese werden im Alter schwächer. Die Lösung: der Einspur-Rollator. Ich bin Hüftgelenk-Endoprothesen-Träger infolge einer Coxarthrose. Den Gehschweber nutzte ich zuerst nur zur Geherleichterung bis ich eine therapeutische Wirkung merkte. Diese müsste erst durch klinische Studien nachgewiesen werden. Subjektiv ist sie für mich durch systematische Empirie an meinem eigenen Körper erwiesen.

Über andere medizinischen Indikationen siehe Austria-Forum.

5. Möglicher Therapieplan mit dem Trainer/Therapeuten#

Lektion 1: Therapeutisches Gespräch, Vorstellung der Idee#

Lektion 2: Anamnese und feststellen der Defizite#

Lektion 3: Rollatortechnik: Arten, Eigenschaften, Anmutung#

Lektion 4: Therapieziel-Definition#

Lektion 5: Körper-Rollator Abstimmung/Anpassung#

Lektion 6: Geh-Stehen, Probegehen, einfache Übungen, rechtliche Einführung#

Lektion 7: Aufgaben definieren mit Streckenvereinbarung#

Lektion 8: Bonuspunkte (BEKO-Token) zur Geräte-Dauermiete#

Lektion 9: Geräteübergabe für zeitlich limitierte Selbsterfahrung#

Lektion n: Folgetermine, Evaluierung und Betreuung#

Weitere Betreuung nach individueller Vereinbarung Patient/Therapeut. Abrechnung über BEKO. Die Geräte verbleiben im Eigentum der BEKO und werden von BEKO-Vertragspartnern adaptiert und gewartet. Der Therapeut ist als Vertragspartner erfüllendes Organ der BEKO (Sublieferant, EPU). Die therapeutische Verantwortung verbleibt beim Therapeuten. Versicherungslösungen sind in Vorbereitung.

6. Technische Beschreibung eines Einspur-Rollators

Gehschweber
Gehschweber. Foto: P. Kotauczek

Um als Rollator straßenverkehrsrechtlich anerkannt zu werden, ist eine Ausbildungs-Bescheinigung durch den Therapeuten notwendig und beide Füße müssen mindestens 20% der Zeit der Fortbewegung am Boden sein – das nennt man das „Drais´sche Gehen“ (Definition des Gehens im Wikipedia, amtliche Definition gibt es keine). Diese Betriebsweise muss vom Therapeuten/Trainer individuell eingeschult und evaluiert werden. Ansonsten wird der Gehschweber zum Elektrofahrrad und gilt nicht mehr als Einspur-Rollator und unterliegt dann automatisch der Straßenverkehrsordnung.

Alle obigen Themen sollten Bestandteil einer Zusatzausbildung sein und mit einer Zertifizierung enden, die dann Voraussetzung für einen Dienstleistungsvertrag mit BEKO wäre.