Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I
Seite - 165 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 165 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I

Bild der Seite - 165 -

Bild der Seite - 165 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I

Text der Seite - 165 -

16511. April 1841 ter, da viel mehr Menschen versammelt und mehr Militär aufgestellt war; der Pabst segnete heute nur Ein Mal; ergreifend war besonders der Moment, da der Pabst am Balcon erschien, und trotz der versammelten tausende eine so lautlose stille eintrat, daß man die fontainen plätschern hörte, dann die Unzahl Equipagen im Hintergrund des Platzes; der ganze Coup-d’air war sublime. nachher gingen wir mehrere auf den Platz hinab und ließen die abzie- henden truppen défiliren (was auf die jämmerlichste Weise von der Welt geschah, ausgenommen die Jäger, welche passable aussahen), sprachen lange mit dem commandirenden general, der uns salutirte, kurz, machten uns sehr patzig und hätten bald die ganze päbstliche Armee in confusion gebracht; auf jeden Fall zogen wir mehr die allgemeine Aufmerksamkeit an als truppen und feldherr. gegen 1/2 2 uhr war ich zu hause, und mein nächster gang war wie ge- wöhnlich zum café du bon gout. von da fuhr ich mit kar[aczonji] in die villa Borghese, hoffend viele Leute dort zu finden; es war aber ganz leer und fing zudem an, ein wenig zu regnen, so kehrten wir also um und besahen uns, um die Zeit zu tödten, einige kirchen, und zwar erstlich die di santa maria del Popolo mit einigen werthvollen gemälden und der schönen capelle chigi, dann Sant Andrea delle Valle mit einer superben façade und überhaupt von einer herrlichen Architectur; darin sind 4 suberbe Fresken von Domini- chino, die leidens geschichte des heiligen Andreas etc. vorstellend, endlich sant Agostino mit einer wunderthätigen madonna, welche die ganze kirche mit votivtafeln, kleinen elenden Bildern und silbernen herzen und Beinen ausgestattet hat; darin ist eine magnifique fresko von Raffael, der Prophet isaias, dann einige gemälde von guercino, etc. ich fuhr hierauf nach hause, machte toilette und ging mit tiesenhausen, der zu mir kam, zu casimir Bathiany aux iles Britanniques, wo wir in 4 (ka- raczonji und wir) recht gut dinirten; gegen meiner Erwartung war Gusti Sza- pary nicht dabey,1 sondern wir begegneten sie auf der stiege, als sie zu steffi karolji zum essen fuhr. kaum den löffel aus dem mund genommen, holte ich litta ab und fuhr mit ihm nach san Pietro, um die berühmte illumina- tion des Platzes zu sehen; es war eine endlose Wagenreihe, und als wir anka- men, war kirche und collonaden architectonisch mit lämpchen beleuchtet (der sogenannte Merletto), was sich magnifique machte; plötzlich änderte sich diese Beleuchtung, und Platz, kirche, kuppeln und Arcaden waren ta- geshell in Zeit einer halben minute mit tausend Pechpfännchen wie mit Zau- berschlag erhellt; das war ein magischer Augenblick und eine ganz feenhafte 1 Die Ehe von Gräfin Auguste mit Anton Szapary wurde 1847 geschieden, worauf sie ihren langjährigen geliebten graf casimir Batthyány heiratete.
zurück zum  Buch „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band I"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band I
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
I
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
744
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort (Ffritz Fellner) 9
  2. Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg (1813–1858) – eine Lebensskizze 11
  3. Überlieferung der tagebücher 37
  4. Editionsrichtlinien 41
  5. Tagebücher 1839–1847 43
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“