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Augustiner-Chorherrenstift Vorau#

von Werner Gobiet Herbst 2017

Oberhalb des Ortes Vorau Vorau, Steiermark auf rund 800 Meter Seehöhe befindet sich das Augustiner-Chorherrenstift Vorau Augustiner-Chorherrenstift, Steiermark und präsentiert sich als einheitliches Barockstift. Das Stift versucht, die mehr als 800-jährige Tradition des klösterlichen Lebens mit den Erfordernissen der Gegenwart zu verbinden.

Das Stift wurde gegen die anhaltende Türkengefahr im 15. Jhdt. zu einer Klosterburg mit Wassergraben und Zugbrücke ausgebaut.

Die Festungsmauern wurden 1844 abgetragen und der Wassergraben teilweise zugeschüttet, sodass das Stift den Burgcharakter verlor.



Vorau
Vorau vom Stift aus gesehen
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Alte Ansicht des Stiftes
Alte Ansicht des Stiftes. Stich von Georg Matthaeus Vischer, 1681
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Augustiner-Chorherrenstift
Augustiner-Chorherrenstift
Foto: Österreich Werbung / Wiesenhofer
Stift Vorau
Stift Vorau
Foto: © Ewald Judt
Mittelalterliche Kirchtürme
Mittelalterliche Kirchtürme, wurden beim Neubau (1660-1662) der Kirche nicht abgetragen
Foto: © Ewald Judt
Kirchtürme, Teilansicht
Kirchtürme, Teilansicht
Foto: © Werner Gobiet, 27.11.2010
Eingangsturm Vorgebäude
Eingangsturm Vorgebäude gebaut 1690
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Eingangsturm Vorgebäude
Eingangsturm Vorgebäude
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Falltor im Eingangstor des Vorgebäudes
Falltor im Eingangstor des Vorgebäudes
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Wappen über dem Vorgebäude
Wappen über dem Vorgebäude
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Frauen(Pest)Säule
Frauen(Pest)Säule, errichtet durch Probst Webersberg 1720
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Marienstatue auf der Pestsäule
Marienstatue auf der Pestsäule
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Rechte Seite des Stifts
Rechte Seite des Stifts
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Eingang in das Stift
Eingang in das Stift
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Linker Stiftshof
Linker Stiftshof
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
linker Innenhof, Brunnen
linker Innenhof, Brunnen
Foto: © Ewald Judt
linker Innenhof, Denkmal des Lesens 2009
linker Innenhof, Denkmal des Lesens 2009
Foto: © Ewald Judt
Römischer Grabstein im Wandelgang
Römischer Grabstein im Wandelgang
Foto: © Werner Gobiet, 27.11.2010
Alte Azulejos am Kachelofen
Alte Azulejos am Kachelofen
Foto: © Werner Gobiet, 27.11.2010
Alte Azulejos am Kachelofen
Alte Azulejos am Kachelofen
Foto: © Werner Gobiet, 27.11.2010
Rechter Stiftshof
Rechter Stiftshof
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Ziehbrunnen im rechten Stiftshof
Ziehbrunnen im rechten Stiftshof
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Statue im rechten Stiftshof
Statue im rechten Stiftshof
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Marienstatue auf der Pestsäule
Plastik Panzerlinien-Panzerlilien von Wolfgang Rahs
Foto: © Ewald Judt
Wohnungen im Wirtschaftsbereich
Wohnungen im Wirtschaftsbereich
Foto: © Werner Gobiet, 27.11.2010
Garten im Wirtschaftsbereich
Garten im Wirtschaftsbereich
Foto: © Werner Gobiet, 27.11.2010

Chorherren-Stift Vorau Kirche#

Die ursprüngliche mittelalterliche Kirche wurde dem heiligen Thomas geweiht. Diese wurde unter Propst Luidpold (1163 – 1185) als 3-schiffige romanische Pfeilerbasilika nach dem Vorbild Seckaus mit zwei Fronttürmen in Westen erbaut. Nach dem Brand von 1237 wurde die Stiftskirche, unter Belassung der mittelalterlichen Türme, 1660-1662 nach Plänen von Domenico Sciassia neu erbaut, und ab 1700 durch den kaiserlichen Ingenieur Matthias Steinl im Stile des Wiener Hochbarock umgestaltet.

1699 wurde der Chor für den neuen Hochaltar vom Stiftsbaumeister Andreas Straßgietl verlängert. Die Kirche stellte nun ein barockes Gesamtkunstwerk dar: Opulente Fresken, prunkvolle Altäre und mächtige Heiligenstatuen, liebliche Engel (850 Stück) und noch viel weiteres goldenes Zierwerk. Die besonderen Schmuckstücke sind jedoch die 1706 entstandene Kanzel, die sich mit der Lehrtätigkeit Jesu Christi befasst und der 1701 bis 1704 ausgeführte Hochaltar, der die Himmelfahrt Mariens darstellt. Beide wurden von Matthias Steinl entworfen und von den Bildhauern J. F. Caspar und G. Niedermayr ausgeführt.

Kirchenraum Richtung Chor
Kirchenraum Richtung Chor
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Kirchenraum Richtung Eingang
Kirchenraum Richtung Eingang
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Prächtiger Hochaltar
Prächtiger Hochaltar, 1701 bis 1704 nach den Plänen von Matthias Steinl errichtete Hochaltar stellt die Himmelfahrt Mariens dar, die Plastiken stammen von Johann F. Caspar (Würzburg) und Gabriel Niedermeier (Ebenburg)
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Detail Hochaltar
Detail Hochaltar, Apostelgruppe um den Sarg Mariens
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Seitenaltar im Chor, links
Seitenaltar im Chor, links
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Seitenaltar im Chor, rechts
Seitenaltar im Chor, rechts
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Volksaltar mit Ambo
Volksaltar mit Ambo
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Chor
Chor
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Nordseite des Kirchenraumes
Nordseite des Kirchenraumes
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Südseite des Kirchenraumes
Südseite des Kirchenraumes
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Prunkvolle Kanzel
Prunkvolle Kanzel, erbaut 1704 nach den Plänen von Matthias Steinl, die sich mit der Lehrtätigkeit Christus befasst, Figurenschmuck stammt und Christusbild stammen von Cyiak Hackhofer
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Teilansicht der Kanzel
Teilansicht der Kanzel in Festbeleuchtung
Foto: © Werner Gobiet, 27.11.2010
Deckenfreskenüber dem Chor
Deckenfresken über dem Chor, reich mit Fresken von Karl Ritsch und Josef Krafenstein aus Wien (1700 - 1703) bedeckt, erstmals im steirischen Barock ohne Stuck
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Deckenfresken über dem Chor
Deckenfresken über dem Chor
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Deckenfresken über den Kirchenraum
Deckenfresken über den Kirchenraum, reich mit Fresken von Karl Ritsch und Josef Krafenstein aus Wien (1700 - 1703) bedeckt
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Deckenfresko Detail
Deckenfresko Detail
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Orgelempore
Orgelempore mit Fresken von Johann Kaspar Waginger (1704), Orgel um 1705-1710 von Andreas Schwarz, 1890 Umbau von M. Mauracher
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
1. nördlicher Seitenaltar, vom Eingang aus
1. nördlicher Seitenaltar, vom Eingang aus, Michaels-Altar um 1730
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
2. nördlicher Seitenaltar
2. nördlicher Seitenaltar, Maria-Magdalena-Altar, Entwurf Steinls!? um 1705
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
3. nördlicher Seitenaltar
3. nördlicher Seitenaltar, Annen-Altar, 1715, Bild signiert Carl Unterhuber um 1750
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
4. nördlicher Seitenaltar
4. nördlicher Seitenaltar, Marienaltar um 1725, mit überfasste gotische Marienfigur um 1440
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
1. südlicher Seitenaltar
1. südlicher Seitenaltar, Kreuzaltar um 1730
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
2. südlicher Seitenaltar
2. südlicher Seitenaltar, Floriani-Altar um 1705
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
3. südlicher Seitenaltar
3. südlicher Seitenaltar, Sebastian-Altar, laut Inschrift 1715, Entwurf von J. C. Hackhofer
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
4. südlicher Seitenaltar
4. südlicher Seitenaltar, Augustinus-Altar mit Bild des Heiligen, signiert J. C. Hackhoffer 1727
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Taufkapelle
Taufkapelle, Taufbecken, 3. Viertel 17. Jhdt.
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Nördliche Turmkapelle
Nördliche Turmkapelle, Maria-Loreto-Altar von 1736
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Kreuzweg, XII Station
Kreuzweg, XII Station
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Beichtstuhl
Beichtstuhl, Mitte 18. Jhdt.
Kirchenbänke für die Chorherrn
Kirchenbänke für die Chorherrn
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Kirchenbänke für das Volk
Kirchenbänke für das Volk
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Grabstein
Grabstein
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Grabstein
Grabstein
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Grabstein
Grabstein
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017

Chorherren-Stift Vorau Sakristei#

Die Sakristei ist ein Meisterwerk des Stiftsmalers J. C. Hackhofer, welches 1715 und 1716 gestaltet wurde. Das Deckenbild zeigt auf der einen Seite den leuchtend Christus auf einem Regenbogen sitzend und auf die anderen Seite hin wird es immer dunkler (die sündhafte Welt) und führt zum Wandbild „Höllensturz“. Das Bild zeigt umgeben von Flammen und teuflischen Ungeheuern den Sturz personifizierter menschlicher Laster wie Geiz, Unzucht, Hochmut, Trunksucht, Verleumdung usw. An den anderen Seitenwänden werden Szenen aus dem Leiden Christi gezeigt.

Eingangstür zur Sakristei
Eingangstür zur Sakristei
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
'Christus sitzt auf den Regenbogen'
"Christus sitzt auf den Regenbogen"
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
'Höllensturz'
"Höllensturz"
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Engel mit Posaune
Engel mit Posaune
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
'Das letzte Abendmal'
"Das letzte Abendmal"
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
'Die Fußwaschung'
"Die Fußwaschung"
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
'Geißelung'
"Geißelung"
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
'Dornenkrönung'
"Dornenkrönung"
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017

Chorherren-Stift Vorau Hauskapelle#

Hauskapelle mit Altar
Hauskapelle mit Altar
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Muttergottesstatue in der Hauskapelle
Muttergottesstatue in der Hauskapelle
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017
Wandbild in der Hauskapelle
Wandbild in der Hauskapelle
Foto: © Werner Gobiet, 5.6.2017

Chorherren-Stift Vorau Biliothek#

In Vorau war im Mittelalter eine der bedeutendsten Schreibstuben in Österreich: die Bibliothek besitzt 415 Handschriften, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen, 206 Inkunabeln und etwa 40 000 Bände (Drucke ab 1500). Besonders erwähnenswert ist hier das Vorauer Evangeliar aus dem 12. Jhdt. mit seinen prächtigen, ganzseitigen Evangelistendarstellungen, die 1467 geschriebene Volksbibel mit ihren über 550 Miniaturen, die mit Abstand am reichhaltigsten illustrierte Handschrift, oder die weltberühmte Kaiserchronik. In der Bibliothek befindet sich ein Freskenzyklus von Ignaz G. Kröll aus dem Jahr 1731: Die großen Wissensgebiete (Jurisprudenz, Philosophie und Theologie) in biblische Szenen dargestellt. 1940 wurde das Stift durch das NS-Regime aufgehoben und enteignet, die Chorherren mussten die Steiermark verlassen; das Stift hieß nun "Burg Vorau". 1945 brannte das Stift zur Hälfte nieder, aus der Bibliothek wurden 5000 Bände entwendet und alle Sammlungen schwer beschädigt, aber gleich nach Ende des Kriegs zogen die Chorherren wieder ein und die Instandsetzung begann. Die Bibliothek ist heute eher ein Museum.

Eingangstür zur Bibliothek
Eingangstür zur Bibliothek
Foto: © Werner Gobiet, 27.11.2010
Eingangstür Innenseite
Eingangstür Innenseite
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Ostseitige Ansicht
Ostseitige Ansicht
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Westseitige Ansicht
Westseitige Ansicht
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Flüsterschale
Flüsterschale
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Globus
Globus
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Sternenhimmel
Sternenhimmel
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Fresko Theologie
Fresko Theologie
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Fresko Philosophie
Fresko Philosophie
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Fresko Jurispotenz
Fresko Jurispotenz
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Schwur(finger) auf den Evangeliar
Schwur(finger) auf den Evangeliar, abgenützte Stelle
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017

Chorherren-Stift Vorau, Kulturgeschichte#

Das Stift Vorau hat 14 Türme. Die meisten davon sind Wehrtürme aus der Zeit in der das Kloster zu einer Klosterburg ausgebaut wurde. Im nordöstlichen Wehrturm (Waldlturm) wurde ein kleines Subterra Museum für archäologische Funde aus der Umgebung eingerichtet.

Zur Kulturgeschichte des Raumes
Zur Kulturgeschichte des Raumes, von Heirich und Ingrid Kusch
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Sub Terra Museum
Sub Terra Museum befindet sich im nordöstlichen Befestigungsturm des Stiftes
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Archäologische Funde
Archäologische Funde
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Archäologische Funde
Archäologische Funde
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Archäologische Funde
Archäologische Funde
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Archäologische Funde
Archäologische Funde
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017

Vorau, unterirdische Anlagen#

In der näheren Umgebung von Vorau gibt es über 550 dokumentierte prähistorische Steinsetzungen (Menhire und Lochsteine). Das sind Landmarken aus senkrecht und zu einen Drittel eingegrabene längliche Steine. Auch gibt es in der näheren Umgebung unterirdische Anlagen (Felsgänge, Erdställe und unterirdische künstlich geschaffene Steinanlagen) deren Zweck meist nicht bekannt sind. Einige davon sind wohl mittelalterliche Bergwerke gewesen sein.

Lochstein
Lochstein, prähistorische Steinsetzung
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Lochstein
Lochstein, können bis zu 7,6 m lang sein
Foto: © Heinrich Kusch
Zugang zu einem unterirdischen Gang
Zugang zu einem unterirdischen Gang
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
6m Abstieg zu einem unterirdischen Gang
6m Abstieg zu einem unterirdischen Gang
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Unterirdischer Gang
Unterirdischer Gang
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017
Bearbeitungsspuren
Bearbeitungsspuren
Foto: © Werner Gobiet, 16.9.2017

Quellen#

Weiterführendes#